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Archiv der Kategorie ‘Berliner Bezirke‘

5. Januar 2008 15:31:14

… freundlich irre: Fliegende Händler nachts in Kreuzberg

Kerzekaufen

Soll nach Orange duften und ist gar nicht bedrohlich auch wenn die Kerze aussieht, als hatte der Verkäufer damit schon so manche siegreiche Schlacht geschlagen.

Wir saßen mal wieder im Semi Lasso in der Pückler Straße vor einem köstlichen Risotto, (gekommen waren wir, weil das Schlesisch Blau in der Köpinicker Straße geschlossen hatte, wobei wir die beiden Wirte vom Schlesisch Blau dann an der Bar des Semi Lasso trafen) und freuten uns darüber, dass wir es alle gesund ins „internationale UNESCO Jahr der Kartoffel“ geschafft hatten, da kam Kerzekaufen rein. Ich weiß leider den Namen des bedrohlich mit extrem langen Kerzen herumfuchtelnden, fliegenden Händlers nicht und darum nenne ich ihn nach seinem markanten und merkwürdig gedehnten Ruf „Kehätze kauffn“. Da ich ihn und die ganzen anderen freundlichen Irren, die abends als Verkäufer durch die Kneipen ziehen (z.B. die Blumenfrau mit irgendwo abgerissenen Zweigen und Blüten, die sie gerne noch mit etwas Lackfarbe besprüht und für hammerharte 5 Euro verkauft, oder die Fee mit den selbstgeschriebenen und meist mysteriösen Kurzgeschichten in Form von geheimnissenvollen Röllchen und nicht zu vergessen der klapprige Alte mit dem wohlsortierten Bauchladen, der sich leider kaum verständlich machen kann) irgendwie mag, hatte ich den Drang Kerzekaufen eines seiner Kerzenmonstren abzukaufen. Er wollte 8 Euro haben, womit er erstens Geschäftssinn bewies, und zweitens dass er einen größeren Wortschatz als nur „Kehärtze kauffn“ hat. Außerdem drohte er mir an, dass die Kerze beim Abbrennen nach Orange riechen würde. Er ist also Duftkerzenhändler! Ich glaube, er sollte unbedingt „Duftkehärtzen zu verkauffn“ rufen, dann würden sich die Menschen, die ihn noch nicht kennen, bestimmt nicht mehr so vor ihm fürchten und das Geschäft gleich viel besser laufen.

 

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5. Januar 2008 13:24:13

… am Kupfergraben: David Chipperfield, Damien Hirst und Walter Pichler in Heiner Bastians Stadthaus für die Kunst

Hirst - Pills

Pillen als Antwort auf die Bibel: Damien Hirst.

Ein gebauter Kunsthybrid: halb Galerie, halb privates Museum. Heiner Bastian (Ex-Kurator des Hamburger Bahnhofs) hat sich mit seiner Frau Celine von David Chipperfield einen regelrechten Kunstpalast bauen lassen. Allein die enorm hohen Räume über die gesamten Geschossflächen lassen den kantigen Bau erhaben wirken. Aus riesigen Fensterfronten sieht man hinaus über die Museumsinsel zum neuen Museum und hinüber zum Lustgarten. Drinnen sieht man international renommierte Kunst: In der Galerie „Contemporary Fine Arts“, die sich über Erdgeschoss und den ersten Stock erstreckt, wird Walter Pilcher gezeigt. Das Museum Bastian startete mit einer Damien Hirst Ausstellung, die der Sammler ganz aus eigenen Beständen gefüllt hat.

Hat man es geschafft, sich an der Tür mit Klingelzeichen bemerkbar zu machen, wird man einzeln eingelassen und es sind nur noch wenige Schritte bis zur Eingangstür der Galerie Contemporary Fine Arts (CFA). Im Erdgeschoss wird man mit älteren Arbeiten des österreicher Künstlers Walter Pichler empfangen: merkwürdige TV-Helme, Klangräume zum Aufsetzen und pneumatische Räume. Es geht um die mögliche Expansion des Körpers … … Weiterlesen

 

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3. Januar 2008 19:55:17

… berühmte Kreuzberger Mischung: Kaffeebohnen mit Migrationshintergrund

Whynachten

Eine Installation von Han Schliephacke. Da wird es einem doch ganz warm ums Herz.

Nochmal Fichtestraße: Schräg gegenüber vom ehemaligen Gasspeicher befindet sich das Café Grundgehalt, das mit wechselnden Ausstellungen die Gäste überrascht. Derzeit noch mit einer Gruppenschau, die sich teilweise thematisch auf Weihnachten bezieht. Das ist mal nett, mal interessant und meistens recht dekorativ in einem Café, wo man ja zum Kaffee und Kuchen hingeht. Und allein das rechtfertigt schon den Besuch, den es gibt leckeren brasilianischen Kaffee. Neben dem dunklen Trunk und der Kunst bekommt man auch noch ein bisschen Ideologie zum Thema Grundeinkommen serviert, denn die Initiatoren … … Weiterlesen

 

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3. Januar 2008 18:42:58

… in Umformung: Im Fichtebunker wohnen.

Fichtebunker

Das Denkmal vor der Umformung

Es gibt Straßen, von denen ich immer wieder mal allerlei Interessante Sachen höre und trotzdem noch nie dort war. Die Fichtestraße in Kreuzberg ist so eine. Den imposanten ehemaligen Gasspeicher (Fichtebunker), der hier etwas zurückgesetzt steht, sieht man von verschiedenen Richtungen über die Häuser des Kiezes hinweg und über ihn ist letztes Jahr eine heiße Diskussion entbrannt. Auf ihm will die Speicherwerk Wohnbau GmbH Luxuswohnungen bauen und schnell hat sich eine Bürgerinitiative (Gute Geister) formiert, die dagegen ist. Deren Argumente: Der Fichtebunker müsse als Denkmal lebendig erhalten werden und das Bauvorhaben passe nicht in den Kiez. In verschiedenen Zeitungen wurde daraufhin gefragt, wie viel Luxus die Straße vertragen könnte, wobei der Investor sagte, die Interessenten für die geplanten sehr großen und teuren Wohnungen kämen mehrheitlich aus der direkten Umgebung. Das ist kaum verwunderlich, da die berühmte Kreuzberger … … Weiterlesen

 

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