Theseus ist die zweite Barockoper von Georg Friedrich Händel im laufenden Programm der Komischen Oper Berlin. Wie bei Oreste folgt die Geschichte im Prinzip der griechischen Vorlage, wobei man bei diesem Werk wirklich manchmal das Gefühl hat, dass halt irgendeine intrigante Geschichte vertont wurde, damit es einen Grund gibt, in den höchsten Tönen zu singen. Da die typischen Da Capo Arien eigentlich nur ausgedehnte musikalische Zustandsbeschreibungen auf der immer wieder gleichen Textzeile sind, wird die Geschichte fast ausschließlich in den kurzen Übergängen zwischen den Arien vorangebracht. Genau in diesem Hin und Her von völligem Stillstand und ruckartigem Voranschreiten, liegt die Schwierigkeit beim Inszenieren einer solchen Oper. Bei Oreste gelang das hervorragend, indem das Schauspiel ganz kontinuierlich fast unabhängig vom Rhythmus der Arien und Rezitative entwickelt wurde, die Aufführung von Theseus räumt den Arien hingegen ruhende Plateaus ein, was musikalisch sicher ein Gewinn, in der Spannungskurve des Schauspiels dagegen eine Belastung ist, denn dieses Werk ist groß und lange dreieinhalb Stunden lang. Es wird getragen von den ausnahmslos hervorragenden Sänger-/innen, wobei sicher Stella Doufexis als Medea der stimmliche Star der Aufführung ist.
Das verdrehte Libretto sei als Einstieg möglichst kurz skizziert: Theseus der ziemlich abgerockte Titelheld kämpft in der Ferne während zuhause … … Weiterlesen





