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Archiv der Kategorie ‘Gesellschaft‘

7. März 2008 00:12:57

… aufgestaut: Fragen zum Streik

Bushaltestele in Berlin

Schönes Foto des nächtlichen Berlins, Bushaltestelle in Friedrichshain Ecke Eldenaer Straße – Foto: Henning Onken

Man könnte sich ja Fragen, was das mit dem Streik und den verhärteten Fronten auf beiden Seiten (ver.di und Öffentliche Arbeitgeber) eigentlich soll, denn letztlich einigt man sich doch ohnehin irgendwo in der Mitte, aber das ist keine Frage, die mich wirklich umtreibt. Interessanter ist z.B., ob man jetzt, da man weiß, dass an einer BVG-Bushaltestelle ganz sicher kein Nachtbus kommt, einfach direkt vor dem Bushaltestellenschild parken darf. Ist also eine bestreikte Bushaltestelle, eine Haltestelle außer Betrieb und folglich verkehrsrechtlich irrelevant?

 

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22. Februar 2008 11:38:25

… introspektiv: Das Treiben der Volksvertreter

Roman: Nicht die ganze Wahrheit von Dirk Kurbjuweit

SPIEGEL-Redakteur Dirk Kurbjuweit lässt in seinem neuen Roman Nicht die ganze Wahrheit einen Detektiv los, Arthur Koenen, „spezialisiert auf Ehebruch und den Zoo am Bahnhof Zoo“. Wir dürfen also einen Kriminalroman vermuten, sind auch nicht weiter verblüfft – im Krimi geht heutzutage viel –, als Koenen uns erst einmal unschöne Wahrheiten unterjubelt wie „Die Zivilisierung des Menschen ist nicht abgeschlossen, solange es den Trieb gibt. Der Trieb macht uns irgendwann zu Barbaren, mehr oder weniger“. Dann kommt aber doch alles ganz anders. Wir werden sozusagen aus dem Tiergarten des gemeinen Verbrechens – das einzige verübt auch noch der Detektiv – auf die Wiese vor den Reichstag mit Blick auf das Treiben der Volksvertreter geführt, wo Arthur Koenen all unser schabloniertes Denken über Detektive über den Haufen wirft und im Gegenzug unsere Vorurteile über Politiker (männlich) und die dahingeschiedene Rot-Grüne-Koalition um ihre Häuptlinge Schröder und Fischer bestätigt.

Koenen übernimmt nämlich den Auftrag, den sozialdemokratischen Fraktionsvorsitzenden Leo Schilf auf eine mögliche Affäre hin zu beobachten. Die hat Schilf tatsächlich und zwar mit der jungen rebellischen Abgeordneten Anna Tauert; die Affäre ist schön, sie ist intensiv, sie könnte zur echten Liebe werden, aber da sind Tradition, Karrieredenken und Parteiräson vor, und Anna muss sich eins ums andere mal fragen, warum sie im Leben Leo Schilfs nicht vorkommen soll und darf. Wir wissen all das, weil unser Detektiv sich die E-Mail-Korrespondenz der beiden erschlichen hat, obwohl er sich „in fremden Wohnungen nicht mag“. Nun rafft er sich zu einer unerhörten Tat auf, wie wir sie … … Weiterlesen

 

 

30. Januar 2008 11:33:27

… dösig: Landtagswahlverarbeitung in Hessen und Niedersachsen

Absolut demoralisierend, dieser Polit-Sprech, der nie so bezeichnend an Fassung verlor, wie in den Nach-Wahl-Interviews von Hessen und Niedersachsen. Als TV-Konsument fühle ich mich gepeinigt, unterschätzt und verhöhnt. Zwei Tage habe ich gebraucht, … … Weiterlesen

 

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11. Januar 2008 20:24:36

… gefangen: Über London nach Guantánamo sehen

Dieses Demo-Video kommt von der englischen AI-Site. Wie macht man ein Reenactment?

Apropos Reenactment: Mit einem ebensolchen erinnerte der englische Zweig von Amnesty International an das nun schon sechsjährige Bestehen des Unrechtsgefangenenlager Guantánamo. Auch der deutsche Teil von AI organisiert Protestaktionen.

 

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11. Januar 2008 13:21:32

… eine künstlerische Wiederholung: History Will Repeat Itself im KW

Artur Żmijewski, 8006

Artur Żmijewski, 80064, video still, 2004, Copyright: Artur Zmijewski

Schon mal was von „Reenactment“ gehört? Ich war nicht wirklich vertraut damit, aber mit Reenactments (Wiederaufführungen) werden in letzter Zeit sehr interessante, künstlerische Experimente zwischen Selbsterfahrung, Gesellschaftsspiegelung, Geschichtsaneignung, Therapie, Konfrontation, Erinnerung und Manipulation durchgeführt.

Die Ausstellung „History Will Repeat Itself“ im KW (leider schon fast vorbei) ist eine Zusammenfassung unterschiedlicher Praktiken des Reenactments aus verschiedenen Zeiten. Man bekommt den geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang erklärt und kann sich (muss sich) ausführlich mit den vielen Exponaten, die fast immer in Form von Videofilmen in Kombination mit einer Installation vorliegen, widmen. Die Kuratorinnen Inke Arns, Gabriele Horn und Co-Kuratorin Katharina Fichtner haben diese Kunstströmung sehr gut erfasst und angenehm präsentiert.

Unter den Arbeiten finden sich einige wirklich verstörende Experimente. So zum Beispiel die Dokumentation von Artur Żmijewski, der einen alten Mann, der zur Nazizeit im Konzentrationslager eingesperrt war und davon noch die tätowierte Lagernummer auf dem Unterarm trägt, überredet, sich diese Nummer auffrischen zu lassen. Der Film zeigt …

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3. Januar 2008 19:55:17

… berühmte Kreuzberger Mischung: Kaffeebohnen mit Migrationshintergrund

Whynachten

Eine Installation von Han Schliephacke. Da wird es einem doch ganz warm ums Herz.

Nochmal Fichtestraße: Schräg gegenüber vom ehemaligen Gasspeicher befindet sich das Café Grundgehalt, das mit wechselnden Ausstellungen die Gäste überrascht. Derzeit noch mit einer Gruppenschau, die sich teilweise thematisch auf Weihnachten bezieht. Das ist mal nett, mal interessant und meistens recht dekorativ in einem Café, wo man ja zum Kaffee und Kuchen hingeht. Und allein das rechtfertigt schon den Besuch, den es gibt leckeren brasilianischen Kaffee. Neben dem dunklen Trunk und der Kunst bekommt man auch noch ein bisschen Ideologie zum Thema Grundeinkommen serviert, denn die Initiatoren … … Weiterlesen

 

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3. Januar 2008 18:42:58

… in Umformung: Im Fichtebunker wohnen.

Fichtebunker

Das Denkmal vor der Umformung

Es gibt Straßen, von denen ich immer wieder mal allerlei Interessante Sachen höre und trotzdem noch nie dort war. Die Fichtestraße in Kreuzberg ist so eine. Den imposanten ehemaligen Gasspeicher (Fichtebunker), der hier etwas zurückgesetzt steht, sieht man von verschiedenen Richtungen über die Häuser des Kiezes hinweg und über ihn ist letztes Jahr eine heiße Diskussion entbrannt. Auf ihm will die Speicherwerk Wohnbau GmbH Luxuswohnungen bauen und schnell hat sich eine Bürgerinitiative (Gute Geister) formiert, die dagegen ist. Deren Argumente: Der Fichtebunker müsse als Denkmal lebendig erhalten werden und das Bauvorhaben passe nicht in den Kiez. In verschiedenen Zeitungen wurde daraufhin gefragt, wie viel Luxus die Straße vertragen könnte, wobei der Investor sagte, die Interessenten für die geplanten sehr großen und teuren Wohnungen kämen mehrheitlich aus der direkten Umgebung. Das ist kaum verwunderlich, da die berühmte Kreuzberger … … Weiterlesen

 

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