Was soll man sagen? Krautrock ist wieder voll da!
Als Techno noch nicht benannt und Elektro noch verträumt war …
Was soll man sagen? Krautrock ist wieder voll da!
Als Techno noch nicht benannt und Elektro noch verträumt war …
Vor ein paar Tagen war ich bei dem Unterstützerfest für Joachim Gauck im Radialsystem. Es war ein Fest von Demokraten, die gemeinsam ein Zeichen setzen wollten, dass Deutschland ein Bundespräsidenten verdient hat, der jenseits der parteipolitischen Ränkespiele Respekt, Würde und Haltung hat und genießt. Herr Gauck wäre in diesem Sinne natürlich zweifellos ein hervorragend geeigneter Kandidat, der auf diesem Fest von vielen Künstlern mit höchst unterschiedlichen Beiträgen gefeiert wurde.
Sehr gefallen hat mir bei der Veranstaltung, dass nicht am grundsätzlichen Wahlsystem gerüttelt wurde, denn tatsächlich wäre das jetzt wieder Mal diskutierte Direktwahlverfahren für den Bundespräsidenten, eine ganz schiefe Regelung. Wir bekämen ein laut Satzung praktisch machtlosen Bundespräsidenten gestützt durch ein extrem starkes Plebiszit. Das Resultat wäre eine Art lebender Volkskummerkasten auf Präsidentialniveau. Das kann nur zu großer Frustration führen, denn entweder müsste der Präsident als Volkes Stimme permanent gegen die Regierung oppunieren, was er laut unserer Verfassung überhaupt nicht darf, oder seine Aufgabe wäre es, das Volk ruhig zu halten, indem er zwischen Politikern und Wahlvolk als Stimmungspuffer abfedert. Beides wäre für alle Seiten sehr unbefriedigend.
Den einzigen Aussetzer des Abends leistete sich Jochen Sandig (Mitbegründer des Radialsystems), der „zwanzig Jahre danach“ eine Art neue Revolution witterte und sich diebisch freute, selbst das von ihm ausgemachten Epizentrum einer Bürgerbewegung zu bilden. Genau das war es eben nicht!
Nun heute wird tatsächlich wie gehabt indirekt gewählt und im ersten Wahlgang hat Wulf gerade mal 600 Stimmen bekommen. Das heiß 44 Stimmen aus dem Koalitionslager stehen nicht hinter ihrem Kandidaten. Noch ist es eigentlich undenkbar, dass Gauck tatsächlich im dritten Wahlgang gewählt würde, denn die Linke kann und will sich nicht mit dem Kandidaten Joachim Gauck anfreunden. Sie halten den Kandidaten für unwählbar und stehen kadermäßig geschlossen hinter Lukretia Jochimsen.
Als die Kandidaten aufgestellt wurden, habe ich mich gefragt, wie ein unumstritten honoriger Mann wie Joachim Gauck eine solche Kandidatur überhaupt annehmen kann. Ich habe erwartet, dass er als Kandidat, (ebenso wie vorher Gesine Schwan) ohne viel Rauch zu machen, verbrannt würde. Doch diese Einschätzung habe ich in den letzten Wochen deutlich revidiert. Man kann feststellen, dass die Kandidatur und die breite Unterstützung in der Bevölkerung für Herrn Gauck, seine Reputation enorm gesteigert hat und fast noch wichtiger, die Kandidatur hat tatsächlich die Achtung vor dem Amt des Bundespräsidenten gestärkt, wenn nicht überhaupt erst wieder hergestellt (nach dem kläglichen Abtreten des letzten). Dies zeigt wie Amt und Person sich gegenseitig bestärken könnten, wenn die richtige Person ins Amt käme.
Da ich es derzeit nur in gerigem Maße schaffe, am kulturellen Leben der Stadt teilzunehmen, und schon gar nicht mehr, darüber zu schreiben, versuche ich es mal wieder mit einem politischen Beitrag.
Horst Köhler tritt als Präsident der Bundesrepublik Deutschland zurück, weil er, wie er selbst sagt, mit seinem Amt nicht ernst genommen würde. Das ist gerade insofern erstaunlich, weil er mit einem einzigen (zugegeben sehr langen) Satz, richtig Feuer in die politische Diskussion rund um die Auslandseinsätze der Bundeswehr gebracht hat. Wenn man von anderen nicht ernst genommen wird, ist denen doch meist auch egal, was man erzählt. Das kann nicht der wahre Grund für seine Entscheidung sein.
Horst Köhler sagte: „In meiner Einschätzung sind wir insgesamt auf dem Wege, in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe, mit dieser Außenhandelsabhängigkeit, auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren – zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch negativ auf unsere Chancen zurückschlagen, bei uns durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Alles das soll diskutiert werden – und ich glaube wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“ (Quelle: Bundespräsident Köhler auf dem Rückflug von Afghanistan nach Berlin gegenüber dem Deutschlandradio, 21.05.2010)
Nun wurde vielerorts mit Unverständnis reagiert, die Wortwahl wäre unglücklich, er müsse sich entschuldigen usw. Doch was soll an seiner Aussage denn falsch oder unzumutbar oder gar gefährlich sein? Tatsächlich ist doch weder neu noch geheim, dass die Bundeswehr unsere deutschen Interessen verteidigt. Jeder weiß es, dafür haben wir sie. Und vermutlich weiß auch jeder, was unsere Interessen sind. Man muss nur kurz ins Grundgesetz blicken und erkennt alsbald ein paar zentrale Zielnennungen: Rechtstaatlichkeit, Freiheit, Wohlstand unter der Prämisse der sozialen Markwirtschaft. Was die Bundeswehr verteidigt ist also natürlich auch unsere Handelsfähigkeit. Soweit alles bekannt – kein Grund für ein Rücktritt! Der Mann hätte einfach genau so weiter machen können, sein Ansehen in der Bevölkerung hätte er auf diesem Kurs eher gestärkt.
Nein, Köhler scheint zutiefst beleidigt, dass überhaupt Kritik gegenüber seinen Äußerungen aufkommt. Er sieht keinen Unterschied mehr zwischen sich und seinem Amt. Wenn eine seiner Aussagen kritisiert wird, hält er das für eine Art Hochverrat, mit dem sein Amt und damit er selbst beschädigt wird. Für ihn gibt es nur noch eine in sich geschlossene Entität: er als Mensch, seine Worte, sein Amt, die präsidialen Botschaft, sein Geist, seine Fürsorge. Er ist kurz davor, sich als gottähnlichen Präsidenten zu verstehen, bemerkt aber gerade noch beschämt, dass ihm die allgewaltige Macht fehlt, (die sich altertümliche Herrscher von Gottes Gnaden noch autosuggestiv beschaffen konnten) um die schwatzenden Nebengottheiten in den politischen Kreisen zum Schweigen zu bringen. Ihm bleibt nur der Weg der Autoaggression. Köhler legt nicht nur ein Amt nieder, und kündigt damit nichts weiter als einen Job – nein, er zerstört sich selbst. Er will den Heldentod, öffentlich, empört und schmerzerfüllt. Ich hoffe nur, er hat nicht die geheime Vorstellung, uns damit von irgendetwas zu erlösen.
Man kann nur hoffen, dass er einen guten Therapeuten findet.
Tagesschau zum heutigen Geschehen
Der Film Boxhagener Platz von Matti Geschonneck wird auf den Plakaten als „Heimatfilm“ vermarktet und auf den ersten Blick könnte man denken, das hätte so seine Richtigkeit. Es wird richtig schön ostig berlinert, es gibt eine Liebesgeschichte, man isst deftig und mault ordentlich. Also allet jut, wa – trinkwa noch een. Aba nee, haltma: Dit is ja der Osten! Und ooch noch 1968. Dit macht die Jeschichte nu nich einfacher.
Ich habe den gleichnamigen und autobiografisch beeinflussten Roman von Torsten Schulz nicht gelesen, aber da er selbst auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat und mit Matti Geschonneck einen sensiblen Regisseur gefunden hat, der ungefähr auf der gleichen Wellenlänge schwingt, nehme ich an, der Film ist so, wie es sich die Macher gewünscht haben. Ich glaube es geht ihnen um die Darstellung des lebendigen Kontrastes zwischen Privatheit und Öffentlichkeit (bzw. Staatlichkeit) – ein großes Thema all derer, die gerne über 1968 schreiben und reden.
In jenem Jahr wurden die politischen bzw. gesellschaftlichen Systeme in Ost und West in Frage gestellt, Kommunismus und Kapitalismus stehen in unterschiedlichen revolutionären Prüfungen, aber die beiden Seiten werden doch vom selben Beben erschüttert. Der Film schaut dabei konsequent aus dem Privaten ins Öffentliche, in dem er beobachtend an der Seite des jüngsten Mitglieds der Familie bleibt: Der Enkel „Holger“ begleitet seine Oma „Otti“ (großartig gespielt von Gudrun Ritter), die sich noch vor dem Ableben ihres fünften Mannes, den sie in einem Nebenzimmer verstaut hat, in den alten Spartakusbund-Kämpfer „Karl Wegener“ (ungewöhnlich konzentriert gespielt von Michael Gwisdek) verliebt. Je oller, je doller sagt ihre Tochter (Meret Becker) und alle fragen sich, wie die Oma das macht, dass sie immer neue Männer bekommt, die dann auch noch so praktisch versterben, wenn man sie los haben will, oder die Liebe eben wieder verflogen ist. Doch obwohl im Laufe des Films zwei alte Männer sterben (einer wird sogar ermordet), ist es kein Krimi. Es ist eher ein Gesellschaftsbild, das in Sepia gefärbt und als Komödie getönt, zeigen will, wie die DDR durch seine Organe (Stasi, Schule, Polizei) als Staatsmacht in das Leben seiner Bewohner einwirkte. Die Menschen mussten sich allein durch den Einordnungsdruck irgendwie zum „System“ positionieren. Wobei in der DDR leben zu lernen bedeutete, allzeit und überall zwischen privater und öffentlicher Einstellung unterscheiden zu lernen. Das legt zumindest der Film nahe und der aufwachsende Holger hat so seine Probleme mit den allgegenwärtigen Halblügen. Die einzige, die von all dem unbeschadet und quasi völlig unberührt von irgendwelchen staatlichen Ordnungsprinzipien ihr Leben eigenmächtig führt, ist Oma Otti. Darum ist die Frage, wie sie das mit den Männern macht, eigentlich die Frage nach dem Geheimnis, wie sie es macht, sich nicht gegenüber der Staatlichkeit zu positionieren, und mit diesem Kunststück auch nicht von deren Organen berührt zu werden.
Leider sind die Außenaufnahmen zum Teil im Studio Babelsberg in der völlig abgenudelten „Berliner Straße“ gedreht, die einfach nie authentisch wirkt. Langsam verschwimmen die vielen hier gedrehten Szenen der verschiedenen Filme zu einem allgemeinen psydo-städtischen Idyll, das gegen jegliche Speilfilmhandlung gefeit zu sein scheint. Es zwängt sich der Eindruck auf, dass das alte Berlin von ca. 1900 bis 1970 nur aus zwei Straßenecken bestand, in denen sämtliche geschichtlichen Tragödien der Deutschen stattfanden ohne nur die geringsten Spuren zu hinterlassen. So intensiv die Schauspieler diesen Ensemble-Film prägen, so lau sind die (zum Glück nicht all zu häufigen) Außenaufnahmen im Studio. Darum: Bitte liebes Studio Babelsberg: Baut endlich eine neue Berliner Straße mit mindestens 3 neuen Ecken, die nicht in diesem unverwechselbaren schrägen Winkel in die Tiefe fluchtet, den wirklich jeder mit ein bisschen räumlichem Vorstellungsvermögen wiedererkennt! Erlöst uns von der Geschichts- und Geschichten-resistenten Berliner Straße! Filme wie dieser hätten es verdeint.
Boxhagener Platz ist ab Anfang März in den Kinos. Ich durfte den Film schon im Rahmen der Reihe „Berlinale goes Kiez“ im Union in Friedrichshagen nebst eingeladener Filmprominenz sehen. Die Veranstaltung und das schöne alte Kino haben mir sehr gefallen. Bei Nacht sah es da draußen aus, als hätte man den Film auch dort drehen können.

Thomas Demand und sein Helferteam konstruieren und inszenieren Modelle aus Papier und Pappe, manchmal ergänzt durch ein bisschen Kunstoff oder einen vorsichtigen Aufdruck. Ich sehe die kunstvollen Bastelarbeiten als Modellversuche, mit denen Demand versucht eine stimmige, kollektive Erinnerung der deutschen Baby-Boomer-Generation zu erhalten. Eine Erinnerungskonstruktion, auf die sich viele einigen können. Details, die für einzelne in einem Moment von Wichtigkeit (gewesen) sein mögen, werden zu Gunsten des für alle stimmigen Gesambildes weggelassen. Die so erzeugten Simulationen, die als gigantische Fotoprints in der Ausstellung zu sehen sind, sind schlecht geeignet für Abbilder von individuellen Erfahrungen, sondern eher für gesellschaftliche Projektionen. Über die Bildbauten wird visionär in die Vergangenheit eine Erinnerung konstruiert. Es wird so lange daran gebastelt, bis die Erinnerung in einen erfassbar logischen und ungebrochenen Plot bis zur Gegenwart passt. Das entspricht genau unser aller Gehirntätigkeit beim Prozess des Erinnerns wobei jeder weiß, dass man sich noch nicht einmal auf die eigenen Erinnerungen bei einer Analyse des zweifelsfreien Wahrheitsgehaltes verlassen kann. Thomas Demand lügt uns also eine Erinnerung vor, die uns plausibel vorkommt. Verführt durch die warme Künstlichkeit der Papieroberflächen hat man das Gefühl, man könnte die vorgelegten Erinnerungen in die Hand nehmen, um eigene Gedanken auf den Blättern zu notieren. So kann das Bild zur Gedankenvorlage werden. Doch genau diese leichte Zugänglichkeit über das eigene Basteln mit Papier erschwert vielleicht auch die Beschäftigung mit den Themen der Ausstellung. Ständig stehen Leute vor den Bildern, die darüber diskutieren, wie man wohl das Sitzpolster des Stuhls hier oder den Wasserspiegel in einer Tasse dort aus Papier basteln könnte. Auf dieser Ebene verkommt die Bildgestaltung des Thomas Demand zur Masche. Zum Glück sind die Bilder und Themen stark genug, um sich gegen diesen Vorwurf durchzusetzen.
Alles Offizielle auf der Sonderseite zur Ausstellung …
Artikel über die Ausstellung bei Spiegel online …
Noch bis 17. Januar 2010
Roland Koch, CDU-Partei Vize und Ministerpräsident in Hessen, wird nicht müde, vor dem, von ihm in die politische Vererbungslehre eingebrachen, „Ypsilanti-Gen“ zu warnen. Was damit ausgedrückt werden soll, braucht nicht groß kommentiert werden (nämlich, dass die SPD im Zweifelsfall doch die Machtoption mithilfe der Partei Die Linke ergreifen würde), aber der Begriff als solcher ist interessant. Warum spricht Koch ausgerechnet von einem Gen? Er hätte es auch „Faktor“, „Charakter“ oder „Krankheit“ nennen können, er aber nennt es „Gen“. Warum?
Wenn etwas durch ein Gen bedingt ist, dann ist es tief im Menschen verwurzelt. Es ist seine Veranlagung. Nach der reinen Lehre der Genetik, kann der Mensch dann nichts dagegen tun, selbst wenn er es wollte. Determiniert und willentlich machtlos ist er seinen Erbanlagen ausgesetzt. Diese Idee führt Koch im Wort, wenn er das Ypsilanti-Gen als Indiz für die grundsätzliche Unglaubwürdigkeit aller Koalitionsabsagen zwischen SPD und der Linken aufführt, ganz egal wie unzutreffend die Grundannahme schon im Bezug auf die Genetik ist. Die SPD habe diesen Gen-Defekt, der im Ernstfall (das ist, wenn CDU und FDP gemeinsam keine Regierungskoalition stellen können), die SPD zum Paktieren mit den Linken zwinge.
Mich erinnert dieses Sprachbild an die Legende vom „Ewigen Juden“ einschließlich der bekannten … Weiterlesen
In Travemünde auf dem Priwall gibt es einen Ort, an dem das Gute und Schöne auf dem sicheren Posten ist.
„Poesie“ „zu vermieten“ (im Fenster) und „alarmgesichert“ (neben der Dachrinne).
Die kleineren Schilder sind leider nicht mehr lesbar bei der Aufnahme mit meiner HandyCam. Sollte ich ein besseres Handy brauchen? Welch unpoetischer Gedanke …
Selbst mein im Allgemeinen sehr lebenskompetenter Nachbar, war von der Flut der freiheitlichen Plakatbotschaften im Berliner Stadtbild verwirrt. Was ist denn nun freiwillig, oder soll freiwillig werden? Was bedeutet freie Wahl? Was meinen die mit Pflicht, Wahlpflicht oder freiwilligem nebeneinander? Wer ist eigentlich wer und will was genau? Was bedeutet es mit Ja zu stimmen und was mit Nein?
Die Initiative Pro Reli hat es wirklich geschafft, die Stadt und ihre Bürger/innen mit einem Thema den Kopf zu verdrehen, das zum Glück bisher eher randständig war und es sicher nach dem 26. April auch wieder sein wird. Sie haben es fertig gebracht, genug Unterschriften zu sammeln, um die Berliner Gesamtgesellschaft zu einem Volksentscheid an die Urnen zu nötigen, um darüber abzustimmen, wie genau eine Detailregelung im Lehrplan der Berliner Schulen gestaltet werden soll.
Also, worum geht es eigentlich: Bisher wird in Berlin (anders und fortschrittlicher als in anderen Bundesländern) für alle Schulkinder ein Fach „Ethik“ gegeben, in dem die für alle Bürger gemeinsam geltenden Werte ihres Gemeinwesens gelehrt werden. In diesem Fach findet eine „Werteerziehung“ statt, die dazu führen soll, das alle zu mündigen und partizipierenden Mitgliedern der demokratischen Gesellschaft werden (können). Wie sollte man etwas dagegen haben (können)? (Siehe Artikel in der Süddeutschen Zeitung.)
Weil dieser Ethikunterricht für alle Kinder ein Pflichtfach ist und der konfessionelle Religionsunterricht an Berliner Schulen hingegen nur freiwillig und zusätzlich besucht werden kann, versuchen nun einige religiöse Gruppen (nicht alle!) den Religionsunterricht als gleichwertige Alternative zum Ethikunterricht zu positionieren. Die von ihnen gewünschte Regelung sieht die sogenannte „Wahlpflicht“ vor, wobei sich dann jedes Kind entscheiden müsste, ob es Ethik oder einen konfessionellen Religionsunterricht besuchen will. Tatsächlich werden natürlich die Eltern für die Kinder entscheiden, weshalb der Begriff „freie Wahl“, der nun überall auf den Plakaten von Pro Reli zu lesen ist, den Kindern wie Hohn in den Ohren klingen muss. „Freie Wahl“ im Sinne von Pro Reli bedeutet also, dass Eltern ihren Kindern vorschreiben werden, dass sie gefälligst den Glaubensunterricht über sich ergehen lassen, der den Glauben der Eltern lehrt. Das nennt Pro Reli dann Wertevermittlung und Klärung der eigenen Wurzeln.
Es ist das Ziel der religiösen Lobbyarbeit, uns allen einzureden, dass der Ethikunterricht in Opposition zum Religionsunterricht stehe. Ethikunterricht soll als Unterricht gegen Religionszugehörigkeit positioniert werden und man will uns glauben machen, dass sich darin eine intolerante Haltung des Staates gegenüber Religionen vermittle. Das ist natürlich gänzlich unwahr und genau das Gegenteil ist der richtig. Im Fach Ethik werden die demokratischen Grundwerte des Zusammenlebens vermittelt, so dass ein Tolerantes und respektables Miteinander und interkulturelles Verständnis möglich wird.
Mit Ja stimmen bedeutet, man ist auf der Seite der Religiösen und will die Wahlpflicht zwischen konfessionellem Unterricht und Ethik einführen, was dazu führt, dass nicht mehr alle Kinder die für alle Staatsbürger gemeinsam geltenden Werte ihres Gemeinwesens gelehrt bekommen.
Mit Nein stimmen bedeutet, man ist auf der Seite der Demokraten und will an der bestehenden Regelung des Ethikunterichts für alle Kinder plus freiwilligem, zusätzlichen Kofessionsunterricht festhalten.
Die Ja-Stimme führt also dazu, dass der auch jetzt schon stattfindende Bekenntnisunterricht … Weiterlesen
Wahlabende sind wahre Fundgruben für schöne Wortkonstruktionen. Den bildhaftesten Satz des Tages sagte der Spitzenkandidat der SPD in Hessen Thorsten Schäfer-Gümbel:
„Dieser Spagat, den wir gegangen sind, hat viele auch in der Wählerschaft zerrissen.“
Man kann richtig mitfühlen, wie unangenehm das gewesen sein muss. Angesichts dieser Wortgewalt, ist es kein Wunder, dass selbst Franz Müntefehring den Kandidaten als „die Entdeckung“ des Wahlkampfes feiert.
Der Multimediawettbewerb „Nice to meet you“, bei dem VideoClips als „Kulturelle Kollissionen in 100 Sekunden“ Länge eingereicht werden konnte wurde von radiomultikulti vom Rundfunk Berlin-Brandenburg und dem Haus der Kulturen der Welt in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs und dem rbb Fernsehen veranstaltet. Gestern Abend wurden im Haus der Kulturen der Welt die Gewinner bekannt gegeben und das Ergebnis bringt wirklich Spaß, jenseits der befürchteten Betroffenheitskultur.
Platz 1 klärt auf, was hinter dem Wort „Spinatsee“ steckt. Ein wunderbar überdrehtes Filmchen.
Der Film hat für mich eine sehr persönliche Komponente, denn vor über zehn Jahren geriet ich mal nachts in Konflikt mit ein paar Nazis auf dem Bahnhof von Dessau. Der Anführer sagte irgendwas zu mir, von dem ich bis heute nicht die leiseste Ahnung habe, was es war, denn ich verstand das, was er für deutsche Aussprache hielt, nicht mal ansatzweise. Vom Tonfall her nahm ich zwar gleich an, dass er was gegen mich hatte, doch auch nach zweimaligem Nachfragen konnte ich nicht erkennen, um was es in der Situation ging. Leider hatten die fünf Jungs dann keine Lust mehr, sich verbal verständlich zu machen und so sprachen sie mit geballten Fäusten. Da erscheint die Lösungsstrategie der drei Mädels im Film zumindest für den Moment angebrachter.
Auch unter den anderen Nominierten finden sich ein paar Perlen.
Gratuliere!
Zutaten für drei Kinder:
6 Kartoffeln
1 kleine Zwiebel
3 Eier
Mehl
75 g Butter
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