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Archiv der Kategorie ‘Friedrichshain-Kreuzberg‘

18. August 2008 09:24:27

… gebremst energetisch: Ronald de Bloeme in der Berlinischen Galerie

de_bloeme.jpg

Als Preisträger des Vattenfall Kunstpreises Energie 2007 wird zur Zeit Ronald de Bleome (PDF) in der Berlinischen Galerie ausgestellt. Er malt mit bunten Lackfarben sehr akurat auf große Querformate. Streifenartige Bilder, die auf gefundene Motive eingehen, diese abstrahieren und in flächige Kompositionen umgewandelt werden. Da sieht man viele Bezüge in die Kunstgeschichte und man erkennt entweder wie die Kuratoren, dass de Bloeme, ähnlich wie in den 50ern Jasper Johns, der damals als Bindeglied zwischen dem Abstrakten Expressionismus und der Pop-Art stand, auch verschiedene Stile als Samples verwendet und verbindet oder, wie Kritiker, dass er sich nur der Mittel bedient, die gerade en Vogue sind, deshalb aber noch lange keine inhaltliche Malerei vorzuweisen hat. De Bloeme nimmt jedenfalls die Gestaltung von Anzeigen auf, gestaltet Streifen wie Textzeilen, Farbflächen wie Bilder in Layouts, arbeitet mit Pattern und knalligen Farben, wie sie von Flaggen bekannt sind. Das heißt seine Arbeitsweise und seine Bilder sind derzeit vielversprechend.

Noch bis 13. Oktober 2008.

 

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3. Juli 2008 19:52:19

… wie im Urlaub: Eismacher und Dichter in Personalunion

Carlo Lanzanos Leitmotiv

Bei uns gegenüber auf der Skalitzer Straße ist diesen Winter eine Gelateria eingezogen. Wir haben aus dem Büro-Fenster allerbeste Sicht in den Laden und natürlich war zur kalten Jahreszeit nichts los im neuen Eiscafé, weswegen wir schon befürchteten, der neue Nachbar könnte es vielleicht noch nicht einmal bis zur eigentlichen Eissaison schaffen. Vor einiger Zeit nun, als die Temperaturen wirklich sommerlich wurden, habe ich den Chef des Ladens kennengelernt, was kaum schwer fällt, da er, Melodien zum immer dudelnden Radioprogramm summend, durchaus sehr mitteilsam ist. In der Zwischenzeit beschriftete er seinen ganzen Laden mit Botschaften zur Völkerverständigung und zum Weltfrieden, der seiner Meinung nach, gleich hier vor seiner Ladentür erreicht werden kann. Der Eismeister heißt … … Weiterlesen

 

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16. Juni 2008 11:03:47

… künstlerisch noch weiter gedreht: Ming Wong macht ein Remake von Angst essen Seele auf

Es ist der Fassbinder-Klassiker schlecht hin: „Angst essen Seele auf“ mit Brigitte Mira. Ein Sozialdrama, wie es nur in Deutschland in den 70ern von eben diesem Rainer Werner Fassbinder gemacht werden konnte. Ein Stück Filmkunst, das bis heute thematisch den Finger in offene Wunden legt. Es geht um Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Gerechtigkeit, Probleme zwischen alten und jungen Menschen und die Entfremdung im Arbeitsalltag. Alles Themen die seit 1974 nicht restlos aufgearbeitet sind. Wie könnten sie auch?

Ming Wong nimmt sich den Stoff und dreht den gesamten Film, einerseits respektlos und andererseits als Hommage, eins zu eins nach. Er will damit der deutschen Sprache und der deutschen Kultur näherkommen, denn er durchlebt den Film im Selbstversuch, in dem er alle Rollen selber spielt und manchmal als fünf verschiedene Personen gleichzeitig im Film auftritt. Er spricht dabei mit holprigem Akzent und manchmal irritierend … … Weiterlesen

 

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25. Mai 2008 18:32:47

… erschütternd: Einstüzende Neubauten live in der Columbiahalle

einstuerzendeneubauten.jpg

Ein dicklicher Sänger in schwarzen Hosen, die ihm früher mal gepasst haben, ein humpelnder Bass-Rocker mit Metallica-Alüren, ein annähernd kahlköpfiger, wie ein 8-jähriger Flummy hüpfender Schlagwerker, und noch einer, der gutmütig seiner Arbeit im Stahlwerk nachgeht, ein Gitarrist, der sich die Klänge aus den X-Beinen quetscht und ein Keyboarder der vor 25 Jahren auf einem Roxy Music Trip hängen geblieben ist. Das sieht nicht wirklich gut aus, auch wenn es ermutigend für die eigene alternde Zukunft gesehen werden kann, in der man, wie es scheint, entspannt und erfolgreich seiner Schrulligkeit anhängen darf. Doch das körperlich Beeindruckende an dieser Band ist ganz Blixa Bargelds Stimme, die derartiges Volumen in den Raum bringt, dass die Worte wie leibhaftige Wesen im Auditorium wandeln. Diese Stimme hat … … Weiterlesen

 

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2. Mai 2008 18:33:50

… verwirrend und vorbei: 1 Mai 2008, Tag der was eigentlich?

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Das Geschehen in Kreuzberg rund um den 1. Mai ist schon recht verwirrend. Zunächst wurde man von einem dumpfen Grollen aus dem Bett geworfen und der erste verschlafene Interpretationsversuch des Lärms ging wohl bei den meisten dahingehend, dass ein paar aufgeweckte, mit Trommeln versehene Demonstranten einen Überraschungs-Coup gelandet haben könnten – doch weit gefehlt: Die Verdianer zeigten den Berlinern schon früh am Morgen, was für aufgedonnerte Motorräder sie sich leisten können; eine schicke chromblitzende Maschine nach der anderen. In den Vorjahren zeigten sie einem ja gerne, was für neue Mittelklassewagen sie gerade gekauft hatten. Verdi wollte bestimmt die gewerkschaftsinternen Mitbestimmungsrechte der Motorradfahrer mal gebührend würdigen. Diejenigen, die den Donnerzug betrachten und hören konnten, durften beim Anblick der motorisierten Schlachtrösser darüber nachdenken, warum die Preise für öffentliche Dienstleistungen (genannt Gebühren) … … Weiterlesen

 

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19. April 2008 19:08:45

… was Schülertheater sein kann: Kasimir und Karoline an der Waldorfschule Kreuzberg

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Anna Drexler und Frederik Schmid als Karoline und Kasimir

Schülertheater muss ja eigentlich nicht durch inszenatorische Geniestreiche oder besondere Einzelleistungen der „Schauspieler“ überzeugen, sondern man freut sich als verwandter oder bekannter Zuschauer einfach über die gemeinsame Anstrengung aller Beteiligter und sieht fast ein bisschen mit Schrecken, mit welch großen Schritten sich die Kleinen von gestern zu den Großen von heute entwickelt haben. Jetzt läuft in der Waldorfschule Kreuzberg allerdings ein Stück, bei dem noch echtes Erstaunen über die wirklich sehr aktuelle und überaus ideenreiche Inszenierung hinzukommt. Diese Zwölftklässler spielen da richtiges Theater, bringen exakt herausgearbeitete Charaktere auf die Bühne und machen (bzw. haben) richtig Spaß. Über kleine Wackler im Ablauf und kurze Texthänger ist da absolut hinwegzusehen – ich kann mich an nichts derartiges erinnern!

Die Schüler suchten sich selbst das Volkstück Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horwárt aus, das sie in Regie von Josefine Wüst und mit aktiver Unterstützung der Schauspielerin Bettina Drexler (selbst „Waldorfmutter“) zur Inszenierung erarbeiteten. Dabei sind dem Team eine ganze Reihe guter Einfälle und Aktualisierungen gelungen, die dem jugendlichen Naturell der Akteure sehr entsprechen. So gibt es … … Weiterlesen

 

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8. April 2008 23:06:21

… im Zentrum: Kateřina Šedá auf dem Außengelände der Biennale 5

Im Skulpturenpark_Zentrum

Soziale Plastik: Kateřina Šedá umbautes Areal für die „Opening Celebration“

Die Benennung des Ortes zeigt angesichts der örtlichen Realität eine höchst euphemistische Tendenz der Verantwortlichen der Berlin Biennale 5. „Skulpturenpark Berlin_Zentrum“ – das ist zwar faktisch richtig, doch gefühlsmäßig eher das genaue Gegenteil. Auf dem ehemaligen Mauerstreifen zwischen den Bezirken Kreuzberg und Mitte, befindet man sich auf der berliner Landkarte zwar im Prinzip nahe des Zentrums, doch die von der Geschichte der Stadt umgewühlten und seit der Wende reorganisierten Grundstücksparzellen liegen heute so sehr hinter und neben allem, wie kaum ein anderer Ort. Man ist allerdings im Zentrum der Deutschen Geschichte, denn diese liegt noch keine Hand breit unter der Erde. Sie lugt aus jeder Furche und bricht aus jeder Ecke. Jeder Absperrzaun bekommt auf dem ehemaligen Todesstreifen zwischen den beiden deutschen Staaten besondere Bedeutung. Tatsächlich springen die überall zur Grundstücksmarkierung aufgestellten Absperrgitter als die auffälligsten skulpturalen Elemente ins Auge, weswegen auch der Ausdruck „Skulpturenpark“ überaus geschönt ist. Relevanz bekommen die meisten von Künstlerhand geschaffenen Skulpturen dann auch fast ausschließlich durch die Historie des Ortes.

Hier vollkommen richtig positioniert findet sich die Arbeit von Kateřina Šedá, die sich auf das Thema Grenzüberwindung fokussiert. Beim Anblick ihres Heimatdorfs … … Weiterlesen

 

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30. März 2008 23:20:04

… spontane electro Entladung: im Görlitzer Park

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Was braucht man? Eine Autobatterie, ein paar Laptops, ein Keyboard, eine alte Anlage und ein paar Leute, die keine Lust haben, am ersten einigermaßen warmen Tag des Jahres drinnen zu hocken. Von all dem gibt es genug in Kreuzberg. Es ist also der richtige Ort für spontane Parkkonzere. Die Kuhle im Görli ist darum immer wieder für eine Überraschung gut.

Nachdenklich stimmte mich allerdings das Kind, dass ich kurz beim Tanzen aufgenommen habe. Zunächst zuckte der Kleine ziemlich eindeutig nach dem Vorbild von irgendwelchen durchsexualisierten R’n’B-Mackern (was mich dazu verleitete das Ganze überhaupt zu filmen) und als er merkte, dass er aufgenommen wird, spulte er eine total dressierte Show ab. Ich spekuliere mal: Die positiv besetzte Erlebniswelt dieses Kindes besteht vermutlich mehrheitlich aus persönlichkeitsfeindlichen Talent-Shows und den Videobildern auf den einschlägigen Kanälen. Da ist der Sound, der Look und die Attitüde von ein paar schräge Electro-Schnullis (Skinnerbox) im Park doch ein durch und durch positiver Kulturschock.

(Keine Ahnung, warum die Qualität des Videos so schlecht ist. Rechnet YouTube die Uploads inzwischen noch miserabler um?)

 

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30. März 2008 16:37:52

… gebrochen: Katastrophenalarm in der NGBK

Alarm bedeutet urspünglich (à l’armes) „an die Waffen“. Es ist das Signal, um nach einem verheerenden Treffer zum Gegenschlag auszuholen: Mobilisiert alle Kräfte – bekämpft den Feind! Beim Katastrophenalarm ist der Feind natürlich nicht zu fassen und genauso wenig bekämpfbar. Das Feindliche ist die übermächtige Bewegung der Natur und neuerdings die vom Menschen aufgewirbelte Natur. Das Zerstörungspotenzial der Katastrophe wird für uns Menschen allerdings gerade dann sehr schmerzhaft und bedrohlich, wenn sich die Naturkräfte mit ihrem Veränderungsdrang (alles fließt!) gegen das Menschgemachte richten. Dabei ist zu erkennen, dass selbst vom Wind umgedrückte Bäume im Wald, ein Flurschaden (= Kapitalschaden) also, als Zerstörung von bewirtschaftetem Land verstanden werden muss. Es ist die Beschädigung einer Ressource, die gleichsam eine Kulturlandschaft darstellt, die vielleicht sogar gegen Totalverlust versichert ist und irgendjemand muss diesen Schaden begleichen. So eine Gedankenkette (quasi eine Alamierungskette) kann einem in den Sinn kommen, wenn man die Großfotos „Nach dem Sturm/Kyrill“ von Claudia Mucha sieht. Deutsche Landschaft – per Definition romantikverdächtig – im Moment der Zerstörung fotografisch ästhetisiert. … … Weiterlesen

 

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17. März 2008 11:06:03

… zugänglich: Hannah Dougherty bei Klara Wallner

Hannah Daugherty Zerberus

Hannah Dougherty, Zerberus, 2008, mixed media on cotton, 140 x 190 cm (Bild von der Website von Klara Wallner)

Schon beim letzten Besuch des Galerien Clusters in der Kochstraße 60 stachen bei Klara Wallner die Bilder von Hannah Dougherty heraus. Nun wird die von der Galerie vertretene Künstlerin wieder mit einer Einzelschau unter dem Titel „The Settlement“ gefeatured. Sie ist ihrem Stil treu geblieben. Gefundene Dinge, Drucke, Zeichnungen, Fotos, Figuren und immer wieder Tierdarstellungen werden zu Bildkompositionen zusammengefügt, die als grafische Entwürfe erscheinen. Hannah Dougherty macht visuelle Kommunikation. Sie will, dass ihre Bilder gelesen werden und sie spielt dem Betrachter dabei eine Fülle von Bedeutungsmöglichkeiten zu. Je nachdem, für welche Gedanken man empfänglich ist, oder nachdem was man selbst mitbringt, erhalten die Bilder eine Bedeutung. Insofern sind es sehr zugängliche Werke.

Motivisch fand ich sehr viel Liebe und vielleicht so was wie ein hinterhältiges Kuschelbedürfnis in den Bildern. Es tummeln sich allerlei Tiere in den Kompositionen, die manchmal ein bisschen … … Weiterlesen

 

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