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Archiv der Kategorie ‘Themen‘

21. November 2010 22:20:45

… schlank und brilliant: mini-Mahler im Kammermusiksaal der Philharmonie

minimahler

Vor einiger Zeit war ich in einem verblüffenden und großartigen Konzert. Unter dem Namen „mini-Mahler“ findet derzeit im kleinen Saal der Philharmonie eine dreiteilige Konzertreihe statt, die sich auf den „Verein für private Musikaufführungen“ bezieht, der von 1918 bis 1921 in Wien von Arnold Schönberg und seinen Schülern gegründet wurde. Damals veranstalteten die Protagonisten einer neuen experimentelleren Generation Konzerte im geschlossenen Kreis, für die oft extra neue Kammerorchesterfassungen von Sinfonien oder anderen großorchestralen Werken zeitgenössischer und in der Presse geschmähter Komponisten geschrieben wurden. Die Konzerte hatten ausdrücklich didaktisches Format, wodurch die neuartige Musik begreiflich gemacht werden sollte. So wurden hochkonzentrierte Versionen der Werke vieler Komponisten geschaffen, und die damals teils spektakulär neue Musik bekam auf diese Weise überhaupt eine Chance zur Aufführung. Die missmutige Presse musste übrigens draußen bleiben.
Das ist heute anders, denn zumindest ich als Blogger … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

12. November 2010 11:52:33

… viele (bunte) Bilder: Impressionen vom 4. europäischen Monat der Fotografie

Recent photographs by Evol + Just

Der Europäische Monat der Fotografie in Berlin ist kalenderunabhängig. Er beginnt im Oktober, dauert den ganzen November, und erstreckt sich teils bis zum Januar. Ebenso real und irreal wie die Zeit sind die Bildwelten der KünstlerInnen, die aktuell von über 140 Galerien und anderen Locations der Stadt gezeigt werden. Die vermutlich kleinste Ausstellung der 4. MdF-Edition – Life Lines von James Clancy – präsentiert sich mit neun Aufnahmen aus Cork und Dublin in der Botschaft von Irland. Die eindrucksvollen Beispiele für „ein Leben im Werden“ des irischen Fotografen sind daher auch nur während der Bürozeiten zu sehen.

Das Ambiente ist ein nicht unbedeutender Faktor … Weiterlesen

 
 

Kategorie:

Fotografie

 

5. November 2010 17:46:33

… Kunst des Lichts: László Moholy-Nagy im Martin-Gropius-Bau

Fotogramm Moholy-Nagy, ca. 1938. (c) VG Bildkunst, Bonn, 2010

Lange vor der multimedialen Postmoderne gab es die unbändige Vielfalt der Moderne, zu deren kreativsten Protagonisten der ungarische Künstler László Moholy-Nagy (geb. 1895) zu zählen ist. 1923 beruft Walter Gropius ihn an das Bauhaus, und Moholy-Nagy folgt dem Ruf, zunächst nach Weimar, dann nach Dessau. Moholy-Nagy ist Kunsttheoretiker, Maler, Filmemacher, Fotograf, Bühnenbildner, Typograf, Zeichner, Bildhauer. Als Industriedesigner schmiedet er das Band zwischen Kunst und Kommerz. Mit dem Fotogramm entwickelt er die Kunst des „Malens mit Licht“; es ist die „Lichtgrafik“, die ohne Kamera entsteht. Überhaupt Licht: Kunst muss Licht reflektieren, ist sein Prinzip, ja seine Mission. Malen mit Licht, nicht mit Farben ist seine Praxis. Diese weiterzugeben ist ihm Lebensaufgabe. Als engagierter Dozent unterrichtet er in Weimar und Dessau, später, nach der von den Nazis erzwungenen Emigration nach Amsterdam und London auch in Chicago, wo er die New Bauhaus – American School of Design gründet. Nach deren Schließung – Geldnot! – baut er 1939, ebenfalls in Chicago, das Institute of Design auf, wo er bis zu seinem Tod 1946 tätig ist. … Weiterlesen

 
 

 

10. Oktober 2010 21:26:28

… einbruchsicher

(heute Zeigitag 2)

<br />

 
 

Autor:

Joachim Buroh

 

9. Oktober 2010 11:07:05

… Kunst und Macht: Kommentar von Bazon Brock

(Entweder JavaScript ist nicht aktiviert, oder Sie benutzen eine alte Version von Adobe Flash Player. Installieren Sie bitte den aktuellsten Flash Player. )
Interview (nur Ton!) auf Radio Eins anlässlich des Art Forums vom 8. Oktober 2010.

Er hat nicht nur einen der besten Vornamen der Welt, sondern auch die feinsten Kommentare. Prof. Brock spricht über Kunst und das Verhältnis zur Macht. Besser geht es kaum: „Das Vorstellen des Unvorstellbaren aber vorstellen und das Denken des Undenkbaren aber denken.“

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Kunst | Politik

 

8. Oktober 2010 17:09:58

… die Silberstadt Potosí: Eine Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt.

<br />Das Wortspiel im spanischen Titel der Schau – El principio Potosí - lässt sich nicht übersetzen. Principio heißt „Anfang“ und „Prinzip“. Doch die Idee ist unabhängig von der Sprache, in der sie präsentiert wird. Und das ambitionierte Projekt, das sich gestern Abend im HKW zum ersten Mal dem Berliner Publikum präsentierte, vermittelt vielschichtig und provokativ, worum es im Jahr 400+ der Globalisierung gehen soll. Potosí steht am Anfang des Welthandels, wie wir ihn heute kennen. Mit dem in den Bergwerken der bolivianischen Andenstadt geförderten Silber kauften die spanischen Kolonialherren Seide in China und Sklaven in Afrika. Der Reichtum der Welt – der Kaufleute und imperialistischen Monarchien und Bourgeoisien – basierte jedoch damals wie heute auf der massiven Ausbeutung der indigenen und armen Bevölkerung der Länder, deren Ressourcen die Welt braucht(e) und raubt(e). … Weiterlesen

 
 

Kategorie:

Geschichte | Gesellschaft | Kunst

 

6. Oktober 2010 19:11:16

… in der staatlichen Münze: Die Berliner Liste 2010, die etwas experimentellere Kunstmesse

<br />
Samuel Salcedo „Pals“(2010)

Bieniek Sebastian „Please believe me!
I‘m Cicciolina on facebook“ (2010)

Die Macher der Berliner Liste haben auch in diesem Jahr ein neues altes Gebäude für die Kunst erschlossen. Diesmal ist die Kunstmesse in den ehemaligen Räumen der Staatlichen Münze am Molkenmarkt 2 untergebracht, also nur einen Steinwurf entfernt von Wowis Roten Rathaus.

Das Haus alleine ist schon einen Besuch wert, denn hier ist er in den ramponierten Gängen noch zu spüren, der fiebrige Atem der Umnutzungsapologeten, die in den 1990ern ein Großobjekt nach dem anderen (Kulturbrauerei, Arena Treptow u.v.a.) neuen Verwendungen zugeführt haben. … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

3. Oktober 2010 21:41:06

… am Ende des Sommers

<br />

Ein Sprungturm. Ein Schwimmbad. Die letzten Tage, bevor der Sommer vorbei ist. Der Jahrhundertsommer. Der Monstersommer. Tödlmayer, der Kollege, ist im Krankenstand. So arbeitet der Ich-Erzähler allein. Die wenigen Tage bis Saisonende sollte das gehen. Meint die Verwaltung. Und eigentlich gibt es auch nur noch einen Badegast. Das Alter Ego des Protagonisten. Verkörperung all dessen, was dieser nicht ist. Schwimmmeister. Schwimmlehrer. Wasserscheu. Sportler. Retter. Schwuler. Schüchterner. Muttersohn. „Joe“ bringt die Erinnerung an einen Vater, auch Bademeister, der sich in eine andere Frau verliebte und fort ging. Oder ertrank? Im Suff? An die Mutter, die Baumann aus der Schweiz heiratete, der seinen Sohn mit in die Ehe bringt. „Tommy, can you hear me?“ spricht praktisch nicht, aber er hat einen mächtigen, prächtigen Schwanz. Wird zum Zwillingsstiefbruder. Zur anderen Hälfte vom Ich.
Es wimmelt von Bademeistern und surrealistischem Blau. Es gibt einen verlassenen Bademantel, und den Kranich. Der letzte Badegast ist ein lyrischer Traum-Albtraum, ein fein gewebtes Wortspiel, ein Memoir und genialer Ausdruck eines Sommerendes. Der Autor, Hugo Ramnek, Jahrgang 1960, wurde 2008 für seine satirische Fabel Das Letzte von Leopold mit dem Preis des Kärtner Schriftstellerverbandes ausgezeichnet. 2009 gewann er in Salzburg den erostepost-Literaturpreis für die beste erotische Geschichte.
Der Wieser Verlag lockt mit einem fotografischen Einband, der sich elegant-dezent von der üblichen neutralen Farbgebung der immer schmuckvollen Bücher, die wir sonst aus Klagenfurt bekommen, abhebt. Locken lassen, wäre meine Empfehlung. Dieses Buch verführt in zahllose Geschichten hinein. Endlosigkeit da, wo das Ende unumstößlich fest steht und so gewiss ist, wie der letzte Badegast am Ende der Freibadsaison … des Lebens.

Hugo Ramnek, Der letzte Badegast
Roman, Wieser Verlag, Klagenfurt/Österreich, 2010

 
 

Kategorie:

Literatur

 

3. Oktober 2010 17:21:49

… unvergesslich: Julian Rosefeldt in der Berlinischen Galerie als Preisträger des Vattenfall Kunstpreises

theshift_02_small
„The Shift“, 2008, Julian Rosefeldt
Production Photograph from, 4-screen film installation, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Living in oblivion“ – Leben in der Vergessenheit nennt Julian Rosefeldt die Ausstellung in der Berlinischen Galerie. In einer symmetrisch aufgebauten Großinstallation, die über zwei Spiegel bis ins unendliche verlängert erscheint, werden drei Arbeiten kombiniert, deren Mitte von der fotografischen Dokumentation eines geschichtlich bedeutsamen Platzes in München gebildet wird, dem Gelände der ehemaligen „Ehrentempel“, das in unmittelbarer Nachbarschaft zum sogenannten „Braunen Haus“, dem Gründungshaus der NSDAP, und dem früheren Verwaltungsgebäude der NSDAP-Parteizentrale, liegt. Die Monumente zum Gedächtnis an die beim Marsch auf die Feldherrnhalle am 9. November 1923 von der Polizei erschossenen Hitler-Anhänger, waren hier zur kultischen Verehrung der sogenannte „Märtyrer der Bewegung“ aufgebaut. Nach dem Krieg wurden sie von den Amerikanern gesprengt, doch die Grundsockel sind bis heute hinter Hecken zu sehen. Die Ausstellung nimmt den Grundaufbau der Ehrentempelanlage auf, wobei die beiden Sockel … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

2. Oktober 2010 19:30:43

… Realstadt: wirkliche Modelle architekonischer Wünsche

darkschlossplatz

Es war einmal eine große Halle, die war einmal ein Heizkraftwerk, war einmal ein Technoclub, ist gerade eine Ausstellung über architektonische Wünsche. Realstadt im Kraftwerk Mitte. Die gigantische Halle an der Köpenicker Straße, die bis vor kurzem vom Tresor bespielt wurde, ist ein wunderbarer Ort für diese ausufernde Show von allerlei architektonischen Modellen.

Durch die groben Betonträger und offenen Wände hat der Raum selbst die Anmutung eines zu groß geratenen Modells. Er erscheint wie die Mutter aller Modelle und der Innenraum wird zum Bauch der Architekten, in dem nun massenhaft neue Modelle unter beängstigenden Wärmelampen ausgebrütet werden. Besucher haben nun quasi endoskopischen Zugang und können die vielen architektonischen Kopfgeburten modellhaft erleben. Die Bandbreite der Projekte aus ganz Deutschland könnte dabei kaum größer sein: Von Detail-Modellen, die zum Selbstzweck entstanden sind (z.B. ein Modell bzw. Nachbau von Jens Reinert eines existierenden Treppenhauses, das die Frage aufwirft, wozu um Himmelswillen nur ein Modell davon gebaut wurde), über den Normalfall der Entwurfsvisualisierungen, wahlweise von Einfamilienhäuser oder ganzen Städten, bis hin zu düsteren Scienc Fiction Visionen des inszenierten Stadtzerfalls ist hier alles in echten gebauten 3D-Modellen zu betrachten. Die Modelle, Ideen und Projekte stammen aus den letzten Jahrzehnten von ganz aktuell bis zurückgehend in die 80er Jahre. … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

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