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16. Juni 2008 11:03:47

… künstlerisch noch weiter gedreht: Ming Wong macht ein Remake von Angst essen Seele auf

Es ist der Fassbinder-Klassiker schlecht hin: „Angst essen Seele auf“ mit Brigitte Mira. Ein Sozialdrama, wie es nur in Deutschland in den 70ern von eben diesem Rainer Werner Fassbinder gemacht werden konnte. Ein Stück Filmkunst, das bis heute thematisch den Finger in offene Wunden legt. Es geht um Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Gerechtigkeit, Probleme zwischen alten und jungen Menschen und die Entfremdung im Arbeitsalltag. Alles Themen die seit 1974 nicht restlos aufgearbeitet sind. Wie könnten sie auch?

Ming Wong nimmt sich den Stoff und dreht den gesamten Film, einerseits respektlos und andererseits als Hommage, eins zu eins nach. Er will damit der deutschen Sprache und der deutschen Kultur näherkommen, denn er durchlebt den Film im Selbstversuch, in dem er alle Rollen selber spielt und manchmal als fünf verschiedene Personen gleichzeitig im Film auftritt. Er spricht dabei mit holprigem Akzent und manchmal irritierend … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

13. Juni 2008 15:09:12

… bildstark: Die 100 besten Plakate 2007


„Kamm“, Gestalter: BBDO Düsseldorf GmbH

Alljährlich lobt der 100 beste Plakate e.V in Form eines Wettbewerbs die 100 besten Plakate im deutschsprachigen Raum. Aus den prämierten Affichen wird dann eine Wanderausstellung gemacht, bei der traditionell in Berlin die erste Vernissage gefeiert wird. Die Ausstellung ist heuer (wie der Österreicher sagt) schon zum zweiten Mal im Foyer der Kunstbibliothek im Kulturforum und diesmal gestaltete ein Studententeam des Fachbereichs Produktdesign an der Kunsthochschule Kassel unter Leitung von Prof. Oliver Vogt im Rahmen eines Semesterprojekts ein sehr schönens Ausstellungsdesign. Die Plakate wurden auf, dem jeweiligen Format angepassten, Körpern aufgezogen und bilden zu Straßen übereinandergestapelt … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

12. Juni 2008 23:36:33

… hektische Posse: Hekticket soll am Alex bleiben!

hekticketrathausstrasse.jpg
Möglicher neuer Standort des Hekticket-Schalters in der Rathausstraße.

Das praktische Regieren auf kommunalem Niveau ist manchmal schon sehr verworren bis unverständlich. Da werden selbst kleine Geschichten, wie die vom Hekticket Verkaufskiosk am Alex, zu größeren Kompetenzschlachten zwischen den verschiedenen Senatsabteilungen, die sich permanent gegenseitig auf den Füßen stehen. Der Fall ist so: Das Grünflächenamt Berlin Mitte will, dass der kleine Hekticket-Schalter am Alexanderplatz bis zum 12.6.08 ersatzlos geräumt wird (warum auch immer?). Bei den in diesem Punkt etwas kulturaffiner gestimmten Institutionen Kultursenat, Kulturamt Mitte und der BVV-Mitte hat es sich hingegen herumgesprochen, dass ein hohes öffentliches Interesse am Betrieb von Hekticket besteht, denn … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

10. Juni 2008 11:57:13

… gehackt: Angriff aus der Türkei

bursacity1.jpg

Soll man davon erzählen oder nicht? Wir glauben schon!

Heute Nacht wurde die Startseite von Berlin-ist.de von einem gewissen Burak gehackt. Er hat eine eigene Start-Page (default.html) aufspielen können, so dass unser System nicht mehr angesprochen wurde. Unsere Website und alle Datenbankinhalte blieb dabei völlig unberührt, so dass wir durch einfaches Entfernen der fremden Start-Page wieder den gewünschten Zustand herstellen konnten. Der Hacker kam über eine Sicherheitslücke von Web-DAV rein, was wir jetzt abgeschaltet haben, und hinterlies dabei eine Spur, die in die Türkei führt:

Die IP mit der sich Burak einwählte ist die 88.246.132.216 und er kam ohne Proxis aus Denizli/Türkei. Aufgespielt wurde eine Website, die zu www.bursacity.org führt, wo recht aggressiver, türkischer HipHop abgespielt wird. (Die Texte verstehe ich leider nicht. Vielleicht kann mal jemand ein bisschen übersetzen.)

Interessant ist der Hacker-Name „Burak“, denn in der nicht-türkischen Schreibweise bezeichnet das Wort „buraq“ im Islam ein weißes pferdähnliches Reittier mit Flügeln und Menschenantlitz, auf dem nach der Überlieferung der Prophet Mohammed in den Himmel flog (laut Wikipedia). Da stellt sich die Frage, ob Hacken nun auch schon als legitimes Mittel Kampf der Kulturen angesehen wird, und warum eine derartige Attake gerade uns trifft, wo wir doch immer für den Dialog, für Verständigung, für Offenheit und für Gleichberechtigung eintreten. Wir halten nichts von der stumpfen Theorie des Kampfes der Kulturen! Na ja, vielleicht gerade deshalb.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Internet

 

9. Juni 2008 14:05:21

… Frisch kombiniert: Arno Rink und Miriam Vlaming

Blick in die Ausstellung, Bilder von Miriam Vlaming

Man könnte meinen, die Ausstellung „Rink & Vlaming Malerei“ bei Frisch in der Halle am Wasser ist eine nach dem Motto „Der alte Mann und das Mädchen“. Doch so ist es ganz und gar nicht. Denn Arno Rink, der altgediente Malerei-Lehrer aus Leipzig und auch der Lehrer von Miriam Vlaming, (er)findet sich gerade neu, während die junge Miriam Vlaming ihren jüngst sehr erfolgreichen Stil gradlinig durchzieht. Der Alte kann sich auf dem Hintergrund seines Lebenswerkes wieder auf die Suche machen, während die Junge möglichst wiedererkennbar Flachware produziert. Es sieht allerdings auch bei Miriam Vlaming nicht so aus, als würde es ihr keinen Spaß machen und … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

25. Mai 2008 18:54:00

… unverständlich: Medienkritik was Designkritik hätte werden sollen

Das IDZ (Internationale Design Zentrum) läd in die AdK (Akademie der Künste) zum Forum für international Designkritik. Auf dem Podium finden sich programmgemäß ein: Herlinde Koelbel (eine Feuilletonleserin > Fotografin, Autorin und Filmemacherin), Josef Lukas (ein Wahrnehmungspsychologe > Professor für Allgemeine Psychologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Uwe Loesch (ein Grafik-Zampano > Professor für Kommunikationsdesign an der Bergischen Universität Wuppertal), Hans Ulrich Reck (ein Virilio-Jünger > Professor für Kunstgeschichte im medialen Kontext an der Kunsthochschule für Medien Köln) und zur Moderation Wolfgang Welsch (ein Denkender, der vergessen hat, dass er nichts weiß > Professor für Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena). Durchschnittsalter der Podiumsgruppe deutlich über 60. Zu diesem Anlass füllt sich der Plenarsaal fast bis zur Gänze mit Designern und Artverwandten aus den Berlinern Büros. Durchschnittsalter der Hörer um die 40. Die Bekanntschaftsverhältnisse im Raum verknüpfen sich über weitestens vier Ecken. In den Köpfen der Anwesenden sind Themen wie „Die Veränderung der Wahrnehmung durch Werbung, Kommunikation und Design“ tägliches Arbeitsfeld.

Diskutiert wird über die „Lage der Bilder“ zum Zeitpunkt einer globalisierten Rhetorik des Visuellen unter der Prämisse dabei so etwas wie die Kultur der Designkritik neu zu initialisiern. Natürlich fallen dabei sofort die Stichworte „Bilderflut“, „medialer Terror“, „Überreizung“ und beklagt wird (wie üblich) die fehlenden Qualität der neuen (unabhängigen) Medien, denen Irrelevanz unterstellt wird, die Abhängigkeit der Massenmedien von der zahlenden Werbung und die Konzentration auf wenige Verlage einschließlich der damit einhergehende Monothematisierung. Mit einem Wort: Die Experten hinter den Mikrophonen redeten bemüht am Thema vorbei.

Es ist schon äußerst verwunderlich, dass eine bedeutende Fotografin, wie Herline Koelbel, haltlosen Theorien … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

25. Mai 2008 18:32:47

… erschütternd: Einstüzende Neubauten live in der Columbiahalle

einstuerzendeneubauten.jpg

Ein dicklicher Sänger in schwarzen Hosen, die ihm früher mal gepasst haben, ein humpelnder Bass-Rocker mit Metallica-Alüren, ein annähernd kahlköpfiger, wie ein 8-jähriger Flummy hüpfender Schlagwerker, und noch einer, der gutmütig seiner Arbeit im Stahlwerk nachgeht, ein Gitarrist, der sich die Klänge aus den X-Beinen quetscht und ein Keyboarder der vor 25 Jahren auf einem Roxy Music Trip hängen geblieben ist. Das sieht nicht wirklich gut aus, auch wenn es ermutigend für die eigene alternde Zukunft gesehen werden kann, in der man, wie es scheint, entspannt und erfolgreich seiner Schrulligkeit anhängen darf. Doch das körperlich Beeindruckende an dieser Band ist ganz Blixa Bargelds Stimme, die derartiges Volumen in den Raum bringt, dass die Worte wie leibhaftige Wesen im Auditorium wandeln. Diese Stimme hat … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

25. Mai 2008 18:05:36

… voll mit netten Ideen: DMY, das Nachwuchs-Design-Festival

Leuchten aus PET-Flaschen
Leuchten aus PET-Flaschen

Es gibt einen ganz klaren und erfreulichen Trend im Design auf dem DMY-Festival: der Fokus liegt auf Ideen, Umnutzungskonzepte und Spaßhaben und geht weg von der puren Form, dem ausgefeilten Produkt, dem Luxus. Ein Rundgang über die Messe in der Arena (Treptow) macht richtig Freude und ist ungemein inspirierend. Noch schnell hingehen. Nur noch heute!

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Autor:

Magnus Hengge

 

18. Mai 2008 20:12:58

… reine über Kopf Vernunft: Anna und Bernhard Blume im Hamburger Bahnhof

Anna und Bernhard Blume
Abstrakte Kunst

Ach ist das schön! Vertrauen in die essentielle Wichtigkeit des Sinnlosen. Komik als Inspirationsquelle für den Intellekt. „Das interesselose Wohlgefallen am Schönen, ist lediglich eine psychogymnastische Freiübung unseres Gemüts.“ Die in einem kritischen Ton benannten Thesen von Anna und Bernhard Blume scheinen durch ihre Arbeiten gerade gegenteilig bestätigt zu werden. Es ist eine riskant akrobatische und befreiende Übung, die in akkurat mürrischer Steifheit von den dargestellten Kleinbürgern ausgeführt wird. Es sieht aus als hätte Turnvater Jahn mit El Lissitzky und Kurt Schwitters einen Plan zur Kinetisierung des frühmodernen Menschen entworfen, der nun von dem Künstlerpaar zu Fotos getanzt wird. Der eckige Proto-Mann im karrierten Jacket und die knubbelige Proto-Frau im ornamentalen Blumenkleid fallen samt mentaler Einrichtung durch die von Rollenbildern und gesellschaftlichen Normen geordnete Welt. Es ist eine deutsche Bürgerwelt in der die beiden Blume(n)-Menschen ihre duften Fragen aus der Vase auf dem Wohnzimmerbeistelltischchen heraus in den cerebralen Hohlraum versprühen. Fragen nach … … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 
 
 

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von Joachim A. Buroh

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