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Monatsarchiv für September 2009

21. September 2009 09:19:05

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Im neuen Brenner, dem siebten – und den sollte es eigentlich gar nicht geben, denn der Autor hatte angekündigt, nach dem sechsten, Das ewige Leben, sei Schluss und es gebe keine weiteren Brenners; wir dürfen aber annehmen, dass der Brenner ganz einfach von Wolf Haas, dem Autor, sozusagen Besitz ergriffen hat und der Haas anders gar nicht mehr konnte als weiterschreiben; und wenn man den siebten, Der Brenner und der Liebe Gott, gelesen hat, versteht man das sofort – im neuen Brenner also gibt es eine Menge Neues, zum Beispiel die der deutschen Sprache bisher nicht recht bekannten oder zumindest nicht bewussten Begriffe Aufwachdusel, Ewigkeitsmücke, Lebensrostschüssel, Stänkerlautstärke, Bierkistenintrige und – Achtung! – Testgauner !!! Testgauner ist auf Seite 78, und da steckt der Brenner – inzwischen Chauffeur beim Industriellen Kressdorf, dessen kleine Tochter er andauernd von Wien nach München bzw. zurück fahren muss; auf Seite 78 allerdings ist er dann schon nicht mehr Chauffeur, weil er da bereits gefeuert wurde, man hatte ihm nämlich die kleine Helena aus dem BMW entführt – also da steckt der Brenner in einem echten Schlamassel, aus dem er erst nach vielen Mühen und sieben Toten wieder herausfindet, frage nicht (wie der Wolf Haas, der Autor, das gerne hier und da dran setzt ans Satzende, damit wir nicht fragen; oder „Aber jetzt pass auf, weil das ist interessant!“, bevor was Interessantes kommt, obwohl eigentlich nie was nicht Interessantes kommt.
Natürlich hat’s auch Philosophisches wie immer beim Brenner, etwa da … Weiterlesen

 
 

Kategorie:

Gewalt | Literatur

 

10. September 2009 11:56:34

… enthüllt: Ein SOS im Themenpark in Oranienburg

Noch verhüllte große Buchstaben in der Freirauminszenierung "Krassin rettet Italia"

Heute wird in Oranienburg eine Freirauminszenierung enthüllt, eine installative Umsetzung des ältesten erhaltenen Hörspiels Deutschlands, geschrieben von Friedrich Wolf, der in der Nähe des Parks seine letzte Heimat fand. Die Handlung des Hörspiels wird von den dramatischen Ereignissen einer Nordpolarmeerexpedition des Jahres 1928 vorgegeben. Der Park nimmt diese Geschichte spielerisch auf und führt Sie hinaus ins Eismeer, wo die Besucher nun Teil einer in die Jetztzeit übertragenen spektakulären Rettung werden, die damals die Welt in Atem hielt.

Interessant ist die typografische Umsetzung der Geschichte, in der das Medium Radio – damals noch im Aufbruch begriffen – mit großer Technikbegeisterung selbst als Teil der Handlung inszeniert wird. Die wesentlichen Elemente der Geschichte finden sich in abstrahierter Form im Park wieder. So erscheinen z.B. lang gezogene Bankreihen in Form von lesbaren Morsecodes und Buchstaben in vielerlei Form, mit denen die wichtigsten Objekte der Geschichte dargestellt werden. Das Luftschiff ITALIA liegt zerschellt am Boden und der Eisbrecher KRASSIN kämpft sich in einer geraden Schneise zum Absturzort.

Der Park wurde im Büro Beissert und Hengge meiner Schwester Jutta Hengge entworfen. studio adhoc hat mit typografischer Beratung und der Erstellung der Website einen kleinen Beitrag geleistet.

Mehr Hintergründe und Bilder samt eines Videos unter: www.sos-rao-rao.net

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

9. September 2009 23:55:27

… auf der Spur: Das Ypsilanti-Gen

<p>Roland Koch im Angesicht des Ypsilanti Gens</p>

Roland Koch, CDU-Partei Vize und Ministerpräsident in Hessen, wird nicht müde, vor dem, von ihm in die politische Vererbungslehre eingebrachen, „Ypsilanti-Gen“ zu warnen. Was damit ausgedrückt werden soll, braucht nicht groß kommentiert werden (nämlich, dass die SPD im Zweifelsfall doch die Machtoption mithilfe der Partei Die Linke ergreifen würde), aber der Begriff als solcher ist interessant. Warum spricht Koch ausgerechnet von einem Gen? Er hätte es auch „Faktor“, „Charakter“ oder „Krankheit“ nennen können, er aber nennt es „Gen“. Warum?

Wenn etwas durch ein Gen bedingt ist, dann ist es tief im Menschen verwurzelt. Es ist seine Veranlagung. Nach der reinen Lehre der Genetik, kann der Mensch dann nichts dagegen tun, selbst wenn er es wollte. Determiniert und willentlich machtlos ist er seinen Erbanlagen ausgesetzt. Diese Idee führt Koch im Wort, wenn er das Ypsilanti-Gen als Indiz für die grundsätzliche Unglaubwürdigkeit aller Koalitionsabsagen zwischen SPD und der Linken aufführt, ganz egal wie unzutreffend die Grundannahme schon im Bezug auf die Genetik ist. Die SPD habe diesen Gen-Defekt, der im Ernstfall (das ist, wenn CDU und FDP gemeinsam keine Regierungskoalition stellen können), die SPD zum Paktieren mit den Linken zwinge.

Mich erinnert dieses Sprachbild an die Legende vom „Ewigen Juden“ einschließlich der bekannten … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Deutschland | Politik

 

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