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Monatsarchiv für April 2009

28. April 2009 10:55:51

… riskant, kaputt und schön

Vor allem aber ist Berlin immer noch Techno Capital, Raver Passion, Highlight auf der Reiseroute des Easyjetset.
Tobias Rapp, bis vor kurzem Musikredakteur der taz, jetzt Popredakteur beim Spiegel, schreibt darüber in „Lost and Sound“, 2009 erschienen bei Suhrkamp. Und er schreibt informiert und engagiert. Clubber und (Ex-)Partygänger, Neugierige und Voyeure, stadtsoziologisch Interessierte und Freunde der Musik(szene) dürften das Publikum sein, das mit Rapp dem Beat der Clubmeile, die nicht Clubmeile heißen will, im künftigen Mediaspress von Kreuzberg und Friedrichshain folgt, virtuell Tage und Nächte im Berghain, Watergate, der Bar 25, ex- und wieder Tresor und anderen angesagten Locations durchfeiert „bis die Haare leuchten“. Die Woche beginnt mittwochs und endet montags. Was dazwischen passiert und wo man sich dazwischen bewegt steht bei Rapp. Dabei ist „Lost and Sound“ Hommage und Faktenreport über die „Tempel des Techno“, die „Restrealität“ und das „posteuphorische High“, das „Leben im Loop“ und die „temporär autonomen Zonen“. Mit Portraits verschiedener DJs und Clubbesitzer und – last but not least – Plattentipps ist das eine schöne „kleine Geschichte des Berliner Sounds der nuller Jahre“.
Gewiss: Hingehen, Eintauchen, Auftauchen, Sich Bewegen im Minimal, Electro, House, Trance und Afterhour Beat ist vermutlich Option A. Aber weil „Popkulturen Sehnsuchtskulturen sind“, ist Lesen darüber keine schlechte Option B. Wenn man beides will, bliebe der zur Lektüre der clubfreie Dienstag. So oder so: Hier sind 265 unterhaltsame Taschenbuchseiten, umhüllt von einem pinkfarbenen Cover für Fans. Damit lässt sich in sonnigen oder schattigen Sommerstunden am Ufer von Spree oder Landwehrkanal bestens

 
 

Kategorie:

Fotografie | Gesellschaft | Musik

 

19. April 2009 17:58:15

… gefördert: Designkritisches Schreiben wird prämiert

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Seit einigen Jahren gibt es den sehr bemerkenswerten bf-Preis, mit dem das Erarbeiten von designkritischen Texten gefördert wird. Junge Gestalter aller Designrichtungen sind aufgefordert, Texte einzureichen, zur kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Themen des Designs. Die Themen können dabei frei gewählt werden.

Mit dem Preis sollen Design-Studierende und -Absolventen gefördert werden, deren Texte einen inhaltlichen und stilistischen Beitrag zu einem Design-Diskurs leisten, indem sie

  • ein tieferes Verständnis der Disziplin Design innerhalb des Fachs und der Öffentlichkeit herstellen helfen,
  • ein akutes Problemfeld wirklichkeitsnah und verständlich darstellen,
  • die Beziehung von Design und Gesellschaft in Gegenwart oder Zukunft untersuchen und ausleuchten,
  • einer brisanten Fragestellung couragiert und inspirierend nachgehen.

Die Arbeit des Preisträgers wird im Schweizer Niggli-Verlag als eigenständiges Buch in der 2006 initiierten Reihe »bf-preis. Designkritische Texte« veröffentlicht.

Ist doch super! Also mitmachen!

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Alltägliches

 

19. April 2009 17:22:40

… auf der Straße: Demo gegen die geplante Verlängerung der A100

Verschiedene Gruppen riefen auf, gegen die geplante Verlängerung der A100 vom Kreuz Neukölln zum S-Bahnhof Treptow zu demonstrieren. Noch bis zum 23. April kann außerdem ordentlich Einspruch erhoben werden. Wie man diesen Einspruch abgibt, steht auf der Website der Bürgerinitiative. Tatsächlich erscheint dieses Vorhaben recht sinnlos und ich hoffe, es wird verhindert.

Ich kann nachvollziehen, dass es verkehrspolitisch angebracht wäre, die A100 nach Osten über die Spree zu verlängern. Durch den bisher merkwürdig abknickenden Verlauf am Kreuz Neukölln nach Süden, ohne effektive Anbindung über Köpenick nach Friedrichshain bzw. Lichtenberg erscheint die Autobahn nicht als Alternative im Ost-West-Verkehr. Deshalb ist die Skalitzer Straße mit der Oberbaumbrücke und ebenso die Elsenstraßenbrücke enorm belastet.

Eine wirklich sinnvolle Alternative (nur verkehrspolitisch betrachtet und ungeachtet der Verluste) wäre es, … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

17. April 2009 23:02:45

… religiös bedenklich: Günter Jauch und andere Promis liegen freilich voll daneben

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So stimmen Sie richtig!

Lassen Sie sich nicht kirre machen!

Selbst mein im Allgemeinen sehr lebenskompetenter Nachbar, war von der Flut der freiheitlichen Plakatbotschaften im Berliner Stadtbild verwirrt. Was ist denn nun freiwillig, oder soll freiwillig werden? Was bedeutet freie Wahl? Was meinen die mit Pflicht, Wahlpflicht oder freiwilligem nebeneinander? Wer ist eigentlich wer und will was genau? Was bedeutet es mit Ja zu stimmen und was mit Nein?

Die Initiative Pro Reli hat es wirklich geschafft, die Stadt und ihre Bürger/innen mit einem Thema den Kopf zu verdrehen, das zum Glück bisher eher randständig war und es sicher nach dem 26. April auch wieder sein wird. Sie haben es fertig gebracht, genug Unterschriften zu sammeln, um die Berliner Gesamtgesellschaft zu einem Volksentscheid an die Urnen zu nötigen, um darüber abzustimmen, wie genau eine Detailregelung im Lehrplan der Berliner Schulen gestaltet werden soll.

Also, worum geht es eigentlich: Bisher wird in Berlin (anders und fortschrittlicher als in anderen Bundesländern) für alle Schulkinder ein Fach „Ethik“ gegeben, in dem die für alle Bürger gemeinsam geltenden Werte ihres Gemeinwesens gelehrt werden. In diesem Fach findet eine „Werteerziehung“ statt, die dazu führen soll, das alle zu mündigen und partizipierenden Mitgliedern der demokratischen Gesellschaft werden (können). Wie sollte man etwas dagegen haben (können)? (Siehe Artikel in der Süddeutschen Zeitung.)

Weil dieser Ethikunterricht für alle Kinder ein Pflichtfach ist und der konfessionelle Religionsunterricht an Berliner Schulen hingegen nur freiwillig und zusätzlich besucht werden kann, versuchen nun einige religiöse Gruppen (nicht alle!) den Religionsunterricht als gleichwertige Alternative zum Ethikunterricht zu positionieren. Die von ihnen gewünschte Regelung sieht die sogenannte „Wahlpflicht“ vor, wobei sich dann jedes Kind entscheiden müsste, ob es Ethik oder einen konfessionellen Religionsunterricht besuchen will. Tatsächlich werden natürlich die Eltern für die Kinder entscheiden, weshalb der Begriff „freie Wahl“, der nun überall auf den Plakaten von Pro Reli zu lesen ist, den Kindern wie Hohn in den Ohren klingen muss. „Freie Wahl“ im Sinne von Pro Reli bedeutet also, dass Eltern ihren Kindern vorschreiben werden, dass sie gefälligst den Glaubensunterricht über sich ergehen lassen, der den Glauben der Eltern lehrt. Das nennt Pro Reli dann Wertevermittlung und Klärung der eigenen Wurzeln.

Es ist das Ziel der religiösen Lobbyarbeit, uns allen einzureden, dass der Ethikunterricht in Opposition zum Religionsunterricht stehe. Ethikunterricht soll als Unterricht gegen Religionszugehörigkeit positioniert werden und man will uns glauben machen, dass sich darin eine intolerante Haltung des Staates gegenüber Religionen vermittle. Das ist natürlich gänzlich unwahr und genau das Gegenteil ist der richtig. Im Fach Ethik werden die demokratischen Grundwerte des Zusammenlebens vermittelt, so dass ein Tolerantes und respektables Miteinander und interkulturelles Verständnis möglich wird.

Man gehe also bitte den Konfessionellen mit ihrem „freie-Wahl-Gequatsche“ nicht auf den Leim:

Mit Ja stimmen bedeutet, man ist auf der Seite der Religiösen und will die Wahlpflicht zwischen konfessionellem Unterricht und Ethik einführen, was dazu führt, dass nicht mehr alle Kinder die für alle Staatsbürger gemeinsam geltenden Werte ihres Gemeinwesens gelehrt bekommen.

Mit Nein stimmen bedeutet, man ist auf der Seite der Demokraten und will an der bestehenden Regelung des Ethikunterichts für alle Kinder plus freiwilligem, zusätzlichen Kofessionsunterricht festhalten.

Die Ja-Stimme führt also dazu, dass der auch jetzt schon stattfindende Bekenntnisunterricht in den Rang einer gleichwertigen Alternative zum Ethikunterricht gehoben wird. Derzeit gibt es in Berlin schon freiwilligen evangelischen, katholischen, jüdischen, orthodoxen, sunnitischschiitischen, alevitischen und buddhistischen Religionsunterricht und das Fach Humanistische Lebenskunde. Alles von ordentlichen Lehrern unterrichtet, die von Steuergeldern bezahlt werden. Eine Aufwertung dieser Fächer zu optinalen Pflichtfächern kann kein Mensch wollen, dem daran gelegen ist, dass die in Berlin existierende multiethnische, multikonfessionelle und multikulturelle Gesellschaft friedlich zusammenlebt. Gemeinsam zu leben lernt man am besten gemeinsam. Wir brauchen den Ethikunterricht gegen die Segregationstendenzen konfesionell gebundener Menschen. Wir brauchen ihn um zu verhindern, dass wir irgendwann eine ähnliche Volksabstimmung bekommen, mit der etwa die Einführung der Sharia, der Hexenverfolgung oder des Ablasshandels unter dem Deckmatel der Mehrheitsdemokratie gefordert wird. Demokratie bedeutet eben nicht nur, dass die Mehrheit entscheidet, sondern sie hat einen gesamtgesellschaftlichen Impetus! Damit das verstanden wird, brauchen wir eine „Wertevermittlung“. Der Name dieser Wertevermittlung ist „Ethikunterricht“. Natürlich für alle ausnahmslos!

Es gibt übrigens zwei Wege, sich ethisch einwandfrei am 26. April zu verhalten: Entweder man geht zur Abstimmung und stimmt mit „Nein“ oder man geht einfach nicht hin und verhält sich ignorant gegenüber dem Anliegen von Pro Reli. Denn sollten insgesamt zu wenige Stimmen zusammenkommen, gilt das Volksbegehren als abgelehnt und alles bleibt, wie es sein soll. Sicherer ist es allerdings, die Nein-Stimme selbst in die Urne zu legen.

Und nun zur Kampagne der Glaubenskämpfer:

Die Prominenten, die sich vor den marketingmäßig perfekt gesteuerten, konfessionellen Karren spannen lassen, botschaften schon recht niederträchtig.

Der allseits beliebte Günter Jauch droht mit strengem Blick, mit dem er persönlich darüber entscheidet, wer das Zeug zum Millionär hat: „Sagen Sie nachher nicht, Sie wären nicht gefragt worden.“
Richtig ist, das man nachher nicht sagen sollte, man wäre nicht stark genug gewesen, dem moralischen Druck zu widerstehen. Glauben Sie es nicht, dass Religionsunterricht die gleichen Ziele verfolgen würde, wie der Ethikunterricht. Denn die geforderte Wahlpflicht wird dazu führen, dass alsbald auch noch die abwegigsten Glaubensrichtungen, ihrem heiligen Mumpitz als Wertevermittlung verkaufen können. Das mag meinetwegen bei ordentlichen Protestanten nicht weiter problematisch sein, aber was ist mit beispielsweise Taliban? Wo sollten wir denn legitimer Weise die Grenze beim Verbreiten der unterschiedlichen heiligen Lehren ziehen, wenn nicht bei der Frage nach der rechtstaatlichen und demokratischen Ausrichtung?

Tita von Hardenberg (Ex-Moderatorin der RBB-Sendung „Polylux“), gibt die Pro Reli-Parole aus: “Religionsunterricht als gleichberechtigtes Unterrichtsfach ist mir wichtig, weil jeder Mensch seine kulturellen Wurzeln kennen sollte und die Chance haben soll, die eigene und andere Religionen zu verstehen.“ Als ob je in einem Religionsunterricht gelehrt worden wäre, eine „Religion zu verstehen“, unabhängig ob es dabei um die eigene oder eine andere geht. Das „Prinzip des Gottesglaubens“ kann vielleicht im traditionellen Sinn irgendwie eingeimpft werden, doch wenn es um Verständnis geht, bleibt der Glaube notwendiger Weise jenseits der Erkenntnis.
Ich habe selbst 13 Jahre katholischen Religionsunterricht besucht, zeitweise besuchen müssen. Ich habe sogar eine mündliche Abitursprüfung in Religion gemacht und entsprechend ist mir das, was Tita von Hardenberg „kulturelle Wurzeln“ nennt, durchaus geläufig (in diesem Blog ja hinreichend dokumentiert). Ich möchte sagen, „trotzdem“ habe ich es geschafft, eine distanzierte und befreite Haltung gegenüber „meinem Gott“ und „meinem Glauben“ einzunehmen, so dass ich diesen Gott nun als einen Gott unter vielen erkennen kann und weiß, wie die Lehren zu deuten sind. Ich habe mein Leben quasi selbst säkularisiert und damit im Schnelldurchlauf meiner Adoleszenz, die weit mehr als 2000-jährige
(!) Geschichte des Abendlandes durchlaufen. Erst durch das Überwinden von Glaubensvorstellungen, durch die Konfrontation von nicht religiösen, philosophischen Gedanken und (Auf)Klärungen, lernen wir unsere kulturellen Wurzeln kennen. Unsere Wurzeln ziehen ihre Kraft mindestens ebenso stark aus den Gedanken von Platon, Sokrates, Imanuel Kant, Friedrich Nietzsche, Max Weber und Hannah Arendt (um nur ein paar wenige zu nennen), wie aus den Lehren von Jesus von Nazaret oder eines alttestamentarischen Gottes, welchen Namen wir ihm auch geben oder lassen wollen. Und um im floralen Bild zu bleiben, unser Leben blüht dann auf, wenn wir den staatlich garantierten Freiraum zur Persönlichkeitsentwicklung nutzen, uns bilden, denken, erkennen und an der Gesellschaft partizipieren.
Wie im Leben nach der Schule ist Religion auch während der Schulzeit etwas, das im Privaten seine Berechtigung haben mag, das manchen vielleicht Trost und Hoffnung bringt oder Lebenshilfe ist. Im Öffentlichen, also in der freien Sphäre, die uns allen der Staat garantiert, gelten ethische Grundwerte. Diese Werte entsprechen manchmal den sozial geprägten Lehren der verschiedenen Glaubensrichtungen, doch deshalb sind sie natürlich trotzdem nicht durch die Religion fundiert oder gar garantiert. Die großen monotheistischen Religionen (die sich bei Pro Reli zusammenfinden) sind ja allesamt jünger als der Prozess der Ideenfindung zu demokratischen Grundordnungen. Der Ideentransfer, oder Nährstofftransfer (dazu sind Wurzeln ja da) fand eher andersherum statt. Aus den säkularen Sozialsystemen entstanden die Monotheismen.

Von den sieben Argumenten, die von Pro Reli angeführt werden, sind sechts wirklich sachlich falsch. Nur das letzte Argument, unter der Schlagzeile „Fundmantalismus bekämpfen“, kann man gelten lassen, denn in diesem Punkt wollen selbst die konfessionellen Eiferer lieber vom Staat geschützt werden. Die These ist hier, dass es besser ist, den Glaubensunterricht von den Hinterhöfen in die Schulen zu holen, um ihn damit unter staatliche Kontrolle zu stellen. Durch ein ordentliches Fach „Islamunterricht“ müsste zum Beispiel ein staatlich abgesegnetes Curriculum (=Lehrplan) erarbeitet werden. Dadurch könnte verhindert werden, das Muslime von fanatischen Glaubensgruppen beeinflusst werden könnten. Das erscheint mir nachvollziehbar, doch sagt Pro Reli damit doch eindeutig, dass es ihnen lieber ist, wenn der Staat darauf aufpasst, was die Religionen den Kindern lehren. Ist doch merkwürdig, dass Pro Reli genau gegen diese Kontroll- und Lehrfuntion des Staates im Rahmen des Ethikunterrichts ins Felde zieht.

Wirklich absurd ist die Behauptung, der wahlpflichtmäßige Religionsunterricht fördere die Toleranz in der Gesellschaft. Intoleranz entsteht immer aus einem Glauben heraus (z.B. dem Glauben, den richtigen Glauben zu haben, reinerer oder besserer Herkunft zu sein als andere, mehr Rechte zu haben oder für die ethisch höherwertigen Ziele zu kämpfen als andere) und nie führt Nichtglauben zu Intoleranz. Wie sollte denn die Skepsis einen über andere erheben, wenn man weiß, dass man nichts weiß?
Menschen, die fest in ihrem Glauben stehen, glauben zu wissen, was richtig und was falsch ist. Sie neigen dazu im Dualismus von gut und böse zu denken (als Beispiel: George W. Bush). Kaum vorstellbar, dass Gläubige, die sich selbst natürlich notwendiger Weise auf der guten Seite sehen (außer vielleicht ein paar versprengten Satanisten), auch alle anderen (Nichtgläubigen) als Anteilseigner des Guten anzusehen im Stande sind.Wer sowas glaubt, hat bestimmt auch die erstaunliche Fähigkeit an (s)einen Gott zu glauben.

Glauben Sie es lieber nicht und stimmen Sie mit Nein!

Hier noch die offizielle Abstimmungsbroschüre des Wahlleiters: PDF herunterladen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

16. April 2009 09:37:37

… für die Änderung Ihrer Bestellung

  • Potential vorbereiten
    (Ideen für kurzfristige Optimierung)
  • Schnittstellen stilllegen
    (inkl. Sensitivitätsanalyse)
  • Selbstkontrollzuschlag berechnen
    (zeitnahe Rechnungsstellung)
  • Zwischenworte entfernen
    (Liste löschen)
 
 

Autor:

Joachim Buroh

Kategorie:

Text ohne Takt

 

5. April 2009 15:03:52

… Remix: Lawrence Lessig zu den gesellschaftlichen Gefahren des Copyrights

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Neue Medien, neue Technologien, neue Grenzen der Kreativität. Das bestehende Urheberrecht, insbesondere das US-amerikanische Copyright, kriminalisiert eine ganze Generation, die Musik und Bilder samplet, remixt und – nicht-kommerzielle – via YouTube und ähnliche Plattformen publiziert oder austauscht. „Produktpiraten“ sagen die Majors. Das ist kurzsichtig argumentiert und schlecht für die Gesellschaft – und für den Profit, argumentiert der Harvard-Rechtsprofessor und Creative Commons-Gründer Lawrence Lessig in seinem neusten Buch „Remix. Making Art and Commerce Thrive in the Hybrid Economy. Mit zahlreichen ebenso absurden wie komischen Beispielen und prägnanten Analysen belegt er, warum das aktuelle Urheberrecht längst nicht mehr zeitgemäß ist, und die Behauptung, jeder, der die modernen Medien kreativ, kritisch und frech nutzt, kriminell sei, ein Schuss ist, der nach hinten losgeht. In fünffacher Hinsicht tut eine Reform des Copyrights Not, erläutert der militante Kämpfer für einen klugen und pragmatischen Umgang mit dem Recht, das künstlerische Arbeit schützen soll. Die Anwälte von Sony, Universal und Warner werden es nicht gerne lesen. Sie versuchten schon – vergeblich – in den 1970er Jahren, den Vormarsch der Videokassette zu stoppen. An den Austausch- und Distributionsformen des 21. Jahrhunderts könnten sie sich eine goldene Nase verdienen, und letztlich doch die Zähne ausbeißen. Weder technologischer Fortschritt noch Kreativität lassen sich durch Gesetze aufhalten. Die hybride Ökonomie profitiert vom Sampling und Remix. Sie ist die Ökonomie der Zukunft.
Spannende Lektüre, wenn auch vorerst nur im englischen Original bei Bloomsbury, London.

Die Fallbeispiele sind dokumentiert bei http://remix.lessig.org.
Mehr zu Creative Commons unter http://de.creativecommons.org/

 
 

 

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