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Archiv der Kategorie ‘Friedrichshain-Kreuzberg‘

30. März 2008 16:37:52

… gebrochen: Katastrophenalarm in der NGBK

Alarm bedeutet urspünglich (à l‘armes) „an die Waffen“. Es ist das Signal, um nach einem verheerenden Treffer zum Gegenschlag auszuholen: Mobilisiert alle Kräfte – bekämpft den Feind! Beim Katastrophenalarm ist der Feind natürlich nicht zu fassen und genauso wenig bekämpfbar. Das Feindliche ist die übermächtige Bewegung der Natur und neuerdings die vom Menschen aufgewirbelte Natur. Das Zerstörungspotenzial der Katastrophe wird für uns Menschen allerdings gerade dann sehr schmerzhaft und bedrohlich, wenn sich die Naturkräfte mit ihrem Veränderungsdrang (alles fließt!) gegen das Menschgemachte richten. Dabei ist zu erkennen, dass selbst vom Wind umgedrückte Bäume im Wald, ein Flurschaden (= Kapitalschaden) also, als Zerstörung von bewirtschaftetem Land verstanden werden muss. Es ist die Beschädigung einer Ressource, die gleichsam eine Kulturlandschaft darstellt, die vielleicht sogar gegen Totalverlust versichert ist und irgendjemand muss diesen Schaden begleichen. So eine Gedankenkette (quasi eine Alamierungskette) kann einem in den Sinn kommen, wenn man die Großfotos „Nach dem Sturm/Kyrill“ von Claudia Mucha sieht. Deutsche Landschaft – per Definition romantikverdächtig – im Moment der Zerstörung fotografisch ästhetisiert. … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

17. März 2008 11:06:03

… zugänglich: Hannah Dougherty bei Klara Wallner

Hannah Daugherty Zerberus

Hannah Dougherty, Zerberus, 2008, mixed media on cotton, 140 x 190 cm (Bild von der Website von Klara Wallner)

Schon beim letzten Besuch des Galerien Clusters in der Kochstraße 60 stachen bei Klara Wallner die Bilder von Hannah Dougherty heraus. Nun wird die von der Galerie vertretene Künstlerin wieder mit einer Einzelschau unter dem Titel „The Settlement“ gefeatured. Sie ist ihrem Stil treu geblieben. Gefundene Dinge, Drucke, Zeichnungen, Fotos, Figuren und immer wieder Tierdarstellungen werden zu Bildkompositionen zusammengefügt, die als grafische Entwürfe erscheinen. Hannah Dougherty macht visuelle Kommunikation. Sie will, dass ihre Bilder gelesen werden und sie spielt dem Betrachter dabei eine Fülle von Bedeutungsmöglichkeiten zu. Je nachdem, für welche Gedanken man empfänglich ist, oder nachdem was man selbst mitbringt, erhalten die Bilder eine Bedeutung. Insofern sind es sehr zugängliche Werke.

Motivisch fand ich sehr viel Liebe und vielleicht so was wie ein hinterhältiges Kuschelbedürfnis in den Bildern. Es tummeln sich allerlei Tiere in den Kompositionen, die manchmal ein bisschen … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

10. Januar 2008 12:34:00

… 100 Jahre Tod: Max und Moritz sind dennoch quicklebendig

Max und Moritz, Peter Pankow (rechts) und Torsten Holzapfel (links)

Max und Moritz, Peter Pankow (rechts) und Torsten Holzapfel (links). Foto: Günther G. Feld.

Pünktlich zum hundertsten Todestag von Wilhelm Busch startete gestern die Premiere zu „Max und Moritz“ im Theaterprojektraum F40. F40 ist die gemeinsame Spielstätte von Theater Thikwa und dem Englisch Theater Berlin. Erstmals wurde nun unter der Leitung von Günther Grosser eine gemeinsame Inszenierung auf die Bühne gehievt.

Die Schauspieler im mehr oder weniger festen Ensemble des Theater Thikwa sind mehrheitlich mehr oder weniger behindert. (Oder muss man heutzutage „körperlich-geistig benachteiligt“ sagen?) So auch die beiden Akteure in den Rollen von Max und Moritz Peter Pankow und Torsten Holzapfel, die allein durch ihre äußerlichen Merkmale schon als Idealbesetzung erscheinen. Der eine klein, dick, knuddelig, der andere lang, dünn und eckig. Dergestalt treiben sie ihr Unwesen und werden manchmal von ihrem Wesen getrieben, denn bis ins letzte Detail ist die Theaterarbeit mit den beiden sicher nicht planbar. Das macht aber gerade den Reiz und die Komik …
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Autor:

Magnus Hengge

 

7. Januar 2008 23:10:43

… antialles mit Herz und Verstand: HipHop/Reggae mit Migrationshintergrund

Fayez Faylasuf

Fayez Faylasuf preist seine CD an.

Apropos fliegende Händler: Wir sitzen im sehr angenehmen Avril im Körte-Kiez vor einer recht ansprechenden Nudel mit Flußkrebsen und Butterpaprikastreifen in Pernot-Tomatensauce. Neben uns feiern ein paar vorzeigemäßig integrierte Türken den Geburtstag eines, in einem Wollpulli mit großen Rauten drauf dasitzenden, Attillas, der aus einem seiner Geschenke einen anderen Pulli mit anderen Rauten drauf auspackt und sich sehr darüber freut. Da kommt Fayez Faylasuf an unseren Tisch, der uns mit guter Laune und rollenden HipHop-Lyrics seine CD anpreist. Das macht er nicht ungeschickt und so kaufe ich ihm die signierte und nummerierte Scheibe #3963 (von limitierten 5000) mit dem Titel „Herz und Verstand“ ab. Hip Hop und Reggae sei es, sagt er, gesungen auf … … Weiterlesen

 
 

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Magnus Hengge

 

6. Januar 2008 15:57:27

… Social Cooking Romania: Lebenswelt am Rande Europas in der NGBK

SocialCookingRomania

Blick in die Ausstellung in der NGBK. Man muss viel Zeit mitbringen, wenn man von den vielen Videoarbeiten was mitbekommen will.

Social Cooking Romania in der NGBK ist eine stark dokumentarische Gruppenausstellung. Der Blick der Künstler/innen fällt fast immer ins Soziale Mit-, Für- und Gegeneinander der Rumänen und der dort lebenden ethnischen Minderheiten. Es sind Fotos, Tondokumente und vor allem Filme rund um das Thema Kochen-Essen-Nahrung, anhand derer man viel über die Gesellschaft des neuen EU-Mitgliedslands und dessen Vergangeheit lernen kann.
So habe ich zum Beispiel erfahren, dass es 1954 große Hungerprobleme im Land gab und dass der Bevölkerung mit Sonnenbumen- und Kürbiskernen als Nahrungsmittel geholfen wurde. Das hatte damals zur Folge, dass alle Straßen und Plätze mit Schalen überfüllt waren, was zu dem Folgeproblem des extrem starken Zuwachses von Schädlingen führte. Allerdings fühlten sich die Kürbispflanzen …

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Autor:

Magnus Hengge

 

6. Januar 2008 12:42:49

… glatt und kalt: Zeit für den Themenabend Winterreise

Blonder Engel

Blonder Schutzengel in Ketten wacht mit mäßigem Erfolg über den überfrierenden Gehweg in der Oranienburger Straße.

Es muss vor vier oder fünf Jahren gewesen sein. Die früh einsetzende Dunkelheit arrangierte sich mit einem leichten Temperaturanstieg und auf den noch gefrohrenen Boden fiel allmählich eher Regen als Schnee. Wir fuhren ins Eiszeitkino und schauten uns den Inuitfilm „Atanarjuat – die Legende vom schnellen Läufer“ an. Das großartige Epos komplett in Inuitsprache brachte uns weit weg in eine alte und vor allem eiskalte Welt. Als wir nach dem Film wie benommen auf die Straße traten konnten wir uns kaum auf den Füßen halten. Die gesamten Straßen und Gehwege waren mit einem millimeterdicken Eispanzer überzogen. Wir schlidderten zum Wagen, der zum Glück nur … … Weiterlesen

 
 

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Magnus Hengge

 

5. Januar 2008 16:15:06

… Neue Heimat: Nur noch bis Montag!

Michael Sailstorfer

Michael Sailstorfer – T 72, 2007 – Courtesy Johann König, Berlin – © VG Bild-Kunst, Bonn 2007

Für Alle, die noch nicht dort waren: Die wirklich super interessante Ausstellung in der Berlinischen Galerie „Neue Heimat – Berlin Contemporary“ (siehe Bericht) läuft nur noch morgen und übermorgen. Sie wird übrigens flankiert von der ebenfalls sehenswerten Ausstellunge „Grafik im Licht“. Also: Jetzt oder nie mehr! (Man könnte meinen, ich bekäme was dafür.)

 
 

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Magnus Hengge

 

5. Januar 2008 15:31:14

… freundlich irre: Fliegende Händler nachts in Kreuzberg

Kerzekaufen

Soll nach Orange duften und ist gar nicht bedrohlich auch wenn die Kerze aussieht, als hatte der Verkäufer damit schon so manche siegreiche Schlacht geschlagen.

Wir saßen mal wieder im Semi Lasso in der Pückler Straße vor einem köstlichen Risotto, (gekommen waren wir, weil das Schlesisch Blau in der Köpinicker Straße geschlossen hatte, wobei wir die beiden Wirte vom Schlesisch Blau dann an der Bar des Semi Lasso trafen) und freuten uns darüber, dass wir es alle gesund ins „internationale UNESCO Jahr der Kartoffel“ geschafft hatten, da kam Kerzekaufen rein. Ich weiß leider den Namen des bedrohlich mit extrem langen Kerzen herumfuchtelnden, fliegenden Händlers nicht und darum nenne ich ihn nach seinem markanten und merkwürdig gedehnten Ruf „Kehätze kauffn“. Da ich ihn und die ganzen anderen freundlichen Irren, die abends als Verkäufer durch die Kneipen ziehen (z.B. die Blumenfrau mit irgendwo abgerissenen Zweigen und Blüten, die sie gerne noch mit etwas Lackfarbe besprüht und für hammerharte 5 Euro verkauft, oder die Fee mit den selbstgeschriebenen und meist mysteriösen Kurzgeschichten in Form von geheimnissenvollen Röllchen und nicht zu vergessen der klapprige Alte mit dem wohlsortierten Bauchladen, der sich leider kaum verständlich machen kann) irgendwie mag, hatte ich den Drang Kerzekaufen eines seiner Kerzenmonstren abzukaufen. Er wollte 8 Euro haben, womit er erstens Geschäftssinn bewies, und zweitens dass er einen größeren Wortschatz als nur „Kehärtze kauffn“ hat. Außerdem drohte er mir an, dass die Kerze beim Abbrennen nach Orange riechen würde. Er ist also Duftkerzenhändler! Ich glaube, er sollte unbedingt „Duftkehärtzen zu verkauffn“ rufen, dann würden sich die Menschen, die ihn noch nicht kennen, bestimmt nicht mehr so vor ihm fürchten und das Geschäft gleich viel besser laufen.

 
 

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Magnus Hengge

 

3. Januar 2008 19:55:17

… berühmte Kreuzberger Mischung: Kaffeebohnen mit Migrationshintergrund

Whynachten

Eine Installation von Han Schliephacke. Da wird es einem doch ganz warm ums Herz.

Nochmal Fichtestraße: Schräg gegenüber vom ehemaligen Gasspeicher befindet sich das Café Grundgehalt, das mit wechselnden Ausstellungen die Gäste überrascht. Derzeit noch mit einer Gruppenschau, die sich teilweise thematisch auf Weihnachten bezieht. Das ist mal nett, mal interessant und meistens recht dekorativ in einem Café, wo man ja zum Kaffee und Kuchen hingeht. Und allein das rechtfertigt schon den Besuch, den es gibt leckeren brasilianischen Kaffee. Neben dem dunklen Trunk und der Kunst bekommt man auch noch ein bisschen Ideologie zum Thema Grundeinkommen serviert, denn die Initiatoren … … Weiterlesen

 
 

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Magnus Hengge

 

3. Januar 2008 18:42:58

… in Umformung: Im Fichtebunker wohnen.

Fichtebunker

Das Denkmal vor der Umformung

Es gibt Straßen, von denen ich immer wieder mal allerlei Interessante Sachen höre und trotzdem noch nie dort war. Die Fichtestraße in Kreuzberg ist so eine. Den imposanten ehemaligen Gasspeicher (Fichtebunker), der hier etwas zurückgesetzt steht, sieht man von verschiedenen Richtungen über die Häuser des Kiezes hinweg und über ihn ist letztes Jahr eine heiße Diskussion entbrannt. Auf ihm will die Speicherwerk Wohnbau GmbH Luxuswohnungen bauen und schnell hat sich eine Bürgerinitiative (Gute Geister) formiert, die dagegen ist. Deren Argumente: Der Fichtebunker müsse als Denkmal lebendig erhalten werden und das Bauvorhaben passe nicht in den Kiez. In verschiedenen Zeitungen wurde daraufhin gefragt, wie viel Luxus die Straße vertragen könnte, wobei der Investor sagte, die Interessenten für die geplanten sehr großen und teuren Wohnungen kämen mehrheitlich aus der direkten Umgebung. Das ist kaum verwunderlich, da die berühmte Kreuzberger … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 
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