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Archiv der Kategorie ‘Alltägliches‘

1. November 2009 22:59:29

… gebastelte Erinnerung: Thomas Demand konstruierte eine Nationalgalerie in der Nationalgalerie

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Thomas Demand „Studio“, 1997; C-Print, 183,5 x 349,5 cm; © Thomas Demand, VG Bild-Kunst, Bonn 2009

Thomas Demand und sein Helferteam konstruieren und inszenieren Modelle aus Papier und Pappe, manchmal ergänzt durch ein bisschen Kunstoff oder einen vorsichtigen Aufdruck. Ich sehe die kunstvollen Bastelarbeiten als Modellversuche, mit denen Demand versucht eine stimmige, kollektive Erinnerung der deutschen Baby-Boomer-Generation zu erhalten. Eine Erinnerungskonstruktion, auf die sich viele einigen können. Details, die für einzelne in einem Moment von Wichtigkeit (gewesen) sein mögen, werden zu Gunsten des für alle stimmigen Gesambildes weggelassen. Die so erzeugten Simulationen, die als gigantische Fotoprints in der Ausstellung zu sehen sind, sind schlecht geeignet für Abbilder von individuellen Erfahrungen, sondern eher für gesellschaftliche Projektionen. Über die Bildbauten wird visionär in die Vergangenheit eine Erinnerung konstruiert. Es wird so lange daran gebastelt, bis die Erinnerung in einen erfassbar logischen und ungebrochenen Plot bis zur Gegenwart passt. Das entspricht genau unser aller Gehirntätigkeit beim Prozess des Erinnerns wobei jeder weiß, dass man sich noch nicht einmal auf die eigenen Erinnerungen bei einer Analyse des zweifelsfreien Wahrheitsgehaltes verlassen kann. Thomas Demand lügt uns also eine Erinnerung vor, die uns plausibel vorkommt. Verführt durch die warme Künstlichkeit der Papieroberflächen hat man das Gefühl, man könnte die vorgelegten Erinnerungen in die Hand nehmen, um eigene Gedanken auf den Blättern zu notieren. So kann das Bild zur Gedankenvorlage werden. Doch genau diese leichte Zugänglichkeit über das eigene Basteln mit Papier erschwert vielleicht auch die Beschäftigung mit den Themen der Ausstellung. Ständig stehen Leute vor den Bildern, die darüber diskutieren, wie man wohl das Sitzpolster des Stuhls hier oder den Wasserspiegel in einer Tasse dort aus Papier basteln könnte. Auf dieser Ebene verkommt die Bildgestaltung des Thomas Demand zur Masche. Zum Glück sind die Bilder und Themen stark genug, um sich gegen diesen Vorwurf durchzusetzen.

Alles Offizielle auf der Sonderseite zur Ausstellung …
Artikel über die Ausstellung bei Spiegel online …
Noch bis 17. Januar 2010

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

28. Oktober 2009 13:40:16

… fast vergessen: Auch über Polen flohen 1989 viele aus der DDR

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Die Freudenfeste zum Fall der Mauer vor 20 Jahren sind vielfältig. Im Kino Arsenal wird am 6. November um 19.00 Uhr der Dokumentarfilm „Tschüss DDR! Über Warschau in die Freiheit.“ gezeigt, der einen inzwischen fast vergessenenen Aspekt im finalen Zusammenbruch des staatlichen Sozialismus beleuchtet.

Im Spätsommer 1989 wagten Zehntausende die Flucht über den Osten in den Westen. Der Film erzählt die kaum bekannte deutsch-polnischen Geschichte des Wendejahrs, als DDR-Bürger nicht nur über die westdeutschen Botschaften in Prag und Budapest ausreisten, sondern auch über Warschau den Weg in die Freiheit suchten. Im  55-minütigen Dokumentarfilm des Regisseurs Krzysztof Czajka erzählen erstmals die damaligen Botschaftsflüchtlinge ihre Erlebnisse. Auch politische Zeitzeugen kommen zu Wort. So erzählen der erste nichtkommunistische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki und sein Außenminister Krzysztof Skubiszewski über die schwierigen Verhandlungen der polnischen Regierung mit Ostberlin, um das deutsch-deutsche Drama möglichst konfliktarm zu lösen.

Der Film wird mit deutschen und polnischen Untertiteln gezeigt.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Alltägliches

 

18. Oktober 2009 19:46:46

… verklickt: Manu Koch verehrt Che

Klicke gerade so bei der Süddeutschen herum, sehe ich in der Rubrik „Jetzt rede ich“ diese leicht verwirrende Wort/Bildkombination. Der Mann auf dem Bild muss ein echter Rocker sein?!

<br />

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Alltägliches

 

7. Juni 2009 18:16:10

… sicher poetisch

Poesie zu vermieten und alarmgesichert

In Travemünde auf dem Priwall gibt es einen Ort, an dem das Gute und Schöne auf dem sicheren Posten ist.

„Poesie“ „zu vermieten“ (im Fenster) und „alarmgesichert“ (neben der Dachrinne).

Die kleineren Schilder sind leider nicht mehr lesbar bei der Aufnahme mit meiner HandyCam. Sollte ich ein besseres Handy brauchen? Welch unpoetischer Gedanke …

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

6. Juni 2009 20:34:18

… ein winziger Teil der Welt: HOME

Landwirtschaft in der Wüste von Saudiarabien.

Auf YouTube wird derzeit ein Film promotet, mit dem inhaltlichen Fokus auf den Kreislauf des Wassers und der Umformung von Energie auf unserem Heimatplaneten. In „HOME“ von Yann Arthus-Bertrand werden einige physikalische Grundgesetze emotional aufgeladen und als Basisbewusstsein des Umweltschutzes vermittelt. So zum Beispiel, dass jeder Tropfen Wasser eine endlose Geschichte hinter sich hat. Die selben Wassermoleküle, die wir heute trinken oder durchs Klo spülen wurden schon von den Dinosauriern getrunken und ausgeschieden und künftige Lebensformen werden wieder die gleichen Moleküle durch ihre Körper fließen lassen. Ganz einfach deshalb, weil die physikalische Menge der Wassermoleküle immer die selbe bleibt – immer in den drei Aggregatzuständen Wasser, Dampf oder Eis. Alles auf der Erde ist miteinander verbunden und alle Energie kommt ursprünglich von der Sonne.
Der Film zeigt beeindruckende Bilder, begleitet von einem gesprochenen Vortrag, der mit statistischen Zahlen durchsetzt ist und uns nahelegt, … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Alltägliches | Kino

 

22. Mai 2009 21:05:48

… inspiriert: auf der TYPO Berlin 2009 »SPACE«

Im Moment läuft die 14. Internationale Designkonferenz TYPO Berlin 2009, die sich in diesem Jahr dem Thema »SPACE« widmet. (studio adhoc macht auch in diesem Jahr das gesamte Design für den Event, vom Logo, über die Website bis hin zu Konferenztaschen und dem Bühnebild, einschließlich Intro-Trailer usw.) Heute Abend habe ich im Vortrag von Mario Lombardo zwei Sachen gehört, die mir – so habe ich jedenfalls gerade das Gefühl – wichtig werden. 1. „Wenn wir das deutsche Grafikdesign voran bringen wollen, dann geht das nur über Autorenschaft.“ 2. (als Motto und Vorsatz:) „Leidenschaft, Bedeutung, Intelligenz“.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

8. Mai 2009 14:52:07

… Ghosted. Ein Film von Monika Treut

> Link zum Trailer

Facettenreicher Tod: Am beeindruckendsten sind die Bilder. Ganz subtil, zwischen die Schichten des Realen geschoben, ungemein präsent und gleichsam transparent: die Geister, die Wesen aus der Zwischenwelt. Nicht die kalten Hände des Todes »begeistern«.»Ghosted« heißt der Film über die Wünsche und Träume, die bleiben, wenn ein Mensch stirbt.
Monika Treut erzählt in ihrer deutsch-taiwanesischen Koproduktion – ihr zehnter Beitrag für das Berlinale Panorama übrigens – eine Geschichte in Hamburg und Taipeh. Ai-ling (Huan-Ru Ke) macht sich auf die Suche nach ihrem mythenumwobenen Vater. Sie glaubt, dies sei nicht der Mann auf dem Foto neben ihrer Mutter, sondern ihr Onkel Chen Fu (Jack Kao), Restaurantbesitzer in Hamburg. Dort, hofft Ai-ling, kann sie das Rätsel ihrer Herkunft lösen. Und dort verliebt sie sich in die Videokünstlerin Sophie Schmitt (Inga Busch). Doch die Romanze ist von kurzer Dauer. Ai-ling kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Sophie reist nach Taiwan, auf den Spuren der Frau, zu der ihre Liebe erwacht, als sie schon nicht mehr lebt. Mei-li (Ting-Ting Hu), ebenso jung, schön und geheimnisvoll wie Ai-ling, heftet sich an Sophies Fersen. Geradezu obsessiv muss sie in ihrer Nähe bleiben. Und folgt ihr: bis nach Hamburg.
Eine verworren-intensive Geschichte mit fantastischen Bildern (Kamera: Bernd Meiners) – aus der konkret-wirklichen Welt und erträumt.
Ghosted“ läuft derzeit in folgenden Filmtheatern: Eiszeit, Hackesche Höfe, Xenon, Neue Kant Kinos
(First published in ND, 11. Februar 2009)

 
 

 

19. April 2009 17:58:15

… gefördert: Designkritisches Schreiben wird prämiert

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Seit einigen Jahren gibt es den sehr bemerkenswerten bf-Preis, mit dem das Erarbeiten von designkritischen Texten gefördert wird. Junge Gestalter aller Designrichtungen sind aufgefordert, Texte einzureichen, zur kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Themen des Designs. Die Themen können dabei frei gewählt werden.

Mit dem Preis sollen Design-Studierende und -Absolventen gefördert werden, deren Texte einen inhaltlichen und stilistischen Beitrag zu einem Design-Diskurs leisten, indem sie

  • ein tieferes Verständnis der Disziplin Design innerhalb des Fachs und der Öffentlichkeit herstellen helfen,
  • ein akutes Problemfeld wirklichkeitsnah und verständlich darstellen,
  • die Beziehung von Design und Gesellschaft in Gegenwart oder Zukunft untersuchen und ausleuchten,
  • einer brisanten Fragestellung couragiert und inspirierend nachgehen.

Die Arbeit des Preisträgers wird im Schweizer Niggli-Verlag als eigenständiges Buch in der 2006 initiierten Reihe »bf-preis. Designkritische Texte« veröffentlicht.

Ist doch super! Also mitmachen!

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Alltägliches

 

19. April 2009 17:22:40

… auf der Straße: Demo gegen die geplante Verlängerung der A100

Verschiedene Gruppen riefen auf, gegen die geplante Verlängerung der A100 vom Kreuz Neukölln zum S-Bahnhof Treptow zu demonstrieren. Noch bis zum 23. April kann außerdem ordentlich Einspruch erhoben werden. Wie man diesen Einspruch abgibt, steht auf der Website der Bürgerinitiative. Tatsächlich erscheint dieses Vorhaben recht sinnlos und ich hoffe, es wird verhindert.

Ich kann nachvollziehen, dass es verkehrspolitisch angebracht wäre, die A100 nach Osten über die Spree zu verlängern. Durch den bisher merkwürdig abknickenden Verlauf am Kreuz Neukölln nach Süden, ohne effektive Anbindung über Köpenick nach Friedrichshain bzw. Lichtenberg erscheint die Autobahn nicht als Alternative im Ost-West-Verkehr. Deshalb ist die Skalitzer Straße mit der Oberbaumbrücke und ebenso die Elsenstraßenbrücke enorm belastet.

Eine wirklich sinnvolle Alternative (nur verkehrspolitisch betrachtet und ungeachtet der Verluste) wäre es, … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

17. April 2009 23:02:45

… religiös bedenklich: Günter Jauch und andere Promis liegen freilich voll daneben

<br />

Lassen Sie sich nicht kirre machen!

Selbst mein im Allgemeinen sehr lebenskompetenter Nachbar, war von der Flut der freiheitlichen Plakatbotschaften im Berliner Stadtbild verwirrt. Was ist denn nun freiwillig, oder soll freiwillig werden? Was bedeutet freie Wahl? Was meinen die mit Pflicht, Wahlpflicht oder freiwilligem nebeneinander? Wer ist eigentlich wer und will was genau? Was bedeutet es mit Ja zu stimmen und was mit Nein?

Die Initiative Pro Reli hat es wirklich geschafft, die Stadt und ihre Bürger/innen mit einem Thema den Kopf zu verdrehen, das zum Glück bisher eher randständig war und es sicher nach dem 26. April auch wieder sein wird. Sie haben es fertig gebracht, genug Unterschriften zu sammeln, um die Berliner Gesamtgesellschaft zu einem Volksentscheid an die Urnen zu nötigen, um darüber abzustimmen, wie genau eine Detailregelung im Lehrplan der Berliner Schulen gestaltet werden soll.

Also, worum geht es eigentlich: Bisher wird in Berlin (anders und fortschrittlicher als in anderen Bundesländern) für alle Schulkinder ein Fach „Ethik“ gegeben, in dem die für alle Bürger gemeinsam geltenden Werte ihres Gemeinwesens gelehrt werden. In diesem Fach findet eine „Werteerziehung“ statt, die dazu führen soll, das alle zu mündigen und partizipierenden Mitgliedern der demokratischen Gesellschaft werden (können). Wie sollte man etwas dagegen haben (können)? (Siehe Artikel in der Süddeutschen Zeitung.)

Weil dieser Ethikunterricht für alle Kinder ein Pflichtfach ist und der konfessionelle Religionsunterricht an Berliner Schulen hingegen nur freiwillig und zusätzlich besucht werden kann, versuchen nun einige religiöse Gruppen (nicht alle!) den Religionsunterricht als gleichwertige Alternative zum Ethikunterricht zu positionieren. Die von ihnen gewünschte Regelung sieht die sogenannte „Wahlpflicht“ vor, wobei sich dann jedes Kind entscheiden müsste, ob es Ethik oder einen konfessionellen Religionsunterricht besuchen will. Tatsächlich werden natürlich die Eltern für die Kinder entscheiden, weshalb der Begriff „freie Wahl“, der nun überall auf den Plakaten von Pro Reli zu lesen ist, den Kindern wie Hohn in den Ohren klingen muss. „Freie Wahl“ im Sinne von Pro Reli bedeutet also, dass Eltern ihren Kindern vorschreiben werden, dass sie gefälligst den Glaubensunterricht über sich ergehen lassen, der den Glauben der Eltern lehrt. Das nennt Pro Reli dann Wertevermittlung und Klärung der eigenen Wurzeln.

Es ist das Ziel der religiösen Lobbyarbeit, uns allen einzureden, dass der Ethikunterricht in Opposition zum Religionsunterricht stehe. Ethikunterricht soll als Unterricht gegen Religionszugehörigkeit positioniert werden und man will uns glauben machen, dass sich darin eine intolerante Haltung des Staates gegenüber Religionen vermittle. Das ist natürlich gänzlich unwahr und genau das Gegenteil ist der richtig. Im Fach Ethik werden die demokratischen Grundwerte des Zusammenlebens vermittelt, so dass ein Tolerantes und respektables Miteinander und interkulturelles Verständnis möglich wird.

Man gehe also bitte den Konfessionellen mit ihrem „freie-Wahl-Gequatsche“ nicht auf den Leim:

Mit Ja stimmen bedeutet, man ist auf der Seite der Religiösen und will die Wahlpflicht zwischen konfessionellem Unterricht und Ethik einführen, was dazu führt, dass nicht mehr alle Kinder die für alle Staatsbürger gemeinsam geltenden Werte ihres Gemeinwesens gelehrt bekommen.
Mit Nein stimmen bedeutet, man ist auf der Seite der Demokraten und will an der bestehenden Regelung des Ethikunterichts für alle Kinder plus freiwilligem, zusätzlichen Kofessionsunterricht festhalten.

Die Ja-Stimme führt also dazu, dass der auch jetzt schon stattfindende Bekenntnisunterricht … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 
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