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Archiv der Kategorie ‘Friedrichshain-Kreuzberg‘

23. Juli 2010 17:14:11

… voller Raupen: Lindenschwärmer von rechts

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Heute im Görli: Im dichten Verkehr zwischen Joggern, Kita-Kindern und Radfahrern kreuzte eine fette Raupe meinen holprigen Weg. Ich fürchtete das Tier würde die angestrebte Strecke bis zur anderen Seite des Pflasterweges nicht schaffen und wollte es hinübertragen. Als ich die Raupe fassen wollte, schlug sie wild mit dem Schwanzende um sich und aufgrund des leuchtend blau-grünen Stachels am selbigen, habe ich mich nicht getraut, das Kleinfinger-dicke Vieh zu einem der umherstehenden Bäume zu tragen. Außerdem weiß man ja wie kostverächtlich Schmetterlingsraupen sind. Hätte ich die Raupe zum Beispiel zu einer Buche getragen, wäre sie womöglich glatt verhungert, weil einzig und allein Zierkirschenblätter auf ihrem speziellen Speiseplan stehen. Da schadet man dann eher, als dass man hilft. Gibt’s ja alles.

Nach ein bisschen Internet-Recherche weiß ich nun mehr: Der Stachel – alles nur Show! Ich hätte die Raupe einfach zur nächsten Linde tragen sollen, denn Lindenschwärmer gehören zu Berlin, wie Curry-Wurst, Döner und eben Linden.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

8. Juni 2010 18:15:06

… befreiend: Das Flugfeld Tempelhof

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Diese Freifläche ist wirklich beeindruckend. Mitten in der Stadt nichts als Wiesen, die von alten Lande- und Startbahnen zerschnitten werden. Berlin ist ringsherum nur am Horizont zu sehen und fast gar nicht mehr zu hören. Selbst wenn tausende Menschen auf dem Gelände flanieren, radeln oder sonst was machen, trifft man nur vereinzelt auf andere, denn die Menschen verlieren sich einfach in der Weite. In der Nähe zum Columbiadamm sind zwar große Gebiete als Grillflächen ausgewiesen und dementsprechend sieht es dort ein bisschen nach provisorischem Flüchtlingscamp aus, aber man kann ja locker einen Kilometer weiterradeln und ist dann noch immer nicht in der Mitte angelangt.

Das Tempelhofer Feld erscheint fast wie der Bauchnabel der Stadt. Und tatsächlich war die Zeit der Luftbrücke, so etwas wie eine ungeplante aber gewollte Schwangerschaft, in der die Stadt von Mutter Amerika durch eine Nabelschur ernährt und schließlich wiedergeboren worden ist. Vater Sowjetunion wollte das Kind nicht, konnte sich gegen das mütterliche Prinzip langfristig aber nicht durchsetzen. Es kam zur Scheidung mit eingeräumtem Besuchsrecht. Die endgültige Abnabelung in die Selbstständigkeit hätte Berlin dann vielleicht erst jetzt geschafft, nachdem der Flughafen geschlossen ist. Nun steht der Selbst- und Neuerfindung der Stadt nichts mehr im Wege …

Ab morgen fängt das DMY – International Design Festival Berlin in den Hallen des Flughafens schon mal damit an.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

4. Juni 2010 20:56:52

… geklont: Mit „A Number“ kommt im English Theatre Berlin die Welt des Theaters mit der Welt der Wissenschaft zusammen

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Patrick Lanagan, Tomas S. Spencer (Foto: Heiko Orlowski)

Welches Selbstbewusstsein kann ein Klon entwickeln? Lassen sich die Begriffe Person, Persönlichkeit, Individuum in gewohnter Weise aufrecht erhalten, und welchen Einfluss hat Klonen auf das Wesen und Verhalten von Familien, wenn Vater- und Mutterschaft nicht mehr durch die „natürlichen“ Eigenschaften definiert sind und Geschwister genetisch identische Wesen sind?

Alles Fragen, die in dem Theaterstück „A Number“ von Caryl Churchill die Handlung bestimmen: Ein junger Mann entdeckt, dass er nicht einfach nur der Sohn seines Vaters, sondern vielmehr der Klon seines Bruders ist. Er stellt seinen Vater zur Rede und erfährt, dass es in der Familie leidvolle Brüche und Zerwürfnisse gab, noch bevor er als geklonter Sohn zur Welt kam. Der Vater wollte damals einfach eine zweite Chance, wollte das Beste (seinen Sohn) behalten und das Leben ansonsten von vorn beginnen. Durch quälendes Nachfragen entlockt der Sohn, seinem Vater nach und nach weitere familiäre Ungeheuerlichkeiten und die Situation wird immer verfahrener, da immer mehr Brüder ins Spiel kommen, zu denen der Vater teils Kontakt hatte, bzw. dann später, sucht. Tatsächlich wurden neben ihm noch 20 illegale Klone erzeugt, die von unterschiedlichen Müttern ausgetragen, sich in äußerst unterschiedliche Charaktere entwickelten.

Die zwei Schauspieler setzen ihre Akzente sehr unterschiedlich und zueinander spannungsreich. Tomas S. Spencer schlüpft in die Körper von insgesamt drei Klonen, ist als drei verschiedene Personen auf der Bühne. Die Uneinheitlichkeit der theoretisch identischen Menschen wird plausibel. Patrick Lanagan hingegen spielt einen Vater, der sich in seinem eigenen Leben nicht zuhause fühlt, der die Konsequenzen seiner eigenen Entscheidungen kaum begreifen kann.

Das Stück arbeitet gegen vorurteilsbehaftete und durch Science Fictions geprägt Vorstellungen und stellt klar, dass sich der Prozess zur Selbstfindung für einen Klon vermutlich nicht wesentlich anders darstellt, als für jeden anderen Menschen. Die ethisch moralischen Fragen, die das Klonen aufwirft sind eben vorgelagerter, theoretischer Art und nicht im Nachhinein praktisch aufzulösen. Ist der Klon erst einmal am Leben, ist sein Leben nicht von dem eines anderen strukturell unterscheidbar und ganz sicher nicht durch das Leben dessen vorgezeichnet, dessen Klon er ist.

Interessant werden sicher die nach der Aufführung stattfindenden Diskussionen, bei denen sowohl die beteiligten Forscher der FU Berlin unter Leitung von Prof. Regine Hengge wie die Theaterleute des English Theatre Berlin um Direktor und Regisseur Günther Grosser mit mit den Zuschauern ins Gespräch kommen werden.

Hören Sie den Radiobericht auf Deutschlandradio Kultur
Mehr dazu bei DIE ZEIT online …

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

2. Mai 2010 10:07:20

… verstreut: Fluxus im Görli zum 1. Mai

Ausschnitt aus einem Fluxustableau

Am Wochende der Feierlichkeiten zum 1. Mai versammelten sich spontan unzählige Künstler, um eines der größten Fluxusfeste der letzten Jahre zu feiern. Sie haben dabei ganze Arbeit geleistet und ein eigentümlich bezauberndes Gesamttablau hinterlassen (oben ein kleiner Ausschnitt), das sich vom Lausi durch den Görli über den Spreewaldplatz bis in die Reichenberger Straße zieht. Die BSR hielt das Gesamtkunstwerk nicht für erhaltenswert und beseitigte rasch die künstlerischen Spuren, wodurch eine wichtige urbane Position zusehens verwischt wurde.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

7. Juni 2009 17:53:23

… eine Stadt des Designs: DMY – Youngster-Show

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Die Youngsters wirtschafteten in den letzten Jahren besser als die ehemalige Mutterveranstaltung „Design Mai“. Deshalb sind von den vielen Veranstaltungen, die früher in der ganzen Stadt verteilt waren nur noch die unter dem Lable „DMY“ (Design May Youngsters) übriggeblieben. Ich war zur Eröffnung des Festivals in der Arena und sah viele schöne Ideen und Umsetzungen. Für mich ist diese Show ein Trendbarometer für Themen, die Nachwuchsdesigner/innen interessieren.

Meine Einschätzung: Das ganze elende Thema das sich mit der Tag-Cloud „Heimat, Behaglichkeit, Hirschgeweih, Kitsch, Klitzer, Schnitzel“ zusammenfassen lässt ist endlich durch. Allein das werte ich als großen Schritt in die richtige Richtung, denn jetzt werden die Augen wieder nach vorne gerichtet. Ins Blickfeld geraten Materialien, die oft aus den technischen Bereichen kommen, wie zum Beispiel … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

8. Mai 2009 14:52:07

… Ghosted. Ein Film von Monika Treut

> Link zum Trailer

Facettenreicher Tod: Am beeindruckendsten sind die Bilder. Ganz subtil, zwischen die Schichten des Realen geschoben, ungemein präsent und gleichsam transparent: die Geister, die Wesen aus der Zwischenwelt. Nicht die kalten Hände des Todes »begeistern«.»Ghosted« heißt der Film über die Wünsche und Träume, die bleiben, wenn ein Mensch stirbt.
Monika Treut erzählt in ihrer deutsch-taiwanesischen Koproduktion – ihr zehnter Beitrag für das Berlinale Panorama übrigens – eine Geschichte in Hamburg und Taipeh. Ai-ling (Huan-Ru Ke) macht sich auf die Suche nach ihrem mythenumwobenen Vater. Sie glaubt, dies sei nicht der Mann auf dem Foto neben ihrer Mutter, sondern ihr Onkel Chen Fu (Jack Kao), Restaurantbesitzer in Hamburg. Dort, hofft Ai-ling, kann sie das Rätsel ihrer Herkunft lösen. Und dort verliebt sie sich in die Videokünstlerin Sophie Schmitt (Inga Busch). Doch die Romanze ist von kurzer Dauer. Ai-ling kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Sophie reist nach Taiwan, auf den Spuren der Frau, zu der ihre Liebe erwacht, als sie schon nicht mehr lebt. Mei-li (Ting-Ting Hu), ebenso jung, schön und geheimnisvoll wie Ai-ling, heftet sich an Sophies Fersen. Geradezu obsessiv muss sie in ihrer Nähe bleiben. Und folgt ihr: bis nach Hamburg.
Eine verworren-intensive Geschichte mit fantastischen Bildern (Kamera: Bernd Meiners) – aus der konkret-wirklichen Welt und erträumt.
Ghosted“ läuft derzeit in folgenden Filmtheatern: Eiszeit, Hackesche Höfe, Xenon, Neue Kant Kinos
(First published in ND, 11. Februar 2009)

 
 

 

19. April 2009 17:22:40

… auf der Straße: Demo gegen die geplante Verlängerung der A100

Verschiedene Gruppen riefen auf, gegen die geplante Verlängerung der A100 vom Kreuz Neukölln zum S-Bahnhof Treptow zu demonstrieren. Noch bis zum 23. April kann außerdem ordentlich Einspruch erhoben werden. Wie man diesen Einspruch abgibt, steht auf der Website der Bürgerinitiative. Tatsächlich erscheint dieses Vorhaben recht sinnlos und ich hoffe, es wird verhindert.

Ich kann nachvollziehen, dass es verkehrspolitisch angebracht wäre, die A100 nach Osten über die Spree zu verlängern. Durch den bisher merkwürdig abknickenden Verlauf am Kreuz Neukölln nach Süden, ohne effektive Anbindung über Köpenick nach Friedrichshain bzw. Lichtenberg erscheint die Autobahn nicht als Alternative im Ost-West-Verkehr. Deshalb ist die Skalitzer Straße mit der Oberbaumbrücke und ebenso die Elsenstraßenbrücke enorm belastet.

Eine wirklich sinnvolle Alternative (nur verkehrspolitisch betrachtet und ungeachtet der Verluste) wäre es, … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

12. März 2009 19:17:18

… Daniela Comani bei Laura Mars: Gender-Interventionen ganz ohne Geschlechterkampf

Das muss man gelesen haben: „Die Frau ohne Eigenschaften“ von Robert Musil.

Daniela Comani stellt in der Galerie Laura Mars „Neuerscheinungen“ aus. Zu sehen sind eine Menge Buchtitel, die alle einen winzigen Unterschied gegenüber den Originalen haben: Alle Angaben in den Buchtiteln, die sich auf das Geschlecht beziehen wurden umgedreht. Die technisch perfekten Manipulationen sind meist kaum zu bemerken, doch man hat immer das Gefühl, etwas stimmt nicht mit den abgebildeten Büchern, die zusammen so etwas wie den Kanon der Weltliteratur abgeben. Für mich erstaunlich ist, dass die zunächst banal erscheinende Umkehrung, doch eine sehr große Wirkung entfacht. Man fragt sich natürlich sofort, was Musil über „die Frau ohne Eigenschaften“ geschrieben hätte, was „Monsieur Bovary“ erlebt hätte, ob Hemingways Geschichte über die „Old Woman and the Sea“ auch eine Geschichte einer Anglerin geworden wäre, im Kampf um den Marlin und gegen die Kraft der Natur. Es ist nur der berühmte kleine Unterschied und schon steht die Weltliteratur kopf. Kleine Manipulation – große Wirkung.

Leider schon fast wieder vorbei: Noch bis 14. März 2009 bei LAURA MARS GRP.
Sorauer Str. 3, 10997 Berlin

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

11. Januar 2009 20:09:05

… illustre Globalisierung: Jim Avignon und die Gebrüder Metz bei Sakamoto Contemporary

Der Aufstand der Dinge, Jim Avigon und die Gebrüder Metz

Eine Wand, eine Weltkarte, dutzende von kinetischen Pappschaukästen. Globale Abhängigkeiten getriggert von Wii-Controllern, Mikroprozessoren und den dunklen Einflüssen der menschlichen Abgründe. Jim Avignon typisch plakativ, gewitzt und hintersinnig: „Der Aufstand der Dinge – You can’t beat the system.“

Mehr darüber lese man bitte in der sehr gelungenen Beschreibung der Galerie Sakamoto Contemporary und im Blog der Gebrüder Metz.

Noch bis 28. Februar in der Oranienstraße 164 (Ecke Oranienplatz), 10969 Berlin Kreuzberg.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

1. Dezember 2008 17:26:49

… im Breitformat: So weit kein Auge reicht in der Berlinischen Galerie

(Entweder JavaScript ist nicht aktiviert, oder Sie benutzen eine alte Version von Adobe Flash Player. Installieren Sie bitte den aktuellsten Flash Player. )

Wirklich beeindruckende Fotoabzüge gibt es zur Zeit in der Berlinischen Galerie zu sehen. Die Ausstellung „so weit kein Auge reicht“ mit Berliner Panoramen aus den 50er Jahren ist wirklich spektakulär! Besonders die zu langen Fassadenbändern zusammengesetzten Einzelaufnahmen, erzeugen beim Betrachten den Eindruck, als wäre man ein Riese, der die Möglichkeit hat, in der Wiederaufbauzeit nach dem Krieg durch Ostberlin zu wandeln. Es ist nicht nur ein Spaziergang für die Augen, sondern dank der Größe der Bilder (bis zu 7-8 Meter Breite) auch ein tatsächlicher. Dabei ist die Feinheit der Zeichnung der schwarz/weiß Bilder geradzu berauschend. Eine wirklich große Ausstellung!

Noch bis zum 16. Februar 2009.

Auch die Schau „Mutations II – Moving Stills“, in der einige betont langsame Videofilme gezeigt werden begeisterte mich. Besonders die beiden mit einer Hochgeschwindigkeitskamera aufgenommenen Tableaus von Ori Gersht sind ein bildnerisches Erlebnis (das Video oben ist nur ein schnellerer kleiner Ausschnitt). Er baut klassische Stillebenkompositionen, setzt in altmeisterlicher Manier Licht und Farbe und sprengt dann das Tableaux in die Luft. So macht z.B. ein Granatapfel seinem Namen alle Ehre und man kann in einer extremen Zeitlupe dabei sein, wenn sich sein Inneres nach Außen verteilt. Obwohl es vordergründig eine Zerstörung ist, erlebt man gleichzeitig die Erschaffung einer Welt von kurzer Dauer. Ein Urknall, der anschließenden von jemandem weggeputzt werden muss.

Noch bis zum 2. Februar 2009

BG, Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 
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Text ohne Takt
von Joachim A. Buroh

24. März 2010

… auf Empfang

Zutaten für drei Kinder:
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13. November 2009

… qwertz

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3. November 2009

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