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12. Juni 2008 23:36:33

… hektische Posse: Hekticket soll am Alex bleiben!

hekticketrathausstrasse.jpg
Möglicher neuer Standort des Hekticket-Schalters in der Rathausstraße.

Das praktische Regieren auf kommunalem Niveau ist manchmal schon sehr verworren bis unverständlich. Da werden selbst kleine Geschichten, wie die vom Hekticket Verkaufskiosk am Alex, zu größeren Kompetenzschlachten zwischen den verschiedenen Senatsabteilungen, die sich permanent gegenseitig auf den Füßen stehen. Der Fall ist so: Das Grünflächenamt Berlin Mitte will, dass der kleine Hekticket-Schalter am Alexanderplatz bis zum 12.6.08 ersatzlos geräumt wird (warum auch immer?). Bei den in diesem Punkt etwas kulturaffiner gestimmten Institutionen Kultursenat, Kulturamt Mitte und der BVV-Mitte hat es sich hingegen herumgesprochen, dass ein hohes öffentliches Interesse am Betrieb von Hekticket besteht, denn …

… die Dienstleistung von Hekticket (Restkarten zum halben Preis am Tag der Veranstaltungen verkaufen) leistet durch die Erhöhung der Auslastungszahlen der Berliner Theater, Musicals und Kabaretts einen Beitrag zur Verbesserung der Einnahmesituation für die Stadt Berlin. Für den Erhalt in einer neuen Form setzen sich neben den erwähnten Gremien auch über 300 Kulturveranstalter und Kultureinrichtungen ein und trotzdem wird bisher nicht auf die Vorschläge zur Fortführung des Betriebs eingegangen. Dabei liegen gleiche mehrere Lösungen zur gütlichen Einigung auf dem Tisch.

Der kleine Hekticket-Schalter ist, meiner Meinung nach, wirklich der einzige Grund, warum man sich überhaupt je an den höchst unattraktiven Ort mitten in der Stadt begeben sollte und so etwas wie eine letzte Bastion der nicht-nur-selbst-darstellenden Künste im McCentrum der Stadt. Wenn sich das Grünflächenamt durchsetzen sollte, hat man den Alexanderplatz wirklich auch noch von den letzten Menschen mit ein bisschen Niveau bereingt. Die Zone rund um den Alex wäre dann zumindest konsequent von jeder erwähnenswerten Kultureinrichtung befreit. Vielleicht wäre es sogar für Hekticket nicht von Übel zum Beispiel etwas weiter zu den Hackischen Höfen zu ziehen, doch wenn sie selber mit ihrem Preis-Kampf für das Schöne und Gute dort bleiben wollen, dann soll man sie lassen!

 

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