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Archiv der Kategorie ‘Gesellschaft‘

4. Juni 2010 20:56:52

… geklont: Mit „A Number“ kommt im English Theatre Berlin die Welt des Theaters mit der Welt der Wissenschaft zusammen

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Patrick Lanagan, Tomas S. Spencer (Foto: Heiko Orlowski)

Welches Selbstbewusstsein kann ein Klon entwickeln? Lassen sich die Begriffe Person, Persönlichkeit, Individuum in gewohnter Weise aufrecht erhalten, und welchen Einfluss hat Klonen auf das Wesen und Verhalten von Familien, wenn Vater- und Mutterschaft nicht mehr durch die „natürlichen“ Eigenschaften definiert sind und Geschwister genetisch identische Wesen sind?

Alles Fragen, die in dem Theaterstück „A Number“ von Caryl Churchill die Handlung bestimmen: Ein junger Mann entdeckt, dass er nicht einfach nur der Sohn seines Vaters, sondern vielmehr der Klon seines Bruders ist. Er stellt seinen Vater zur Rede und erfährt, dass es in der Familie leidvolle Brüche und Zerwürfnisse gab, noch bevor er als geklonter Sohn zur Welt kam. Der Vater wollte damals einfach eine zweite Chance, wollte das Beste (seinen Sohn) behalten und das Leben ansonsten von vorn beginnen. Durch quälendes Nachfragen entlockt der Sohn, seinem Vater nach und nach weitere familiäre Ungeheuerlichkeiten und die Situation wird immer verfahrener, da immer mehr Brüder ins Spiel kommen, zu denen der Vater teils Kontakt hatte, bzw. dann später, sucht. Tatsächlich wurden neben ihm noch 20 illegale Klone erzeugt, die von unterschiedlichen Müttern ausgetragen, sich in äußerst unterschiedliche Charaktere entwickelten.

Die zwei Schauspieler setzen ihre Akzente sehr unterschiedlich und zueinander spannungsreich. Tomas S. Spencer schlüpft in die Körper von insgesamt drei Klonen, ist als drei verschiedene Personen auf der Bühne. Die Uneinheitlichkeit der theoretisch identischen Menschen wird plausibel. Patrick Lanagan hingegen spielt einen Vater, der sich in seinem eigenen Leben nicht zuhause fühlt, der die Konsequenzen seiner eigenen Entscheidungen kaum begreifen kann.

Das Stück arbeitet gegen vorurteilsbehaftete und durch Science Fictions geprägt Vorstellungen und stellt klar, dass sich der Prozess zur Selbstfindung für einen Klon vermutlich nicht wesentlich anders darstellt, als für jeden anderen Menschen. Die ethisch moralischen Fragen, die das Klonen aufwirft sind eben vorgelagerter, theoretischer Art und nicht im Nachhinein praktisch aufzulösen. Ist der Klon erst einmal am Leben, ist sein Leben nicht von dem eines anderen strukturell unterscheidbar und ganz sicher nicht durch das Leben dessen vorgezeichnet, dessen Klon er ist.

Interessant werden sicher die nach der Aufführung stattfindenden Diskussionen, bei denen sowohl die beteiligten Forscher der FU Berlin unter Leitung von Prof. Regine Hengge wie die Theaterleute des English Theatre Berlin um Direktor und Regisseur Günther Grosser mit mit den Zuschauern ins Gespräch kommen werden.

Hören Sie den Radiobericht auf Deutschlandradio Kultur
Mehr dazu bei DIE ZEIT online …

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

2. Mai 2010 10:07:20

… verstreut: Fluxus im Görli zum 1. Mai

Ausschnitt aus einem Fluxustableau

Am Wochende der Feierlichkeiten zum 1. Mai versammelten sich spontan unzählige Künstler, um eines der größten Fluxusfeste der letzten Jahre zu feiern. Sie haben dabei ganze Arbeit geleistet und ein eigentümlich bezauberndes Gesamttablau hinterlassen (oben ein kleiner Ausschnitt), das sich vom Lausi durch den Görli über den Spreewaldplatz bis in die Reichenberger Straße zieht. Die BSR hielt das Gesamtkunstwerk nicht für erhaltenswert und beseitigte rasch die künstlerischen Spuren, wodurch eine wichtige urbane Position zusehens verwischt wurde.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

8. November 2009 13:07:27

… am Grenzkontrollpunkt dadara: Einreise ins Traumland

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Das klingt nach einem verführerischen Ort der Freiheit und des Wohlbefindens: Dreamland, das Land in dem alle Träume wahr werden, an dem es keine Ungerechtigkeit, keine Angst und keine Ausgrenzung gibt. Glaube nur fest an deinen Traum, habe ihn klar vor Augen und er kann hier Realität werden.
Dieses Land zeigt sich beim Wunsch es zu betreten oder es zu bereisen schnell als wehrhafter Staat. Die Kunstaktion „CHECKPOINT DREAMYOURTOPIA“ – A Border Control Checkpoint to Enter Your Own Dreams – tritt erst einmal reserviert auf. Einreisende haben sich fast völlig zu entblättern und müssen nach den Regeln Border Patrol tanzen. In einem zweiseitigen Formular sind zum Teil intimste Angaben zu machen, zu denen man in einem langwierigen und höchst willkürlichen Prozess befragt wird. Da bei neigen die uniformierten Grenzposten zur Übergriffigkeit und Schikane, sie spielen konsequent die Macht aus, die ihnen von den Einreisenden zugestanden wird. Man wird von einer Wartereihe in die nächste bugsiert, muss zur Unterhaltung eines Grenzers Lieder singen, grade stehen ohne sich an die Wand anzulehnen, wird nochmals kontrolliert, bekommt Handy und Schlüssel abgenommen, wird wieder an den Anfang zurückgebracht, oder ganz im Gegenteil einfach vor allen anderen Wartenden drangenommen, zieht so die Verärgerung von anderen auf sich usw. In diesem irritierenden, teils sehr lustigen, teil aber auch etwas beängstigenden Verfahren werden Gruppen geteilt und Fremde einander näher gebracht. Man erlebt eine Grenzerfahrung im doppelten Sinne: Einmal weil sich das typische Gefühl der nervösen Ergebenheit einstellt, das auch an echten Grenzposten auftritt, sei es bei der Einreise in die ehemalige DDR oder heute beim Betreten der USA, und zum anderen, weil man mit lauter Unbekannten herausfordernde Aufgaben zu lösen hat. Das ganze hat den Charakter eines stressigen Accessment Centers. Man bewirbt sich und muss sich bewähren.
Wir gingen zu viert ins Stadtbad Wedding und jede/r von uns erlebte in den Grenzbaraken eine ganz unterschiedliche Geschichte. Es kommt darauf an, ob man bereit ist die Rolle anzunehmen, die einem in der Kunstaktion zugewiesen wird. Nimmt man den tatsächlichen Entzug des freien Willens persönlich und verweigert sich dem schikanösen Gebaren, eckt man sofort an und man braucht ewig im Abfertigungsprozess, (wenn man nicht gar gleich vorher aufgibt). So kam von uns vieren nur ich bis ins Ziel, bekam den hübschen Dreamland-Pass und durfte in die sagenhafte Lounge. Der Witz ist natürlich, dass hinter der Grenzanlage alles genauso ist wie davor. Es ist natürlich die reine Farce. Wo sollte das Traumland denn sein, wenn nicht in einem selbst und wie absurd zu glauben, man könnte dort, an einem realen Ort einreisen. Und doch zeigt sich hier, wie stark Menschen getrieben werden, allein durch die Hoffnung es könnte wo anders besser sein. Es ist der Glaube an Erlösung und der Wunsch bei denen zu sein, die alles haben, alles dürfen, alles können, der uns freiwillig zu schwachen Spielfiguren im Theater der Machtverteilung werden lässt. Man nimmt alles in Kauf, egal was passiert nur um hier raus zu kommen und dort rein zu gelangen.

Die Aktion könnte nicht besser terminiert sein, als jetzt am Wochenende vor den Feierlichkeiten zum 20. Jubiläum des Mauerfalls. Es ist eine großartige künstlerische Ergänzung und eine Erinnerung an die Teilung der Welt in Ost und West, und eine eindringliche Mahnung daran, dass noch längst nicht alle Mauern eingerissen sind. Natürlich sind die Ähnlichkeiten zu den Einreiseformalitäten der USA unverkennbar. Der amerikanische Traum und der inbegriffene Ethos des „sei dein eigener Herr“ mit seinen zwei widerstrebenden Ansätzen „setz dich durch“ und „pass dich an“, die beide konkurrenzorientiert sind, ist förmlich greifbar.


Tipp zur Einreise: Nehmen Sie allerlei Bestechungsmittel mit. Zigaretten, Bier, Süßigkeiten, kleine Püppchen oder sonstigen glitzernden Krimskrams. Das kann vor so mancher verschlossener Tür helfen. Und die Reflexe der Befehlskette funktionieren immer von oben nach unten. Ich habe mir z.B. eine halbe Stunde Wartezeit gespart, weil ich in einer unübersichtlichen Situation einfach zu der zentralen Gittertür ging und behauptet habe, dass ich 10 Meter weiter hinten von einem anderen Grenzer mit vielen Abzeichen gebeten wurde direkt in die Einlassbarake zu gehen und beherzt durchging.

Unbedingt hingehen!!! Nur noch heute am 8. November 2009, im Stadtbad Wedding, Gerichtsstraße.
Nicht vergessen: Vorher Einreisepapiere ausdrucken und ausfüllen!

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

22. Mai 2009 21:05:48

… inspiriert: auf der TYPO Berlin 2009 »SPACE«

Im Moment läuft die 14. Internationale Designkonferenz TYPO Berlin 2009, die sich in diesem Jahr dem Thema »SPACE« widmet. (studio adhoc macht auch in diesem Jahr das gesamte Design für den Event, vom Logo, über die Website bis hin zu Konferenztaschen und dem Bühnebild, einschließlich Intro-Trailer usw.) Heute Abend habe ich im Vortrag von Mario Lombardo zwei Sachen gehört, die mir – so habe ich jedenfalls gerade das Gefühl – wichtig werden. 1. „Wenn wir das deutsche Grafikdesign voran bringen wollen, dann geht das nur über Autorenschaft.“ 2. (als Motto und Vorsatz:) „Leidenschaft, Bedeutung, Intelligenz“.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

28. April 2009 10:55:51

… riskant, kaputt und schön

Vor allem aber ist Berlin immer noch Techno Capital, Raver Passion, Highlight auf der Reiseroute des Easyjetset.
Tobias Rapp, bis vor kurzem Musikredakteur der taz, jetzt Popredakteur beim Spiegel, schreibt darüber in „Lost and Sound“, 2009 erschienen bei Suhrkamp. Und er schreibt informiert und engagiert. Clubber und (Ex-)Partygänger, Neugierige und Voyeure, stadtsoziologisch Interessierte und Freunde der Musik(szene) dürften das Publikum sein, das mit Rapp dem Beat der Clubmeile, die nicht Clubmeile heißen will, im künftigen Mediaspress von Kreuzberg und Friedrichshain folgt, virtuell Tage und Nächte im Berghain, Watergate, der Bar 25, ex- und wieder Tresor und anderen angesagten Locations durchfeiert „bis die Haare leuchten“. Die Woche beginnt mittwochs und endet montags. Was dazwischen passiert und wo man sich dazwischen bewegt steht bei Rapp. Dabei ist „Lost and Sound“ Hommage und Faktenreport über die „Tempel des Techno“, die „Restrealität“ und das „posteuphorische High“, das „Leben im Loop“ und die „temporär autonomen Zonen“. Mit Portraits verschiedener DJs und Clubbesitzer und – last but not least – Plattentipps ist das eine schöne „kleine Geschichte des Berliner Sounds der nuller Jahre“.
Gewiss: Hingehen, Eintauchen, Auftauchen, Sich Bewegen im Minimal, Electro, House, Trance und Afterhour Beat ist vermutlich Option A. Aber weil „Popkulturen Sehnsuchtskulturen sind“, ist Lesen darüber keine schlechte Option B. Wenn man beides will, bliebe der zur Lektüre der clubfreie Dienstag. So oder so: Hier sind 265 unterhaltsame Taschenbuchseiten, umhüllt von einem pinkfarbenen Cover für Fans. Damit lässt sich in sonnigen oder schattigen Sommerstunden am Ufer von Spree oder Landwehrkanal bestens

 
 

Kategorie:

Fotografie | Gesellschaft | Musik

 

17. April 2009 23:02:45

… religiös bedenklich: Günter Jauch und andere Promis liegen freilich voll daneben

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Lassen Sie sich nicht kirre machen!

Selbst mein im Allgemeinen sehr lebenskompetenter Nachbar, war von der Flut der freiheitlichen Plakatbotschaften im Berliner Stadtbild verwirrt. Was ist denn nun freiwillig, oder soll freiwillig werden? Was bedeutet freie Wahl? Was meinen die mit Pflicht, Wahlpflicht oder freiwilligem nebeneinander? Wer ist eigentlich wer und will was genau? Was bedeutet es mit Ja zu stimmen und was mit Nein?

Die Initiative Pro Reli hat es wirklich geschafft, die Stadt und ihre Bürger/innen mit einem Thema den Kopf zu verdrehen, das zum Glück bisher eher randständig war und es sicher nach dem 26. April auch wieder sein wird. Sie haben es fertig gebracht, genug Unterschriften zu sammeln, um die Berliner Gesamtgesellschaft zu einem Volksentscheid an die Urnen zu nötigen, um darüber abzustimmen, wie genau eine Detailregelung im Lehrplan der Berliner Schulen gestaltet werden soll.

Also, worum geht es eigentlich: Bisher wird in Berlin (anders und fortschrittlicher als in anderen Bundesländern) für alle Schulkinder ein Fach „Ethik“ gegeben, in dem die für alle Bürger gemeinsam geltenden Werte ihres Gemeinwesens gelehrt werden. In diesem Fach findet eine „Werteerziehung“ statt, die dazu führen soll, das alle zu mündigen und partizipierenden Mitgliedern der demokratischen Gesellschaft werden (können). Wie sollte man etwas dagegen haben (können)? (Siehe Artikel in der Süddeutschen Zeitung.)

Weil dieser Ethikunterricht für alle Kinder ein Pflichtfach ist und der konfessionelle Religionsunterricht an Berliner Schulen hingegen nur freiwillig und zusätzlich besucht werden kann, versuchen nun einige religiöse Gruppen (nicht alle!) den Religionsunterricht als gleichwertige Alternative zum Ethikunterricht zu positionieren. Die von ihnen gewünschte Regelung sieht die sogenannte „Wahlpflicht“ vor, wobei sich dann jedes Kind entscheiden müsste, ob es Ethik oder einen konfessionellen Religionsunterricht besuchen will. Tatsächlich werden natürlich die Eltern für die Kinder entscheiden, weshalb der Begriff „freie Wahl“, der nun überall auf den Plakaten von Pro Reli zu lesen ist, den Kindern wie Hohn in den Ohren klingen muss. „Freie Wahl“ im Sinne von Pro Reli bedeutet also, dass Eltern ihren Kindern vorschreiben werden, dass sie gefälligst den Glaubensunterricht über sich ergehen lassen, der den Glauben der Eltern lehrt. Das nennt Pro Reli dann Wertevermittlung und Klärung der eigenen Wurzeln.

Es ist das Ziel der religiösen Lobbyarbeit, uns allen einzureden, dass der Ethikunterricht in Opposition zum Religionsunterricht stehe. Ethikunterricht soll als Unterricht gegen Religionszugehörigkeit positioniert werden und man will uns glauben machen, dass sich darin eine intolerante Haltung des Staates gegenüber Religionen vermittle. Das ist natürlich gänzlich unwahr und genau das Gegenteil ist der richtig. Im Fach Ethik werden die demokratischen Grundwerte des Zusammenlebens vermittelt, so dass ein Tolerantes und respektables Miteinander und interkulturelles Verständnis möglich wird.

Man gehe also bitte den Konfessionellen mit ihrem „freie-Wahl-Gequatsche“ nicht auf den Leim:

Mit Ja stimmen bedeutet, man ist auf der Seite der Religiösen und will die Wahlpflicht zwischen konfessionellem Unterricht und Ethik einführen, was dazu führt, dass nicht mehr alle Kinder die für alle Staatsbürger gemeinsam geltenden Werte ihres Gemeinwesens gelehrt bekommen.
Mit Nein stimmen bedeutet, man ist auf der Seite der Demokraten und will an der bestehenden Regelung des Ethikunterichts für alle Kinder plus freiwilligem, zusätzlichen Kofessionsunterricht festhalten.

Die Ja-Stimme führt also dazu, dass der auch jetzt schon stattfindende Bekenntnisunterricht … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

5. April 2009 15:03:52

… Remix: Lawrence Lessig zu den gesellschaftlichen Gefahren des Copyrights

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Neue Medien, neue Technologien, neue Grenzen der Kreativität. Das bestehende Urheberrecht, insbesondere das US-amerikanische Copyright, kriminalisiert eine ganze Generation, die Musik und Bilder samplet, remixt und – nicht-kommerzielle – via YouTube und ähnliche Plattformen publiziert oder austauscht. „Produktpiraten“ sagen die Majors. Das ist kurzsichtig argumentiert und schlecht für die Gesellschaft – und für den Profit, argumentiert der Harvard-Rechtsprofessor und Creative Commons-Gründer Lawrence Lessig in seinem neusten Buch „Remix. Making Art and Commerce Thrive in the Hybrid Economy. Mit zahlreichen ebenso absurden wie komischen Beispielen und prägnanten Analysen belegt er, warum das aktuelle Urheberrecht längst nicht mehr zeitgemäß ist, und die Behauptung, jeder, der die modernen Medien kreativ, kritisch und frech nutzt, kriminell sei, ein Schuss ist, der nach hinten losgeht. In fünffacher Hinsicht tut eine Reform des Copyrights Not, erläutert der militante Kämpfer für einen klugen und pragmatischen Umgang mit dem Recht, das künstlerische Arbeit schützen soll. Die Anwälte von Sony, Universal und Warner werden es nicht gerne lesen. Sie versuchten schon – vergeblich – in den 1970er Jahren, den Vormarsch der Videokassette zu stoppen. An den Austausch- und Distributionsformen des 21. Jahrhunderts könnten sie sich eine goldene Nase verdienen, und letztlich doch die Zähne ausbeißen. Weder technologischer Fortschritt noch Kreativität lassen sich durch Gesetze aufhalten. Die hybride Ökonomie profitiert vom Sampling und Remix. Sie ist die Ökonomie der Zukunft.
Spannende Lektüre, wenn auch vorerst nur im englischen Original bei Bloomsbury, London.

Die Fallbeispiele sind dokumentiert bei http://remix.lessig.org.
Mehr zu Creative Commons unter http://de.creativecommons.org/

 
 

 

11. Januar 2009 20:09:05

… illustre Globalisierung: Jim Avignon und die Gebrüder Metz bei Sakamoto Contemporary

Der Aufstand der Dinge, Jim Avigon und die Gebrüder Metz

Eine Wand, eine Weltkarte, dutzende von kinetischen Pappschaukästen. Globale Abhängigkeiten getriggert von Wii-Controllern, Mikroprozessoren und den dunklen Einflüssen der menschlichen Abgründe. Jim Avignon typisch plakativ, gewitzt und hintersinnig: „Der Aufstand der Dinge – You can’t beat the system.“

Mehr darüber lese man bitte in der sehr gelungenen Beschreibung der Galerie Sakamoto Contemporary und im Blog der Gebrüder Metz.

Noch bis 28. Februar in der Oranienstraße 164 (Ecke Oranienplatz), 10969 Berlin Kreuzberg.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

28. Dezember 2008 13:03:05

… außerhalb der Zeit: missglückte Werbung für Rolex Armbanduhren

Schaut man sich den neuen ROLEX-Kinospot an, wird man von Wehmut erfasst, Wehmut nach der guten alten Zeit, die jetzt ihrem Ende entgegengeht, nein: entgegenrast, denn hier steigt einer in sein Auto, um an der Tankstelle schnell noch was zu holen. Aber es wäre nicht Rolex, und es wäre nicht die gute alte Zeit, führe das Jüngelchen schnell vom Schlesischen zum Kottbuser Tor. Nein, fassungslos und voller Bedauern muss da ein italienischer Lebemann mit ansehen, wie dem Personal kurz vor dem Gala-Diner die Streichhölzer ausgehen und sein eigenes Feuerzeug dann auch nichts mehr hergibt. Kein Dinner aber ohne Candlelight, also springt er in den 12-Zylinder, lässt den Motor aufheulen, rast durch das nächtliche Rom auf die andere Seite der Stadt, wo die schönste Blondine südlich des Tiber … Weiterlesen

 
 

 

19. November 2008 02:31:21

… Treffpunkt Spinatsee: Nice to meet you hat einen Gewinner

Der Multimediawettbewerb „Nice to meet you“, bei dem VideoClips als „Kulturelle Kollissionen in 100 Sekunden“ Länge eingereicht werden konnte wurde von radiomultikulti vom Rundfunk Berlin-Brandenburg und dem Haus der Kulturen der Welt in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs und dem rbb Fernsehen veranstaltet. Gestern Abend wurden im Haus der Kulturen der Welt die Gewinner bekannt gegeben und das Ergebnis bringt wirklich Spaß, jenseits der befürchteten Betroffenheitskultur.

Platz 1 klärt auf, was hinter dem Wort „Spinatsee“ steckt. Ein wunderbar überdrehtes Filmchen.

(Entweder JavaScript ist nicht aktiviert, oder Sie benutzen eine alte Version von Adobe Flash Player. Installieren Sie bitte den aktuellsten Flash Player. )

Der Film hat für mich eine sehr persönliche Komponente, denn vor über zehn Jahren geriet ich mal nachts in Konflikt mit ein paar Nazis auf dem Bahnhof von Dessau. Der Anführer sagte irgendwas zu mir, von dem ich bis heute nicht die leiseste Ahnung habe, was es war, denn ich verstand das, was er für deutsche Aussprache hielt, nicht mal ansatzweise. Vom Tonfall her nahm ich zwar gleich an, dass er was gegen mich hatte, doch auch nach zweimaligem Nachfragen konnte ich nicht erkennen, um was es in der Situation ging. Leider hatten die fünf Jungs dann keine Lust mehr, sich verbal verständlich zu machen und so sprachen sie mit geballten Fäusten. Da erscheint die Lösungsstrategie der drei Mädels im Film zumindest für den Moment angebrachter.

Auch unter den anderen Nominierten finden sich ein paar Perlen.

Gratuliere!

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 
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