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11. Mai 2011 20:01:11

… Vater mit Sohn: Don Burghart

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Junger Mann (Karl) liebt junge Frau (Elisabeth) und so schön auch umgekehrt. Aber es ist Karls Vater (Philipp), seinen Sohn verachtend und ihm nichts zutrauend, der sich Elisabeth zur Ehefrau nimmt. Diese erwartet alsbald ein Kind – nicht von Philipp, der keine Chancen bei der jungen Frau hat und sich deshalb eine Geliebte zuführen lässt. Die wiederum hat – richtig – ein Auge auf den schmucken Karl geworfen, der aber nur seiner Elisabeth gehört. Der junge Mann, mutig, entwicklungsfähig, freiheitsliebend und politisch netzwerkend, wie auch sein Freund (Posa), sehnen sich aber auch nach mehr Gerechtigkeit und einem besseren Land. Das bleibt dem mächtigen Vater, der seine Schnüffler überall hat, nicht lange verborgen. Als Philipp dann noch erfährt bzw. ahnt, dass er nicht der Vater von Elisabeths Kind sein kann, schlägt der Despot zu. Karl entgeht der Verhaftung und sofortigen Erschießung nur, weil sich Freund Posa für ihn opfert. Philipp schwankt noch, wie er mit Karl verfahren soll, wird aber dann durch seinen Charakter und Kräfte, die noch mächtiger erscheinen als er, zum Mörder seines Sohnes.

James Ellroy? Henning Mankell? Jussi Adler-Olsen?

Nein, der Autor heißt Friedrich Schiller – hier und heute mit „Don Carlos“ (nicht Don Karlos) seit vielen Monaten im Spielplan des Staatsschauspiels Dresden vertreten. Das Lob über diese gelungene und moderne Aufführung, die ich mir im September 2010 dort ansah, reichte durch den deutschen Blätterwald. Ich erwähne deshalb nur, was mir besonders gefiel: König Philipp von Spanien – gespielt von Burghart Klaußner! Er zeigt das Machtgebaren, Misstrauen, die Angst und Zerrissenheit eines (in diesem Fall emporgehobenen) Menschen auf großartige Weise. Die Inszenierung wurde – wie erfreulich – zum Berliner Theatertreffen 2011 eingeladen und ist am 12. und 13. Mai im Haus der Berliner Festspiele zu sehen.

 

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