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Monatsarchiv für Oktober 2013

30. Oktober 2013 12:38:58

… zählbar: Fakten zur Stadt

> Mehr dazu an offizieller Stelle

 
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14. Oktober 2013 16:08:59

… Blog-Marketing: Lady Gaga möchte mich bestechen

Die Bestecherlis, die uns Bloggern angeboten werden, damit wir Promo-Inhalte übernehmen, werden immer gewitzter. Z.B. soll ich jetzt einen Artikel darüber schreiben, dass Lady Gaga in Berlin mit einem kleinen Club-Konzert ihr neues Album vorstellt, und wenn ich es mache (und was ich hiermit wirklich mache), kann dieser Artikel damit belohnt werden, dass ich als Verfasser 2 Tickets zu dem Konzert gewinnen kann. (>Hier der genaue Wortlaut der Einladung.) Man soll seine Erwartungen an das neue Album „Artpop“ beschreiben. Na dann …

Tatsächlich interessiert mich Lady Gaga durchaus, allerdings nicht im Ansatz als Musikerin, als die sie nun in Bezug auf ein neues Album promotet wird. Nein, sie interessiert mich als künstlerisches Pop-Phänomen. Kein anderer Popstar sucht die Nähe zur zeitgenössischen Kunst so sehr wie sie, und bei keinem anderen Pop-Künstler tritt die Kunst so demütig zur Seite. Musikalisch sind ihre Alben vollständig innovationsfrei (das neue wird da nicht anders daher kommen), aber performatorisch agiert sie sich hübsch wild aus. Sie bedient allerlei IT-Girl-Posen und überzogen stereotype Sex-Klischees. Mal in schlampigen Strapsen und Zottelhaar, mal als kühl-technoide Roboterfrau, mal schutzlos-verletzlich quasi überhaupt nicht aufgemacht und seit neuestem in Verbindung mit hautfarbenen Protesen. Vermutlich soll letzteres an ein Tabu rühren, das aber freilich schon lange keins mehr ist. Der ganze Sex-Tools-SM-Quark hat eine historische Borg-Variante (siehe „Metropolis“), die schon ziemlich abgenudelt ist. Nach Tattoos und Piercing spielt Lady Gaga nun mit dem glücklicherweise noch nicht ge-mainstreamt-en subversiv Trend des Amputating. Sie hat auch hier wieder die Zeichen der Zeit erkannt. Denn seit der letzten Olympiade in London, als die Paralympics irgendwie noch viel cooler waren, als die Spiele der Unversehrten, öffnet sich die allgemeine Vorstellung langsam dahingehend, dass auch fuß- oder arm-lose Körper sexy sein können. Man könnte doch zumindest mal drüber nachdenken, ob es nicht vielleicht sogar irgendwie besser wäre, wenn anfällige Biologie durch artifizielle Technik ersetzt würde. Der eigene Körper als schickes neues Gadget. Zusätzlich zum Silikon-Dekolleté könnte doch ein künstlicher Finger noch mehr Eindruck machen. Bei Bedarf kann man sich dann noch coole Software dafür runterladen, so dass man mit seinem Borg-Finger ultraschnell auf dem neuesten SmartPhone tippen kann oder bei GuitarHero alle Rekorde bricht. Klingt doch nicht schlecht, mal schnell googlen was so was kosten würde – vielleicht gibt es schon einen entsprechenden Online-Shop oder ein Video

Meine Frage an Lady Gaga ist folgende: Du hast selbst einmal gesagt, dass du dich früher „wie ein Freak gefühlt“ hast, weil du so anders warst als alle anderen (z.B. in deiner Schule). Nun bist du die „Queen of Pop“ und die „Mama Monster“ – irgendwas zwischen Mainstream und Avantgarde – sagen wir „Kommerz-Avantgarde“. Gleichzeitig werden auch die echten Freaks (gemeint sind Menschen, die z.B. bei den Paralympics antreten) zu Vorbildern für die Gesamtgesellschaft, weil sie – wie kaum jemand anders, außer vielleicht den beiden Pop-Queens Lady Gaga und zuvor Madonna, bei denen es viele biografische Parallelen gibt – für den individualistischen Traum stehen, dass man es schaffen kann, wenn man es nur hart genug versucht. Aber natürlich weiß jeder, dass die Ausnahme nicht die Regel bestätigt. Es gibt eben nicht unzählige Lady Gagas und auch nicht viele Paralympic-Stars. Glaubst du dennoch, dass diese Ideologie des Arbeits-Ethos (nennen wir sie nun neo-liberal, kapitalistisch oder evangelikal) wirklich für den Einzelnen unter den Vielen auszahlt? Oder kann es sein, dass du dich schon bald neuen Ideen zuwendest, ähnlich wie es Madonna machte, promotest dann das gegenteilige „Sich-annehmen-können“ und drehst dich Richtung Buddhismus? Oder sind dir dahinterstehende pseudo-religöse und gesellschaftliche Ideen ohnehin egal und es geht dir darum einen neuen Bild-ästhetischen Trend zu setzen?

Sorry – die Frage ist vielleicht ein bisschen komplex geraten. Darf ich trotzdem zum Konzert in der Halle am Berghain?

Hier das neue „Applause“ Video – wie immer ein Feuerwerk der verschiedenen Stlyes:

 
 

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Text ohne Takt
von Joachim A. Buroh

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… unerhört

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… Tagesform

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23. November 2013

… am Zug

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