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Archiv der Kategorie ‘Kunst‘

3. April 2011 14:07:33

… zum Einschlafen: Snoring in the USA in der NGBK


Was soll schon dabei rauskommen, wenn zwei Künstler (Kristina Leko und David Smithson) eine typische Touristenreise durch die USA machen und dabei jeden Tag und jede Nacht zu einem Video-Loop zusammenschneiden? Eine ermüdend uninspirierte 14 Kanal Video Installation. Ja ich kann erkennen, dass die angesteuerten Orte besucht werden, weil an ihnen Aufnahmen gemacht wurden, die in der amerikanischen Kinogeschichte einen gewissen Stellenwert haben, ich kann auch erkennen, dass man versucht den „American Dream“ und den „Mythos Roadmovie“ in die Realität zu holen, aber es ist halt einfach nur ganz furchtbar langweilig. Von „ironischer Verkehrung, zur poetischen Wirklichkeit“ keine Spur.

Den Busuch von „Snoring in the USA“ in der NGBK kann man sich sparen.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

16. Februar 2011 09:49:15

… wörtlich: Gysi, Gast und Goldfisch

„Im Anfang war das Wort“. (Ein Satz wie ein Felsen). „Rede mit mir“, bittet der fremdgängerische Mann seine Ehefrau. „Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen!“, meint Goethes Direktor im „Faust I“. Widersprüchliches: Halte den Mund, aber gib mir Dein Wort. Thomas Gottschalk macht nun beides und beendet seine „Wetten das“-Laufbahn, die ja auch vor allem eine Lizenz zum Reden, zum Fragen enthielt.

Das Deutsche Theater veranstaltet seit geraumer Zeit die Gesprächsreihe „Gregor Gysi trifft Zeitgenossen“. Gysi und sein jeweiliger Gast präsentieren sich an ausgewählten Sonntagen um 11.00 auf der Bühne und reden miteinander. Zeugen dieses Gesprächs sind zwei, munter in einem Aquarium schwimmende, Goldfische und ein, in aller Regel, vollbesetzter Zuschauersaal. Gysi gibt hier nicht den Parteipolitiker, sondern nahezu ausschließlich den freundlichen, gut vorbereiteten Gastgeber, der sowohl dem Bühnenquartett, als auch dem Publikum das Gefühl vermittelt, einem besonderen Sonntagvormittag beizuwohnen. Auf der Bühne regiert die höfliche Distanz, die bohrende Frage, das nachdenkliche Gesicht, der übersprudelnde Mund, das phänomenale Gedächtnis, die überraschende Information, der gut erzählte Witz, die genuschelte Erklärung, die stumme Betroffenheit und manchmal ein reiches, im Zeitraffer erzähltes, Leben. Ein einziger Mensch steht hier im Mittelpunkt und ein anderer – jenseits aller Hektik – befragt ihn. Gysi hangelt sich mit seinen Fragen am Lebenslauf seines Partners entlang, besucht auch die Nebenstationen und hinterfragt Motive und Gefühle. Das ermöglicht Aufmerksamkeit, füllt die Bühne und beansprucht Kopf und Herz des Zuschauers hinreichend. Das Gespräch bringt ihn zum Staunen, Nachdenken, Lachen und entlässt ihn nach gut zwei Stunden verändert in den Tag.

Die Liste der bisher eingeladenen Gäste ist lang und vielsagend. Um nur einige zu nennen: Klaus Maria Brandauer, Kurt Maetzig, Peter Scholl-Latour, Wladimir Kaminer, Hape Kerkeling, Thomas Langhoff, Wolfgang Kohlhaase, Roger Willemsen und jüngst Mario Adorf. Besonders interessant war es immer dann, wenn dem Prominenten etwas entlockt werden konnte, was er nicht schon mal im Fernsehen von sich gegeben hat. Das gelingt oft gut, denn eine Kamera ist hier nicht dabei. Eine überproportionierte Selbstdarstellung musste man bei dieser Gesprächsreihe bisher selten erleben, aber auch sie gehöre dazu.

Die Veranstaltungen sind, wie nicht verwunderlich, lange vor dem Termin ausverkauft. Dass ich mit diesem Text die Karten-Chancen nicht gerade verbessere, liegt auf der Hand. Aber: Auf Qualität muss man hinweisen. Das nächste Gespräch findet am 27. März 2011 statt. (Eintritt: 8,- €uro) Gast ist der frühere sowjetische Botschafter (1971-78 in der BRD), Diplomat und jetzige Journalist Valentin Falin.

 
 

Autor:

Jürgen Pahl

 

4. Februar 2011 12:58:09

… auch erotisch: Robert Mapplethorpe Retrospektive bei C/O Berlin

Phillip Prioleau 1980
Phillip Prioleau, 1980

Schöne Männer, interessante Frauen. Die Welt mal leicht gekippt. Erotische Akte – manche nennen es pornografisch – mit dem Titel Thomas oder Schwanz oder Mann im Polyesteranzug. Nicht weniger erotische Blumenstillleben – zwei sich erregt zuwendende Tulpen und mehr. Eindrückliche Portraits von Louise Bourgeois, Annie Leibovitz, Grace Jones, Cindy Sherman. Interessante Frauen, wie einführend gesagt. Außerdem Isabella Rossellini. Und natürlich ein eigener Raum für sein erstes Modell: Patti Smith.

187 Arbeiten des 1946 geborenen und 1989 leider viel zu früh an AIDS gestorbenen radikalen Fotokünstlers Robert Mapplethorpe zeigt die immer noch im Ungewissen existierende C/O Galerie in einer Retrospektive, die Felix Hoffmann in Kooperation mit der New York Robert Mapplethorpe Foundation und dem NRW Forum Düsseldorf kuratierte.

„I never liked photography. I like the object.“ steht als Credo des Fotografen an einer der Wände des Alten Postfuhramts in der Oranienburger Straße, das mit seiner angegriselten Patina so exquisit für Fotoschauen geeignet ist. Insbesondere für diese. Man hat Mapplethorpe Obszönität vorgeworfen, seine Werke wurden zensiert. Dabei sind seine Bildwelten und visuellen Körperkompositionen Ästhetik pur und gleichzeitig ein Medium, mit dem er einer bigotten Gesellschaft den Spiegel vorhält. Wortwörtlich zum Beispiel bei Bill: in der Mitte ein Spiegel, links und rechts gerahmt vom Bild eines Penis. Oder im 1. OG und hart an der Grenze zum Heldenepos der durchtrainierte Body in der Pose des Athleten, eingebettet in die Geometrie des Kreises oder Quadrats. Dann Kinderbilder: Sarabelle im braven Kleidchen am Klavier, ein schlappender Schuh als Verweis auf die Bereitschaft, Konventionen zu sprengen, die artige Anmutung subtil unterwandert. Oder ist das nur meine Fantasie? Zur Voyeurin gemacht und eingeladen, über das unmittelbar Zweidimensionale vor meinen Augen hinauszublicken. Eine (viele) andere Ebene(n) zu sehen.

Noch bis zum 27. März Fotografien von Robert Mapplethorpe in der C/O Galerie. Täglich 11-20 Uhr. Eintritt: € 10,–.

 
 

 

2. Februar 2011 14:01:19

… mediales Getue: transmediale 11 im Haus der Kulturen der Welt

paulvanouse_transmediale11

Es ist wiedereinmal eine Art Rummelplatz für arty nerds & geeks geworden. Überall werden große Datenmengen gesammelt, rekombiniert, visualisiert, verdampft, gelöscht oder auch mal mit Poesie und Tanz neu aufgeladen. Bücher, in denen endlose Datenbankinhalte gezeigt werden, Texte oder Bilder, machen die Runde. Und man gibt sich wissenschaftlich, sucht die Nähe zur Biologie und Genforschung, bleibt dabei aber auf einer rein phänomenologischen Ebene. D.h. man macht irgendwas, es passiert irgendwas, das visualisiert man irgendwie medial aufgebläht und dann schreibt man einen irrwitzig überbordenden Text zu den gewaltigen Möglichkeiten oder Erkenntnissen, die zumindest theoretisch mit der verwendeten Methode eröffnet wurden. „RESPONSE:ABILITY“. So geht heute Medienkunst und nebenbei verkommen wissenschaftliche Basismethoden (auf Schulniveau) zu Kunstevents. Als Paradebeispiel für solcherlei Vorgehen können die Arbeiten von Paul Vanouse gelten.

Am sympathischsten sind dabei noch die DIY-Stände, wo man aus Karotten Föten schnitzt, Lampen umstrickt oder eigene kleine Animationen improvisieren kann.

reynoldreynolds_transmediale11

Aber ich will nicht nur schlecht reden, es gibt auch sehr schöne, höchst artifizielle, letzlich nicht entschlüsselbare und vielleicht gerade dadurch stark anziehende Arbeiten zu sehen, und auch hier möchte ich exemplarisch eine Arbeit benennen. Wirklich wunderbaren Kunstgenuss bietet Reynold Reynolds im Studio 4, wo auf 8 Videoscreens die zusammenhängende „The Secret Trilogy“ zu sehen ist. Man erlebt den Gang der Zeit und den Lauf der Dinge, Leben und Tod, Selbsterkenntnis und Sexualität, fressen und gefressen werden, wachsen und sterben und es ist ein köstlicher Zeitvertreib. In Stop-Motion-Technik reihen sich symbolisch aufgeladene und poetische Bilder aneinenader, flimmern in künstlerischer Überhöhung und atemloser Geschwindigkeit.

Das Programm der transmediale 11 ist riesig und sicherlich gibt es ebenso viele interessante wie uninteressante Dinge zu sehen. Man muss es halt zu nehmen wissen.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

30. Januar 2011 17:17:09

… Labor: Alles was Sie über Chemie wissen müssen im Bethanien

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Zur transmediale 11 gibt es diesmal einige „Satelliten“ in der Stadt, also Orte an denen sich das transmediale Programm in andere Locations als das angestammte Haus der Kulturen der Welt ausbreitet. Zusätzlich gibt es, wie immer, das breitgefächerte club transmediale Programm, in dem die musikalische Seite des Festivals zusammengefasst wird. Das hört sich geordnet an, doch tatsächlich ist die Ausstellung, um die es hier gehen soll, nur über Google auf der Website der Abteilung club transmediale zu finden. Aber solcherlei Unschärfen ist man von der transmediale ja gewohnt und es sollte nicht auf die Einschätzung der Ausstellung abfärben. Denn diese „Alles was Sie über Chemie wissen müssen“, präsentiert vom niederländischen Kunstraum TAG, sehr schlüssig kuratierte Ausstellung breitet sich gekonnt in 2 Studios des Bethanien aus. Es geht zwar eher um physikalische als um chemische Phänomene, aber sei’s drum. Besonders bemerkenswert fand ich einige kinetische Objekte. … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

18. Januar 2011 14:33:03

… geometrisch: ABSALON im KW

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Irgenwie schafft es das KW immer wieder spannende Ausstellungen völlig langweilig zu kommunizieren. So jetzt wieder bei ABSALON. Eher zufällig bin ich in die Ausstellung geraten, weil ich mal wieder die Auguststraße der ganzen Länge nach abgeklappert habe. Den Pressetext hatte ich gelesen und dachte „na ja“. Dabei ist die Ausstellung wirklich schön, beeindruckend und hoch ästhetisch.

Absalon, ein für immer jung bleibender, israelischer Künstler, da er schon vor 18 Jahren im Alter von 28 verstorben ist, entwarf und baute minimalisierte Lebensräumen, kleinen Kammern und höhlenartige Bauten, die aus geometrischen Grundformen zusammengefügt sind. Was er damals penibel aus Karton, Gips, Holz und immer weißer Farbe zusammensetzte, wird heute mit ein paar Mausklicks über Boolesche Rechenoperationen in 3D-Programmen erzeugt. Doch welch ein Unterschied, haptisch wie körperlich, ist es doch, diese Zylinder, Kugeln und Kuben tatsächlich im Raum stehen zu haben, sie begehen und anfassen zu können.

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Autor:

Magnus Hengge

 

27. Dezember 2010 02:24:13

… am Fluss: Thomas Rauchfuß im Rio Grande

riograndethomrauchfussdreifluesse

Seit Februar des Jahres heißt die Straße am Westufer der Oberbaumbrücke nicht mehr Groebenufer. Sie war bis dahin nach Otto Friedrich von der Groeben (1657-1728) benannt, der im ehemalig kurbrandenburgisch annektierten Ghana einen Sklavenverschiffungshafen errichtete, von wo aus über 30000 Afrikaner verschifft und verkauft wurden. Statt dem schändlichen Kolonialismus auf diese Weise noch nachträglich und fortgesetzt Ehre zukommen zu lassen, erinnert der neue Straßenname „May-Ayim-Ufer“ nun an eine Pionierin der afro-deutschen Kulturbewegung. Und das ist gut so!

An diesem Ort, an dem die jetzt wieder vollständig renovierte Doppelanlegestelle aufgebaut wurde, residiert das Restaurant Riogrande geführt von Edith Berlinger und Dietmar Schweitzer, dem österreichischen Pärchen, das durch das Horváth am Paul-Linke-Ufer und das Jolesch (inzwischen abgegeben) in der Muskauer Straße reichlich Erfahrung mitbringen. Schon im Jolesch hing sehr lange ein imposanter neoexpressiver Triptychon von Thomas Rauchfuß, auf dem eine Gesellschaft rund um ein auf dem Tisch liegendes, blutend aufgeschlitztes Schwein feiert. Nun am neuen Ort hängen wieder drei Bilder, auch sie gehören zusammen, sind aber doch einzelne Bilder. … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

22. November 2010 00:34:40

… Zukunft, die nicht mehr ist, was sie einst war: Anmerkungen zu einer Ausstellung in Warschau

Paul Valery (1871-1945) behauptete einmal über die Zukunft, dass sie nicht mehr sei, was sie einst war. Was das in der Kunst meinen könnte zeigt das Warschauer Zentrum für Zeitgenössische Kunst aktuell mit hochspannenden Videoinstallationen, animierten Filmen und Bildern überwiegend junger Künstlerinnen und Künstler aus Ungarn, USA, Polen, China, Italien, Österreich und Südkorea. In einer von Magdalena Sawón kuratierten Ausstellungen sind Arbeiten von Tamas Banovich, Kevin Bewersdorf, Mikolaj Dlugosz, Kenneth Tin-Kin Hung, Michael Mandiberg, Eva und Franco Mattes, Joe McKay, Ursula Endlicher, Joo Youn Peak, Zach Gagen und The Yes Men im seit 1996 als Museum und Galerie fungierenden Schloss Ujazdowski zu besichtigen.

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5. November 2010 17:46:33

… Kunst des Lichts: László Moholy-Nagy im Martin-Gropius-Bau

Fotogramm Moholy-Nagy, ca. 1938. (c) VG Bildkunst, Bonn, 2010

Lange vor der multimedialen Postmoderne gab es die unbändige Vielfalt der Moderne, zu deren kreativsten Protagonisten der ungarische Künstler László Moholy-Nagy (geb. 1895) zu zählen ist. 1923 beruft Walter Gropius ihn an das Bauhaus, und Moholy-Nagy folgt dem Ruf, zunächst nach Weimar, dann nach Dessau. Moholy-Nagy ist Kunsttheoretiker, Maler, Filmemacher, Fotograf, Bühnenbildner, Typograf, Zeichner, Bildhauer. Als Industriedesigner schmiedet er das Band zwischen Kunst und Kommerz. Mit dem Fotogramm entwickelt er die Kunst des „Malens mit Licht“; es ist die „Lichtgrafik“, die ohne Kamera entsteht. Überhaupt Licht: Kunst muss Licht reflektieren, ist sein Prinzip, ja seine Mission. Malen mit Licht, nicht mit Farben ist seine Praxis. Diese weiterzugeben ist ihm Lebensaufgabe. Als engagierter Dozent unterrichtet er in Weimar und Dessau, später, nach der von den Nazis erzwungenen Emigration nach Amsterdam und London auch in Chicago, wo er die New Bauhaus – American School of Design gründet. Nach deren Schließung – Geldnot! – baut er 1939, ebenfalls in Chicago, das Institute of Design auf, wo er bis zu seinem Tod 1946 tätig ist. … Weiterlesen

 
 

 

9. Oktober 2010 11:07:05

… Kunst und Macht: Kommentar von Bazon Brock

(Entweder JavaScript ist nicht aktiviert, oder Sie benutzen eine alte Version von Adobe Flash Player. Installieren Sie bitte den aktuellsten Flash Player. )
Interview (nur Ton!) auf Radio Eins anlässlich des Art Forums vom 8. Oktober 2010.

Er hat nicht nur einen der besten Vornamen der Welt, sondern auch die feinsten Kommentare. Prof. Brock spricht über Kunst und das Verhältnis zur Macht. Besser geht es kaum: „Das Vorstellen des Unvorstellbaren aber vorstellen und das Denken des Undenkbaren aber denken.“

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Kunst | Politik

 
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