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Archiv der Kategorie ‘Mitte-Tiergarten-Wedding‘

4. März 2008 12:03:57

… inspirierend: Die Basis des Kochens

 Buchtitel von die Basis Homerus Verlag Kochbuch

Es gibt solche und solche Kochbücher. Welche die mit erdig rustikalen Fotos daherkommen, auf denen alles nach warmem Sommerabend in der Toscana aussieht und meist im Olivenöl schwimmt und welche, bei denen die Fotos in abstrakter Schönheit bis Kühnheit erscheinnen, die Rezepte aber meist so kompliziert sind, bzw. die Zutaten absolut unauftreiblich, dass man über den Anschauungsunterricht nie hinauskommt. Natürlich gibt es auch noch allerlei andere Kochbücher: Die ohne Bilder, die mit Fehlern in den Rezepten, die von Mama, die von Jamie Oliver, bei denen man immer das Gefühl hat, dass man erst selber Kinder zeugen muss, und die für die leichte Küche, doch die alle sollten so wie so niemanden interessieren. Denn vor ein paar Tagen habe ich noch zwei ganz andere gefunden. Zwei kleine, in schwarzes Leinen gebundene Bücher mit glänzendem Goldschnitt und goldener Prägeaufschrift. Das eine „Die Basis“, das andere „Das Produkt“. Völlig klar, warum diese beiden Bücher so aussehen: Sie wollen die Bibeln unter den Kochbüchern sein – quasi Altes und Neues Testatment … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

4. März 2008 11:16:37

… skizzenhaft: 5 Minutes later im KW

5 Minutes Later

Ein Bett von Hans-Peter Feldmann mit dem Titel „…5 minutes later“ (Mixed Media)

Ja es gibt Ausstellungen, die muss man nicht gesehen haben. Eine von der Sorte ist „5 Minutes later“ im KW (Institute for Contemporary Art) in der Auguststraße. Nach der wirklich sehr guten Ausstellung zum Thema Reenactment macht das Haus wohl gerade eine kreative Pause – leider länger als fünf Minuten. Bis auf ein paar Ausnahmen sind alle Arbeiten in der sehr dünnen Ausstellung, Ideenwerke, bei denen es absolut ausreichend ist, wenn man davon erzählt bekommt oder kurz etwas darüber liest. Hingehen zum Gucken kann man sich sparen. Da steht z.B. ein IKEA-Bett mit IKEA-Bettwäsche, das fünf Minuten lang unheimlich künstlerisch belegt wurde und das zerknitterte Ergebnis ist nun namensgebender Teil der Ausstellung. Auf diesem Niveau ist fast alles in den schönen weißen Räumen. Nette Ideen – unnötige Umsetzungen.

Noch bis 09. März 2008

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

11. Februar 2008 00:02:34

… konspirativ: Die transmediale-Ausstellung verstrickt sich im Konzeptionellen

Standard Time von Datenstrudel

Die selbstgebaute Zeit von Datenstrudel.

Medienkunst lebt fast immer von der dahinter stehenden Idee. Schade, wenn man nichts davon mitbekommt. Glücklicherweise erschlich ich mir (unwissentlich!) die Dienstleistung einer Führung durch die transmediale-Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt, denn nach einem ersten eigenen Rundgang blieben doch die allermeisten Arbeiten für mich im Unklaren. Nun könnte dies bei dem Grundthema „conspire“ ja sogar gewollt sein, doch stellt sich die Frage nach dem Sinn einer Ausstellung, wenn die meisten Besucher (den Anderen ging es genauso – ich fragte einige) aus der Konspiration des Verstehens ausgeschlossen werden. Die Tür zur wissenden Gruppe kann in dieser Ausstellung nur durch die Vermittlung eines „Mediaguides“ geöffnet werden, wenngleich auch dieser meist nicht wirklich zur umfassenden Auskunft befähigt ist, da auch dem Team kaum Informationen aus den Händen der Künstler zur Verfügung steht. Überhaupt scheint es einige organisatorische Probleme bei der Zusammenstellung gegeben zu haben. Bei einer Arbeit fehlte während der ersten Tage die notwendige Datenbankverbindung, bei einer anderen … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

25. Januar 2008 19:31:21

… nazifiziert: Jonathan Meese und Georg Baselitz bei CFA

meeseausstellung.jpg

Photo: Jan Bauer von der CFA-Website

Die beiden sehr deutschen Künstler Georg Baselitz („der Alte“) und Jonathan Meese („der Junge“) haben beide an einem 23. Januar Geburtstag. Welch gute Idee, an diesem Tag eine Vernissage mit beiden in einer Kombinationsausstellung zu machen, zumal es durchaus mehr Parallelen in ihren Arbeiten gibt, als nur den gemeinsamen Geburtstag. Zwei Künstler als Exemplare zweier Generationen, die sich tatsächlich auch generationstypisch generieren. Vorbilder ihrer Zeit sind sie, malen deren Abbilder, in die ähnliche Nachbilder vergangener Zeiten hineinblenden.

Es scheint so, als könnte sich der deutsche Künstler nur im Spannungsfeld zu Hitler definieren. Diese Ausgeburt des Bösen, die selbst als Künstler begonnen hat, und die in ihrem weiteren Verlauf eine Saite im deutschen Volkskörper zum Schwingen brachte, deren Nachhall noch lange nicht verklingen wird. Alle Deutschen sind sensibel auf diesen Misston und Künstler (besonders männliche) sind es noch viel mehr. Bist du Deutscher und Künstler musst du darüber nachdenken, was die Kunst unter dem Leitbild des Deutsch-Sein angerichtet hat. Der nationalsozialistische Faschismus als reale Ausformung einer Ideolgie steht quasi als Extremstumsetzung einer Kunstwelt am einen Ende des Möglichkeitenfeldes von konzeptionellen Entwürfen. Sowohl Baselitz in jungen Jahren, wie auch Meese in seinen jetzigen selbigen, scheinen auszuloten, wo ihre Positionen in diesem Feld liegen. Weil die anderen Pole oder Eckpunkte im Spannungsfeld der Menschlichkeit (oder Menschhaftigkeit) viel schwieriger … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

11. Januar 2008 13:21:32

… eine künstlerische Wiederholung: History Will Repeat Itself im KW

Artur Żmijewski, 8006

Artur Żmijewski, 80064, video still, 2004, Copyright: Artur Zmijewski

Schon mal was von „Reenactment“ gehört? Ich war nicht wirklich vertraut damit, aber mit Reenactments (Wiederaufführungen) werden in letzter Zeit sehr interessante, künstlerische Experimente zwischen Selbsterfahrung, Gesellschaftsspiegelung, Geschichtsaneignung, Therapie, Konfrontation, Erinnerung und Manipulation durchgeführt.

Die Ausstellung „History Will Repeat Itself“ im KW (leider schon fast vorbei) ist eine Zusammenfassung unterschiedlicher Praktiken des Reenactments aus verschiedenen Zeiten. Man bekommt den geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang erklärt und kann sich (muss sich) ausführlich mit den vielen Exponaten, die fast immer in Form von Videofilmen in Kombination mit einer Installation vorliegen, widmen. Die Kuratorinnen Inke Arns, Gabriele Horn und Co-Kuratorin Katharina Fichtner haben diese Kunstströmung sehr gut erfasst und angenehm präsentiert.

Unter den Arbeiten finden sich einige wirklich verstörende Experimente. So zum Beispiel die Dokumentation von Artur Żmijewski, der einen alten Mann, der zur Nazizeit im Konzentrationslager eingesperrt war und davon noch die tätowierte Lagernummer auf dem Unterarm trägt, überredet, sich diese Nummer auffrischen zu lassen. Der Film zeigt …

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Autor:

Magnus Hengge

 

5. Januar 2008 13:24:13

… am Kupfergraben: David Chipperfield, Damien Hirst und Walter Pichler in Heiner Bastians Stadthaus für die Kunst

Hirst - Pills

Pillen als Antwort auf die Bibel: Damien Hirst.

Ein gebauter Kunsthybrid: halb Galerie, halb privates Museum. Heiner Bastian (Ex-Kurator des Hamburger Bahnhofs) hat sich mit seiner Frau Celine von David Chipperfield einen regelrechten Kunstpalast bauen lassen. Allein die enorm hohen Räume über die gesamten Geschossflächen lassen den kantigen Bau erhaben wirken. Aus riesigen Fensterfronten sieht man hinaus über die Museumsinsel zum neuen Museum und hinüber zum Lustgarten. Drinnen sieht man international renommierte Kunst: In der Galerie „Contemporary Fine Arts“, die sich über Erdgeschoss und den ersten Stock erstreckt, wird Walter Pilcher gezeigt. Das Museum Bastian startete mit einer Damien Hirst Ausstellung, die der Sammler ganz aus eigenen Beständen gefüllt hat.

Hat man es geschafft, sich an der Tür mit Klingelzeichen bemerkbar zu machen, wird man einzeln eingelassen und es sind nur noch wenige Schritte bis zur Eingangstür der Galerie Contemporary Fine Arts (CFA). Im Erdgeschoss wird man mit älteren Arbeiten des österreicher Künstlers Walter Pichler empfangen: merkwürdige TV-Helme, Klangräume zum Aufsetzen und pneumatische Räume. Es geht um die mögliche Expansion des Körpers … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 
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