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Archiv der Kategorie ‘Friedrichshain-Kreuzberg‘

27. September 2010 15:43:52

… voller Tasten: Piano City lädt zu Pianisten nach Hause

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Die Idee ist einfach und genial: Fast jeder Pianist hat zuhause einen Flügel oder mindestens ein Klavier stehen und es wäre doch super, wenn überall dort in den Wohnzimmern kleine Hauskonzerte stattfänden, mit Programmen, die die Pianisten am liebsten spielen. Gedacht getan – Piano City ins Leben gerufen. Inzwischen ist die Bewerbungsfrist abgelaufen (>Übersicht aller Bewerbungsvideos) und das Programm mit über 70 Hauskonzerten ist online. Am Samstag, 23. und Sonntag, 24. Oktober ist es soweit, aber Achtung: Man muss vorher die Tickets über die Website kaufen.

Es gibt Selbstkomponiertes, Klassik, Jazz und alles andere. Mir scheint darunter sind einige Perlen, aber sicher auch ein paar Spinner – also sehr interessant!

Übrigens: Mein Bruder Roman Hengge ist auch dabei.

 

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23. August 2010 16:12:57

… trashig: the Tote Crackhuren Im Kofferaum beim Album Release Konzert

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Eine gute Freundin rief an und sagte „lasst uns mal wieder was richtig krankes machen“. Kaum ein Vorhaben könnte einen schneller zu den Toten Crackhuren bringen!

Das Publikum war jung mit wahrnehmbarer Brandenburger Migrationsgeschichte, oder vielleicht sah es auch nur so aus. Jedenfalls muss man nicht schön sein, um auf ein Crackhuren-Konzert zu gehen. Ich fühlte mich willkommen.

Als die wilden Mädchen in Halloween-artigen Kostümchen ihr blasses Gekreische begannen, war ich mir sicher, dass ich es hier keine viertel Stunde aushalten würde, doch nach und nach gefiel mir die elektrolärmige Show immer besser. Mit dem Titel „Wir hassen Sport“ hatten sie mich dann entgültig auf ihrer Seite. So stand ich angenehm belustigt neben den gleichaltigen Eltern der Crackhuren und beobachtete das Lebensgefühl dieser nachfolgenden Teil-Generation: Selbstbewusst verunsichert, marketingresistent konsumfreudig, spaßbetont aufmüpfig, ziellos politisiert und verlustreich performativ. Diese Mädchen verschwenden ihre Jugend auf die bestmögliche Art. Live noch viel besser, als aus der Retorte.

 

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23. August 2010 14:56:11

… easy: Lands’ End führt in Deutschland neue Untermarke »Canvas« ein

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Da habe ich mich mal rund um bestechen lassen: Erst bekam ich die Einladung zu einem Picknick auf der Südspitze der Halbinsel Alt Stralau, dann einen netten Picknick-Korb geschickt und schließlich das Angebot, zwei alte Klamotten in einem Fashion-Swap gegen neue der Marke Lands’ End Canvas einzutauschen. Nun bekomme ich (selbst als unwesentlicher Blogger) ständig Einladungen zu allemöglichen Marketing-Events, aber selten gibt’s so viel Umsorgung wie hier. Also ging ich am Samstag Nachmittag bei herrlichem Wetter nebst zusätzlich eingeladener Freundin und selbstgemachten Leckereien im Körbchen zum Picknick für Berlins Onliner unter die schönen Platanen am Lands’ End der Halbinsel Alt Stralau. Abgestimmt auf den Labelname gab es Meeresfrüchte, Fischspießchen und andere maritime Köstlichkeiten an Getränken nach freier Wahl. Für die alten Klamotten bekamen wir anstandslos ein neues Hemd, zwei Strickjacken und einen Rock und anschließend unterhielten wir uns mit den Marketingleuten des Labels. Dabei erfuhren wir von der niemals ablaufenden Garantie der Marke (man kann auch nach 5 Jahren noch einen zerfaserten Pulli wieder einschicken), vom gemäßigten Preisniveau bei guter Qualität (bei Produktion in China) und von den Umständen des Versandhandels (Warenlieferung über Hermes aus England, Garantieleistungen aus Deutschland, bei umfassender und kostenloser Telefonbetreuung rund um den Bestellvorgang). Die Klamotten selbst sind in keinster Weise ausgefallen oder modisch auffällig, sondern absolute Basics, die vom Stil her klassisch amerikanisch sein sollen.

Als wir von der äußerst angenehmen Veranstaltung nachhause kamen, erzählte ich meiner Mutter (78) davon und sie kannte im Gegensatz zu mir die Marke bereits seit längerem. Sie zählte geradewegs und ungefragt sämtliche Markeneigenschaften auf, die sie über den Katalog kennengelernt hatte und hatte rundherum eine gute Meinung von der Marke. In diesem Gespräch wurde mir dann auch klar, was der Sinn der ganzen Veranstaltung war: Das Image des Labels muss jünger werden.

Ich weiß zwar nicht, ob ich mit diesem Artikel zu diesem Ziel betragen kann, aber ich möchte mich jedenfalls für die Einladung bedanken und wünsche allen Beteiligten viel Glück und Erfolg.

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22. August 2010 16:56:01

… leuchtend: Schwarzlicht Minigolf im Görli

Irgendwann bekommen auch ehemalige Goa-Freaks Kinder und entwickeln dann irre kreative Ideen wie z.B. diese: Warum bemalen wir nicht den Keller des alten Bahnhofschuppens unter dem Café Isa Mitz (im Görli neben dem Edelweiß) mit fluoriszierenden Farben und verwandeln ihn in eine spacige, zwischen Ego-Shooter und Romantikphantasie changierende Kulisse für eine ansonsten herkömmliche Minigolfanlage? Tja, vielleicht, weil sowas halt so wird, wie sowas eben wird: vorurteilsbestätigend. Was klingt wie ein Grund dagegen, kann aber natürlich genau so gut ein Grund dafür sein. Beachtlich ist die liebevolle, 5-räumige Trompe-l’œil Installation allemal.

Mehr und nettere Bilder …

 

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12. August 2010 15:31:49

… abseitig: Elektronischer Feierkreis und vani-living-art

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Ich weiß weder etwas über den Elektronischen Feierkreis noch von vani-living-art. Beides steht aber zumindest in räumlichem Zusammenhang in einem Nebenraum der Kartbahn am Ostbahnhof, der mich bei einem flüchtigen Besuch fast schon magisch anzog. Das enstandene, oder vielleicht auch übriggebliebene, Setting erschien mir von so perfekt abgerundeter, pitoresk spießiger Jämmerlichkeit, dass es dokumentiert werden wollte. Was kann sich hier zugetragen haben, und wollen wir das wirklich wissen? – Das nur als kleiner Beitrag zum derzeitigen Lieblingsthema meiner Freundin: „Die Abwesenheit der Anwesenheit“.

 

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9. August 2010 13:26:10

… authentisch: tUnE-yArDs auf dem Puschen-Fest im Festsaal Kreuzberg

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Am Wochenende fand am Kotti im Festsaal Kreuzberg die Präsentation von vier Bands statt, die über die Booking-Agentur Puschen promotet werden. Zu hören waren These Are Powers, Bear In Heaven, tUnE-yArDs, und Max Tundra.

Drei der Bands reflektieren mehr oder weniger mitreißend Popmusikströmungen, der letzten Jahrzehnte, aber wirklich auffällig und genuin eigenständig spielen die tUnE-yArDs auf, die absolut von den Fähigkeiten und Talenten der Sängerin Merrill Garbus geprägt sind. Mit Ukulele und ein paar Trommeln bewaffnet loopt sie ihren Gesang und ihr Spiel so geschickt, dass durch die Mithilfe eines Bassisten sehr gelungene und mitreißende Arrangments über die Bühne gehen. In einer Mischung aus Maori-Gebrüll, Blue Gras-Gesang mit New-Wave Texten, verzerrter Ukulele und voluminösen Bassläufen entsteht eine authentische Performance, die beim Publikum voll ankam.

 

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23. Juli 2010 17:14:11

… voller Raupen: Lindenschwärmer von rechts

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Heute im Görli: Im dichten Verkehr zwischen Joggern, Kita-Kindern und Radfahrern kreuzte eine fette Raupe meinen holprigen Weg. Ich fürchtete das Tier würde die angestrebte Strecke bis zur anderen Seite des Pflasterweges nicht schaffen und wollte es hinübertragen. Als ich die Raupe fassen wollte, schlug sie wild mit dem Schwanzende um sich und aufgrund des leuchtend blau-grünen Stachels am selbigen, habe ich mich nicht getraut, das Kleinfinger-dicke Vieh zu einem der umherstehenden Bäume zu tragen. Außerdem weiß man ja wie kostverächtlich Schmetterlingsraupen sind. Hätte ich die Raupe zum Beispiel zu einer Buche getragen, wäre sie womöglich glatt verhungert, weil einzig und allein Zierkirschenblätter auf ihrem speziellen Speiseplan stehen. Da schadet man dann eher, als dass man hilft. Gibt’s ja alles.

Nach ein bisschen Internet-Recherche weiß ich nun mehr: Der Stachel – alles nur Show! Ich hätte die Raupe einfach zur nächsten Linde tragen sollen, denn Lindenschwärmer gehören zu Berlin, wie Curry-Wurst, Döner und eben Linden.

 

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8. Juni 2010 18:15:06

… befreiend: Das Flugfeld Tempelhof

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Diese Freifläche ist wirklich beeindruckend. Mitten in der Stadt nichts als Wiesen, die von alten Lande- und Startbahnen zerschnitten werden. Berlin ist ringsherum nur am Horizont zu sehen und fast gar nicht mehr zu hören. Selbst wenn tausende Menschen auf dem Gelände flanieren, radeln oder sonst was machen, trifft man nur vereinzelt auf andere, denn die Menschen verlieren sich einfach in der Weite. In der Nähe zum Columbiadamm sind zwar große Gebiete als Grillflächen ausgewiesen und dementsprechend sieht es dort ein bisschen nach provisorischem Flüchtlingscamp aus, aber man kann ja locker einen Kilometer weiterradeln und ist dann noch immer nicht in der Mitte angelangt.

Das Tempelhofer Feld erscheint fast wie der Bauchnabel der Stadt. Und tatsächlich war die Zeit der Luftbrücke, so etwas wie eine ungeplante aber gewollte Schwangerschaft, in der die Stadt von Mutter Amerika durch eine Nabelschur ernährt und schließlich wiedergeboren worden ist. Vater Sowjetunion wollte das Kind nicht, konnte sich gegen das mütterliche Prinzip langfristig aber nicht durchsetzen. Es kam zur Scheidung mit eingeräumtem Besuchsrecht. Die endgültige Abnabelung in die Selbstständigkeit hätte Berlin dann vielleicht erst jetzt geschafft, nachdem der Flughafen geschlossen ist. Nun steht der Selbst- und Neuerfindung der Stadt nichts mehr im Wege …

Ab morgen fängt das DMY – International Design Festival Berlin in den Hallen des Flughafens schon mal damit an.

 

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4. Juni 2010 20:56:52

… geklont: Mit „A Number“ kommt im English Theatre Berlin die Welt des Theaters mit der Welt der Wissenschaft zusammen

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Patrick Lanagan, Tomas S. Spencer (Foto: Heiko Orlowski)

Welches Selbstbewusstsein kann ein Klon entwickeln? Lassen sich die Begriffe Person, Persönlichkeit, Individuum in gewohnter Weise aufrecht erhalten, und welchen Einfluss hat Klonen auf das Wesen und Verhalten von Familien, wenn Vater- und Mutterschaft nicht mehr durch die „natürlichen“ Eigenschaften definiert sind und Geschwister genetisch identische Wesen sind?

Alles Fragen, die in dem Theaterstück „A Number“ von Caryl Churchill die Handlung bestimmen: Ein junger Mann entdeckt, dass er nicht einfach nur der Sohn seines Vaters, sondern vielmehr der Klon seines Bruders ist. Er stellt seinen Vater zur Rede und erfährt, dass es in der Familie leidvolle Brüche und Zerwürfnisse gab, noch bevor er als geklonter Sohn zur Welt kam. Der Vater wollte damals einfach eine zweite Chance, wollte das Beste (seinen Sohn) behalten und das Leben ansonsten von vorn beginnen. Durch quälendes Nachfragen entlockt der Sohn, seinem Vater nach und nach weitere familiäre Ungeheuerlichkeiten und die Situation wird immer verfahrener, da immer mehr Brüder ins Spiel kommen, zu denen der Vater teils Kontakt hatte, bzw. dann später, sucht. Tatsächlich wurden neben ihm noch 20 illegale Klone erzeugt, die von unterschiedlichen Müttern ausgetragen, sich in äußerst unterschiedliche Charaktere entwickelten.

Die zwei Schauspieler setzen ihre Akzente sehr unterschiedlich und zueinander spannungsreich. Tomas S. Spencer schlüpft in die Körper von insgesamt drei Klonen, ist als drei verschiedene Personen auf der Bühne. Die Uneinheitlichkeit der theoretisch identischen Menschen wird plausibel. Patrick Lanagan hingegen spielt einen Vater, der sich in seinem eigenen Leben nicht zuhause fühlt, der die Konsequenzen seiner eigenen Entscheidungen kaum begreifen kann.

Das Stück arbeitet gegen vorurteilsbehaftete und durch Science Fictions geprägt Vorstellungen und stellt klar, dass sich der Prozess zur Selbstfindung für einen Klon vermutlich nicht wesentlich anders darstellt, als für jeden anderen Menschen. Die ethisch moralischen Fragen, die das Klonen aufwirft sind eben vorgelagerter, theoretischer Art und nicht im Nachhinein praktisch aufzulösen. Ist der Klon erst einmal am Leben, ist sein Leben nicht von dem eines anderen strukturell unterscheidbar und ganz sicher nicht durch das Leben dessen vorgezeichnet, dessen Klon er ist.

Interessant werden sicher die nach der Aufführung stattfindenden Diskussionen, bei denen sowohl die beteiligten Forscher der FU Berlin unter Leitung von Prof. Regine Hengge wie die Theaterleute des English Theatre Berlin um Direktor und Regisseur Günther Grosser mit mit den Zuschauern ins Gespräch kommen werden.

Hören Sie den Radiobericht auf Deutschlandradio Kultur
Mehr dazu bei DIE ZEIT online …

 

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2. Mai 2010 10:07:20

… verstreut: Fluxus im Görli zum 1. Mai

Ausschnitt aus einem Fluxustableau

Am Wochende der Feierlichkeiten zum 1. Mai versammelten sich spontan unzählige Künstler, um eines der größten Fluxusfeste der letzten Jahre zu feiern. Sie haben dabei ganze Arbeit geleistet und ein eigentümlich bezauberndes Gesamttablau hinterlassen (oben ein kleiner Ausschnitt), das sich vom Lausi durch den Görli über den Spreewaldplatz bis in die Reichenberger Straße zieht. Die BSR hielt das Gesamtkunstwerk nicht für erhaltenswert und beseitigte rasch die künstlerischen Spuren, wodurch eine wichtige urbane Position zusehens verwischt wurde.

 

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