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Archiv der Kategorie ‘Kino‘

8. Mai 2009 14:52:07

… Ghosted. Ein Film von Monika Treut

> Link zum Trailer

Facettenreicher Tod: Am beeindruckendsten sind die Bilder. Ganz subtil, zwischen die Schichten des Realen geschoben, ungemein präsent und gleichsam transparent: die Geister, die Wesen aus der Zwischenwelt. Nicht die kalten Hände des Todes »begeistern«.»Ghosted« heißt der Film über die Wünsche und Träume, die bleiben, wenn ein Mensch stirbt.
Monika Treut erzählt in ihrer deutsch-taiwanesischen Koproduktion – ihr zehnter Beitrag für das Berlinale Panorama übrigens – eine Geschichte in Hamburg und Taipeh. Ai-ling (Huan-Ru Ke) macht sich auf die Suche nach ihrem mythenumwobenen Vater. Sie glaubt, dies sei nicht der Mann auf dem Foto neben ihrer Mutter, sondern ihr Onkel Chen Fu (Jack Kao), Restaurantbesitzer in Hamburg. Dort, hofft Ai-ling, kann sie das Rätsel ihrer Herkunft lösen. Und dort verliebt sie sich in die Videokünstlerin Sophie Schmitt (Inga Busch). Doch die Romanze ist von kurzer Dauer. Ai-ling kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Sophie reist nach Taiwan, auf den Spuren der Frau, zu der ihre Liebe erwacht, als sie schon nicht mehr lebt. Mei-li (Ting-Ting Hu), ebenso jung, schön und geheimnisvoll wie Ai-ling, heftet sich an Sophies Fersen. Geradezu obsessiv muss sie in ihrer Nähe bleiben. Und folgt ihr: bis nach Hamburg.
Eine verworren-intensive Geschichte mit fantastischen Bildern (Kamera: Bernd Meiners) – aus der konkret-wirklichen Welt und erträumt.
Ghosted“ läuft derzeit in folgenden Filmtheatern: Eiszeit, Hackesche Höfe, Xenon, Neue Kant Kinos
(First published in ND, 11. Februar 2009)

 
 

 

28. Dezember 2008 13:03:05

… außerhalb der Zeit: missglückte Werbung für Rolex Armbanduhren

Schaut man sich den neuen ROLEX-Kinospot an, wird man von Wehmut erfasst, Wehmut nach der guten alten Zeit, die jetzt ihrem Ende entgegengeht, nein: entgegenrast, denn hier steigt einer in sein Auto, um an der Tankstelle schnell noch was zu holen. Aber es wäre nicht Rolex, und es wäre nicht die gute alte Zeit, führe das Jüngelchen schnell vom Schlesischen zum Kottbuser Tor. Nein, fassungslos und voller Bedauern muss da ein italienischer Lebemann mit ansehen, wie dem Personal kurz vor dem Gala-Diner die Streichhölzer ausgehen und sein eigenes Feuerzeug dann auch nichts mehr hergibt. Kein Dinner aber ohne Candlelight, also springt er in den 12-Zylinder, lässt den Motor aufheulen, rast durch das nächtliche Rom auf die andere Seite der Stadt, wo die schönste Blondine südlich des Tiber … Weiterlesen

 
 

 

18. November 2008 01:30:00

… mitgenommen: Waltz with Bashir erzählt in knallharten Traumbildern

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Der Film „Waltz with Bashir“ macht zwei neue Türen auf. Ästhetisch wie thematisch. Die ästhetische Neuigkeit ist die Idee, dokumentarische Inhalte, insbesondere Interviews, durch die Transformation in einen Animationsfilm gleichsam zu verfremden, wie auf das Wesentliche zu konzentrieren. Im Prinzip ist alles wie bei einem gewohnlichen Augenzeugenberich, wie man ihn bei jeder „History“-Sendung im doppelten Dutzend sieht (oder sehen muss). Ein Mensch bekommt knappe Fragen gestellt und erzählt von den Geschehnissen nach seiner Erinnerung. Über die animierte Künstlichkeit des expressionistischen Bildes bekommt der Originalton aber eine Wucht, die einen, im Gegensatz zu normalen Interview, heftig aus den sich wiederholenden Kreisbahnen des täglichen Lebens schleudert. Plötzlich fliegt einem die massenhaft persönliche Dimension eines Konfliktes um die Ohren, den man seit Jahrzehnten permanent beim Blick durch die Nachrichten übersieht. Seit ich lebe, kenne ich … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

31. Oktober 2008 02:25:50

… spärlich: Weltspartag in Zeiten, in denen das ganze Geld vor die Sau geht

Der 30. November war in diesem Jahr ein Tag, den man sich sparen konnte. Mehr kleine philosophische Gedanken dazu von Burkhard Müller-Ullrich. Gehört und gemocht auf Deutschlandradio Kultur. Hier zum Nachhören …

Passend jetzt im Kino der Film „Let’s make money“.

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So was kommt dabei heraus, wenn Österreicher den Gang der Welt erklären.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

2. Februar 2008 13:45:30

… phantastisch: I‘m a Cyborg, but that’s O.K.

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Der Cyborg Young-Gun kann an ihren Zehen die zur Verfügung stehende Energie ablesen.

Auf der Berlinale 2007 bekam der koreanische Regisseur Park Chan-wook für seinen phantasievollen Anstaltsfilm „I‘m a Cyborg, but that’s O.K.“ den Alfred-Bauer Preis für neue Perspektiven in der Filmkunst. Die Filmhandlung spielt wie bei einem Kammerspiel fast komplett in einer psychiatrischen Anstalt, in die die Hauptperson Young-Gun (gespielt von Lim Soo-jung) gerät, weil sie sich für einen Cyborg hält und beim Versuch sich mit elektrischem Strom aufzuladen, fast ums Leben kam, was die kaum weniger verrückte Normgesellschaft für einen Selbstmordversuch hielt. Young-Gun versprach als Kind ihrer Mutter niemandem zu verraten, dass sie ein Cyborg ist und so hält sie es auch in der Psychatrie, wo die Ärzte ihre Psychose nicht erkennen. Nur ein anderer Patient (gespielt vom koreanischen Pop-Star Jung Ji-hoon), der sich für einen Meisterdieb hält, mit der Fähigkeit anderen Wesenszüge zu stehlen, kommt durch intensive Beobachtung … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Kino

 

6. Januar 2008 12:42:49

… glatt und kalt: Zeit für den Themenabend Winterreise

Blonder Engel

Blonder Schutzengel in Ketten wacht mit mäßigem Erfolg über den überfrierenden Gehweg in der Oranienburger Straße.

Es muss vor vier oder fünf Jahren gewesen sein. Die früh einsetzende Dunkelheit arrangierte sich mit einem leichten Temperaturanstieg und auf den noch gefrohrenen Boden fiel allmählich eher Regen als Schnee. Wir fuhren ins Eiszeitkino und schauten uns den Inuitfilm „Atanarjuat – die Legende vom schnellen Läufer“ an. Das großartige Epos komplett in Inuitsprache brachte uns weit weg in eine alte und vor allem eiskalte Welt. Als wir nach dem Film wie benommen auf die Straße traten konnten wir uns kaum auf den Füßen halten. Die gesamten Straßen und Gehwege waren mit einem millimeterdicken Eispanzer überzogen. Wir schlidderten zum Wagen, der zum Glück nur … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 
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