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Archiv der Kategorie ‘Kochen‘

19. Juli 2014 12:53:29

… zu kurz gedacht: zu „Ran an die Bouletten“ von Elisabeth Raether

cover-zeit-magazin-n30-2014

Im Zeit Magazin vom 17. Juli schreibt die Berliner Autorin Elisabeth Raether über ihre Gedanken zum eigenen und globalen Fleischkonsum und steift dabei ein paar philosophische Ideen, die sich aufdrängen sobald man ethische Fragen zum Thema Tiertöten stellt.

Zuerst werden die ganz großen Geschütze aufgefahren – „Speziesismus“. Soll bedeuten: Darf der Mensch überhaupt eine ethische Grenze hinter sich ziehen und den Tieren Rechte absprechen, die er für sich selbst reklamiert. Zugegeben, das ist tatsächlich eine der letzten philosophischen Fragen, an der sich die Zunft die Zähne ausbeißt. Im Fall der Argumentation für die Rechtfertigung von Fleischkonsum ist es ein geschickter Schachzug, … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

1. September 2012 17:32:18

… Ackerland: „Hungry City“ im Kunstraum Kreuzberg – Landwirtschaft und Essen in der zeitgenössischen Kunst

soilkitchen

Unter dem Pflaster liegt leider nicht das Meer, sondern glücklicher Weise Ackerland!
Allerdings ist der Boden im urbanen Raum oftmals durch die Vorbelastung aus der Geschichte des Ortes schwer kontaminiert. Eines der sozialen Kunstprojekte, die in der Ausstellung „Hungry City“ gezeigt werden, geht dieses Problem direkt an und gibt der städtischen Bevölkerung in Philadephia ihren Boden zurück: „Soil Kitchen“ verkocht nicht etwa Dreck aus dem Hinterhof, sondern untersucht für Bürger kostenfrei Bodenproben. So wird transparent, wie verschmutzt oder sauber die verschiedenen Standorte sind und die Aktionskünstler thematisieren, bei Suppe aus Gemüse vom eigenen Acker, biologisch-ethische Ernährungsfragen, um so auf die amerikanische Nahrungskultur einzuwirken. In diese „Re-claim your city“-Richtung gehen noch weitere Projekte: Beispielsweise kann man bei „Kultivator“ Wurmbomben beziehen und mit den kleinen Viechern subversiv den Boden mittels „Guerilla composting“ rekultivieren.

Interessant und kuratorisch bemerkenswert ist, dass nicht nur auf die aktuelle Welle des „Urban Gardening“ eingegangen wird, sondern auch Pionierprojekte aus den 1970er und 80ern gezeigt werden – noch dazu diesseits und jenseits des eisernen Vorhangs. So wird inhaltlich wie ästhetisch eine große Breite an verschiedenen künstlerischen Positionen erlebbar.

Einige Arbeiten begnügen sich damit landwirtschaftliche Praktiken zu dokumentieren, was vielleicht im Sinne der Speicherung von Kulturgütern ein positiver Ansatz ist, allerdings im Ergebnis so einschläfernd, dass wohl diese Dokumentation der landwirtschaftlichen Kulturpraktiken schneller vergessen wird, als die Praktik selbst. Hier wurde leider das Problem der Weitergabe und des Zugangs zum angelegten Speicher an Wissen und Kulturgut nicht gelöst. Beispielhaft möchte ich hierfür das Projekt „WeFarm“ nennen, dass auf der TYPO Berlin 2012 von Nat Hunter vorgestellt wurde (im Video bei 21:36).

In den Gängen zur Ausstellung wurden von einer lokalen Aktionsgruppe, den „Gegnern des Hühneressens“ Plakate geklebt. Hier wird die Anschlussfähigkeit von moralisch-ethischen Essenstabus thematisiert, die üblicherweise religiös geprägt sind. Aber warum sollten die Menschen nicht genauso diskussionslos aus persönlichen, rein kulturell oder global-wirtschaftspolitisch motivierten Gründen mit dem Essen von Hühnern aufhören, und sich zu einer „Glaubensgemeinschaft“ zusammenfügen, die glaubt, dass es richtig ist, Hühner nicht zu essen? Ethisch überzeugend ist sicherlich einzig der Verzicht auf jegliches industriell produzierte Fleisch, uns sicherlich ist es einfacher die Menschen erst einmal Schritt für Schritt zum Verzicht zu bringen, der sich dann sehr schnell zu einem großem Gewinn für alle wandelt. Fangen wir also doch einfach mal mit Hühnern an!

Hungry City, 1. September bis 28. Oktober 2012, im Kunstraum Kreuzberg (Bethanienhaus), Mariannenplatz 2, 10997 berlin

Kuratiert von Anne Kersten in Zusammenarbeit mit Stéphane Bauer.
KünstlerInnen: Jekaterina Anzupowa (UA/DE), KP Brehmer (DE), Agnes Denes (US), Leticia El Halli Obeid (AR), Fallen Fruit (US), Fernando García-Dory (ES), Futurefarmers (Amy Franceschini, Dan Allende, Lode Vranken) (US), Tue Greenfort (DK/DE) Kultivator (SE), Kristina Leko (HR/DE), MyVillages.org (NL/DE/GB), Heinrich Riebesehl (DE), Antje Schiffers & Thomas Sprenger (DE), Bonnie Ora Sherk (US), Lukasz Skapski (PL), Åsa Sonjasdotter (SE/NO/DE), Daniel Spoerri/Tony Morgan (CH, GB), Ève K. Tremblay (CA/US/DE), Insa Winkler (DE)

Es gibt ein umfangreiches Aktionsprogramm rings um die Ausstellung.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

22. August 2011 08:02:55

… zugeschaut: Bekannte und Unbekannte

Essen ist auch Kultur, manchmal jedenfalls. Die schnurrbärtigen oder glattwangigen, deutschlandweit bekannten, Profi-Essenszubereiter aus dem Fernsehen sind dort ja eigentlich keine Köche mehr. Für das werkelnde Laien-Fußvolk - manche von ihnen mutieren vor der Kamera allerdings förmlich zu Experten – und für das begierig zuschauende oder mittuende Fernsehpublikum sind sie Ratgeber, Manager, Geschichtenerzähler und -abfrager sowie Scharfrichter und Idol in einer Person.

In Berlin läuft das etwas anders. Schon der Alltag im Kiez führt dem Einheimischen immer wieder Prominente vor die Augen, ohne dass er deshalb vor Verzückung gleich aus den Latschen kippen würde. Vor zwei Tagen lief mir in der Ackerhalle Inka Friedrich über den Weg. Natürlich hätte ich ihr bei dieser Gelegenheit lässig sagen können, wie gut sie (ein Weilchen her) in „Sommer vorm Balkon“ gespielt hat. Hab ich aber nicht. - Gestern Mittag wiederum fuhr Annette Schavan mit dem Fahrrad durch die Torstraße. Nun war kein weiterer Mensch in der Nähe und ich hätte ihr zurufen können: „Oh, Frau Ministerin, Sie hier? Guten Weg!“ Oder: „Warum hört man so selten etwas von Ihnen oder was wird denn nun – ja, ja, es ist Ländersache – aus unserem zurückgebliebenen Bildungs – und Schulsystem?“ Dann hätte ich, wie im britischen Unterhaus, noch ein lautes „Yeah, Yeah“ nachschieben können. Nun, solche Reaktionen kann man den Touristen überlassen. Manchmal ist aber nicht mal ein solcher in der Nähe, wie auch im folgenden:

Die Händler und den neueröffneten Markt am Nordbahnhof kennt keiner und niemand geht hin – bis jetzt jedenfalls. Ich will gern meinen Beitrag leisten, um diesem Zustand abzuhelfen und habe Ende der Woche am Obststand zwölf Äpfel aus neuer Ernte (Elstar) gekauft. Anschließend wurden die Äpfel gewaschen, geviertelt, stellenweise ausgeschnitten und kamen dann, zusammen mit 300 ml Wasser, drei Teelöffel Zucker, ein Stück Zimt und zwei Nelken, in den Topf. Daraus wurde Apfelmus gekocht, welches dann durch ein Sieb gedrückt und kaltgestellt wurde. Das kalte Mus hat eine wunderbare hellbraun/zimtene Färbung und schmeckte sehr aromatisch. Dann wurde es in Gläser gefüllt und anschließend in Berlin verteilt. Ein beträchtlicher Teil der Familie lag danieder oder fühlte sich malade. Da kam das Apfelmus gerade recht. – Ich habe zwar auch einen Schnurrbart, bin aber ein unbekannter Koch und will es auch bleiben.

 
 

Autor:

Jürgen Pahl

 

21. Juni 2011 12:53:30

… Kaffee-Stadt: Neues Café-Rezept entwickelt, den Adhocco

cafe adhocco

Die Mädchen in unserer Agentur haben seit einiger Zeit eine spezielle Art, ihren Café zuzubereiten entwickelt: 1 Kaffee + 1 Espresso + Rest des Glases mit warmer Milch und frischem Milchschaum auffüllen. Das Ergbnis ist ein „Adhocco“ – ein starker Capuccino mit wunderbar dicker Schaum-Crema, die durch das doppelte Kaffeebrühen und ein bisschen Milchschaum entsteht. Sehr lecker und zur Nachahmung empfohlen!

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Alltägliches | Kochen | Soziales

 

28. Januar 2011 19:39:17

… aufgestoßen: Grüne Woche – ein deutsches Völlegefühl

Jedes Jahr im Januar:
Menschen durch die Hallen schieben,
ob’s ein einzelner nur war,
wird als Masse doch getrieben.
Passt in diesen Bauch noch etwas rein? Ja oder nein?!

Wurst, Fleisch, Fisch, Lärm ohne Ende,
Verkäufer mit Hallotria,
Bier, Wein, Werbung, Zwischenwände,
hoch die Gläser, ist doch klar!
Passt in deinen Kopf noch etwas rein? Ja oder nein?!

Schwere Beutel, rote Köpfe,
lachen, tanzen, bisschen snacken;
guck dem Chefkoch in die Töpfe.
Her den Schnaps und Kopp in Nacken.
Kann das gut für deine Leber sein? Ja oder nein?!

Hochgezüchtet, kann kaum laufen,
und die Super-Zeugungs-Hoden -
hörst du dort den Bullen schnaufen -
hängen beinah bis zum Boden.
Passt dies Tier noch in die Tierwelt rein? Ja oder nein?!

Pfeif auf alle Dioxine!
Kauf nur billig – spar Prozente.
Jedes Tier wird zur Maschine,
kriegt auch Öl; Medikamente.
Welcher Dreck soll noch hinein? Armes Schwein!

Nahrungsqualität wird sinken.
Geschmacksverstärker-Batterie,
Konservierungsstoffe winken,
es grüßt dich: Deine Allergie.
Aus welchem Stoff wird mal dein Körper sein? Oh, nein.

Irgendwann wird man uns testen,
Mensch, dann sperrt man dich in Boxen,
pumpt dich voll und wird dich mästen,
wird dich halten wie den Ochsen.
Alptraum, Alptraum, halte ein. Lass mich sein.

 
 

Autor:

Jürgen Pahl

 

12. Dezember 2008 15:24:55

… nicht respektabel: Jamie Oliver im Gespräch mit Denis Scheck über Vegetarismus

Jamie Oliver und Denis Scheck im Gespräch in der Sendung druckfrisch

Am Montag Abend zeigte Denis Scheck in seiner ARD Literatur-Sendung druckfrisch ein Bild (ein ausblutendes Wildschwein, das Oliver mit dem Papa des kleinen Mädchens geschossen hat, deren Planschbecken als Auffangwanne für das Blut genommen wird), aus dem neuen Jamie Oliver-Buch „Jamie’s Kochschule – Jeder kann kochen“ und sagt dazu: „Was mir an Ihren Kochbüchern so imponiert ist zum Beispiel auf diesem wunderbaren Foto zu sehen. Mit solchen Bildern stürmen Sie gegen unsere kulinarische Amnesie an, gegen die Entfremdung von unserem Essen, und holen es zurück ins wirkliche Leben.“

Diese Aussage ist schon recht merkwürdig, weil Scheck sagt, man müsse unser Essen zurück ins wirkliche Leben holen. Als ob man außerhalb des wirklichen Lebens essen könnte. Ich nehme an er will sagen, dass er es begrüßen würde, wenn wir (Menschen in den postindustrialisierten Ländern) die Essensproduktion (sähen, ernten, füttern, schlachten) in unser unmittelbares Erleben brächten, und somit eine wirkliche Beziehung zu dem hätten, was wir essen. Das ist ein Ansatz, der mir sehr nahe ist und auch ich habe diesen Wunsch.

Was Jamie Oliver dann antwortet ist allerdings genau das Gegenteil dessen, was ich mir unter einem Ansturm gegen die Amnesie vorstelle. Nachdem er erzählt hat, wie er diesen „Zurück zur Natur Ansatz“ versucht zu leben, erklärt er warum er nur vor HardCore-Vegetariern Respekt und Hochachtung habe, nämlich weil … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

3. Juli 2008 19:52:19

… wie im Urlaub: Eismacher und Dichter in Personalunion

Carlo Lanzanos Leitmotiv

Bei uns gegenüber auf der Skalitzer Straße ist diesen Winter eine Gelateria eingezogen. Wir haben aus dem Büro-Fenster allerbeste Sicht in den Laden und natürlich war zur kalten Jahreszeit nichts los im neuen Eiscafé, weswegen wir schon befürchteten, der neue Nachbar könnte es vielleicht noch nicht einmal bis zur eigentlichen Eissaison schaffen. Vor einiger Zeit nun, als die Temperaturen wirklich sommerlich wurden, habe ich den Chef des Ladens kennengelernt, was kaum schwer fällt, da er, Melodien zum immer dudelnden Radioprogramm summend, durchaus sehr mitteilsam ist. In der Zwischenzeit beschriftete er seinen ganzen Laden mit Botschaften zur Völkerverständigung und zum Weltfrieden, der seiner Meinung nach, gleich hier vor seiner Ladentür erreicht werden kann. Der Eismeister heißt … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

4. März 2008 12:03:57

… inspirierend: Die Basis des Kochens

 Buchtitel von die Basis Homerus Verlag Kochbuch

Es gibt solche und solche Kochbücher. Welche die mit erdig rustikalen Fotos daherkommen, auf denen alles nach warmem Sommerabend in der Toscana aussieht und meist im Olivenöl schwimmt und welche, bei denen die Fotos in abstrakter Schönheit bis Kühnheit erscheinnen, die Rezepte aber meist so kompliziert sind, bzw. die Zutaten absolut unauftreiblich, dass man über den Anschauungsunterricht nie hinauskommt. Natürlich gibt es auch noch allerlei andere Kochbücher: Die ohne Bilder, die mit Fehlern in den Rezepten, die von Mama, die von Jamie Oliver, bei denen man immer das Gefühl hat, dass man erst selber Kinder zeugen muss, und die für die leichte Küche, doch die alle sollten so wie so niemanden interessieren. Denn vor ein paar Tagen habe ich noch zwei ganz andere gefunden. Zwei kleine, in schwarzes Leinen gebundene Bücher mit glänzendem Goldschnitt und goldener Prägeaufschrift. Das eine „Die Basis“, das andere „Das Produkt“. Völlig klar, warum diese beiden Bücher so aussehen: Sie wollen die Bibeln unter den Kochbüchern sein – quasi Altes und Neues Testatment … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

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