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Archiv der Kategorie ‘Europa‘

1. Oktober 2011 22:00:28

… zwei Welten: Mit Mao wieder daheim

Eigentlich habe ich am 27.9.11 nach dem elfstündigen Flug schon bei der Sicherheitskontrolle in Frankfurt/Main gemerkt, dass ich wieder zu Hause bin. Das Personal war nur halb so freundlich, zuvorkommend und schnell (man könnte auch professionell sagen), wie beim Abflug in Shanghai das chinesische. Mit geradezu beamtenhafter Lahmarschigkeit und Langeweile wurde die kofferbewehrte Menschenschlange im Flughafen von F. bearbeitet. Weil ich dann – jeder musste seinen Kunststoffkasten zur Ablage der persönlichen Sachen vor dem Scannen selbstverständlich selbst aufs Laufband stellen – den meinigen mit ein wenig Betonung aufs Band krachen liess, war ich selbstredend beim Köfferchenaufmachen mit dabei, denn: Strafe muss sein!

Der kurze Flug von F. nach Berlin eröffnete aber dann von oben ein lange vermisstes Bild: Ein klarer Himmel und ein weithin leuchtendes, nur von vereinzelt aufragenden Hochhäusern gestörtes Bild eines großen Gemeinwesens. Die vergleichsweise geradezu einsamen Hallen von Tegel entließen die Ankömmlinge in eine klare, etwas kühle, aber reine, deutsche Nachtluft. Die chinesische Luft (ob tags, ob nachts) empfindet man weniger sauber, sondern eher angefüllt mit Produkten, die vor allem aus menschlichem Tun stammen. Aber auch dort, wie in Deutschland, gibt es ein Nord-Süd-Gefälle. In Peking, Xian, Chongqing ist anscheinend mehr drin, in Suzhou, Hangzhou, Nanjing und Shanghai weniger.

Zum Beispiel Chongqing, größte Stadt Chinas – ein Wald von Hochhäusern, nur wenige Deutsche kennen überhaupt ihren Namen. Hat ja auch nur 30 Millionen Einwohner. Der Straßenverkehr – ich würde ihn nicht mit Berlin vergleichen. Ganz andere Liga. Aber auch deshalb nicht, weil sich Autoinsassen nach einem Verkehrsunfall gern mal in die Wolle kriegen, also mit blutiger Nase und so. Passiert in Berlin eher nicht. Hier ist große Ruhe, Grün und Langsamkeit angesagt, also relativ gesehen. Aber auch langweilige, eintönige Architektur. Hätte nie geglaubt, dass Wolkenkratzer eine architektonische Schönheit aufweisen könnten. In Shanghai/Pudong ist es so. Wohnen möcht ich trotzdem dort nicht. Abends drei Stunden durch Shanghai gelaufen und in Nordchina den Drei-Schluchten-Staudamm besucht. Was man da sieht und erfährt, passt nicht mehr in einen kurzen Bericht.

Zurückgekommen in eine Stadt, die gerade gewählt hat. Natürlich richtig. Jeder bekommt das, was er braucht. Der Regierende wird weiterhin zufrieden aussehen – jedenfalls auf Fotos – und ab und zu mal eine Kulturidee haben. Die Grünen wollen jetzt – ganz unbedingt – regieren. Nur zu. Die Linke vielleicht richtige Opposition, das ist was für`s Herz. Und die CDU hat bis zum nächsten Jahr – Bundestagswahl – viel Zeit zu überlegen, was aus ihr wird, wenn sie 2013 auch im  Bund verliert – Der letzte Anhänger dieser Partei wird spätestens dann gemerkt haben, dass seine Währung nichts mehr taugt und sein Erspartes vielleicht auch weniger wert ist.

Zurückgekommen in eine Stadt, wo Freitag abends in Mitte Vernissagen-Gäste mit einem Glas Hochgeistigem die Bürgersteige verstopfen, wo vorwiegend junge Männer und Frauen Sonnenbrillen tragen, obwohl gar keine Sonne scheint, wo man ab und zu sogar schon mal ein E-Moped sieht und wo der schnorrende, polnische Punker am Bahnhof immer noch fidel aussieht, verglichen mit dem Bettler vor dem chinesischen Buddha-Tempel.  In Chinas Großstädten ist auch dies etwas anders: Abends treffen sich in den Parks der Stadt die 50-70 Jährigen zum gemeinschaftlichen Singen von Volksliedern und Liedern aus der Mao-Zeit. Die 30-50 Jährigen, vorwiegend Frauen, tanzen gemeinsam in  großen Pulks zu modernen oder weniger zeitgemäßen chinesischen Pop-Rhytmen. Meister des Thai-Chi üben selbstvergessen oder unterrichten Schüler. Und das E-Moped ist Massenverkehrsmittel.

Kleinkinder sieht man meist von vielen Erwachsenen umringt – die kleinen Buddhas werden verwöhnt.(Kleines Detail: In den Hosen der Sprösslinge ist vorn und hinten ein kleines Loch, für das schnelle Geschäft). In China gilt seit 1976 die sogenannte Ein-Kind-Politik – das Land hat aber, mit 1,3 Milliarden Einwohnern, schon jetzt zu tun. Wer mehr als ein Kind hat, muss zahlen. In Deutschland muss niemand zahlen, wenn in der Familie mehr als ein Kind heranwächst. Trotzdem entscheiden sich viele Deutsche auch nur für ein Kind. Letztlich eine kleine deutsch-chinesische Gemeinsamkeit.

Mao ist in China noch gegenwärtig, nicht nur als Mao-Bibel für die Touristen. Auch auf den Geldscheinen ist er präsent. Einer davon (10 Yuan=1,20 €) ist mit nach Berlin geflogen. Seit Monaten sinkt der Wert des Euro gegenüber dem Yuan. Apropos Geld. Die Chinesen, also der Staat, haben genug davon. Dollar, Euro. Um die drei Billionen Devisenreserven. China kauft seit Jahren US-amerikanische Staatsanleihen, seit kurzem auch europäische, stützt somit unseren Euro. (Viele Chinesen würden das Geld lieber im eigenen Land angelegt sehen, z.B. für Soziales und Umwelt). Außerdem sorgt der chinesische Markt dafür, dass der Absatz (u.a.) der deutschen Autoindustrie brummt und dort mehr verkauft wird als anderswo. Da aber Dankbarkeit eine sehr unökonomische Kategorie ist, werden die Amerikaner und Europäer etwas dafür geben müssen. Nicht nur Absatzmöglichkeiten für chinesische Produkte. Ein teures, technisches Museum haben wir auch noch besucht. Die deutsche Magnetschwebebahn (21 km) fährt mit 430 km/h zum Flughafen Shanghai. Keiner braucht sie, keiner kauft sie. Die Chinesen bauen von Peking nach Shanghai aber ihren eigenen, schnellen Zug. Quo Vadis Europa?

 

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14. September 2011 20:21:07

… nicht Wien: Buchvorstellung im Österreichischen Kulturforum mit Eva Menasse und Thomas Kapielski

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Nach der Lesung im Gespräch von links nach rechts: Der Verleger Joachim Otte, die Autorin und „Patin“ des Buches Eva Menasse und der Berliner Autor Thomas Kapielski

Das war schon recht amusant, wie gestern Abend im Österreichischen Kulturforum bei der Buchvorstellung „Wien, küss die Hand, Moderne.“ zwischen Wien und Berlin kleine zänkische Nettigkeiten ausgetauscht wurden. Schon der österreichische Kulturattaché Wilhelm Pfeistliger brillierte mit einer wortverliebten Eingangsrede über den lebendigen Tod und im unsterblichen Wien (schade, dass sie niergend veröffentlicht wird) und die folgenden Lesungen der beiden Autoren Eva Menasse und Thomas Kapielski brachten zwei ganz unterschiedliche Annäherungen ans Thema „Wien“ auf die Bühne. Einmal aus der Sicht einer, die Wien wohlüberlegt verlassen hat und halb wehmütig und halb erleichtert zurück blickt, und einmal von einem, der als Kaffeetester extra hingeschickt wurde und den nach einiger Zeit der heiße Mokkafuror trieb.

Der Kapielski-Text über einen 3-tägigen Dauertest in unzähligen Wiener Kaffeehäusern kann man auch beim Österreichischen Standard nachlesen. Dort im Schriftbild leider schwer zu lesen, im Vortrag des Autors war’s aber höchst amüsant.

Das Buch ist im Corso Verlag erschienen.

 

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12. Mai 2011 13:56:33

… anti: Touristen und Kreuzberg

Berlin does not love you

Mit dem Einspieler „Wir müssen draußen bleiben“ wurde in den ARD-Tagesthemen mit leicht ironischem Unterton berichtet, wie wenig begeistert alt eingesessene Kreuzberger, die ja ihrerseits auch alles nur Wahlberliner sind, auf Touristen aus aller Herren Länder reagieren. „Berlin does not love you“ schallt es von kreisrunden Aufklebern, die in übler Absicht arglosen Touristen auflauern, um ihnen hinterrtücks mit ausgrenzender Ablehnung entgegenzuschlagen, so im Beitrag zu hören.

Tatsächlich gibt es eine nicht ganz unbegründete ablehnende Unterströmung, gegen die absolute Tourismusvermarktung der Berliner Kieze, wobei deutlich zu sagen ist, dass sich diese Haltung eher gegen die hiesigen Profiteure, als gegen die Touristen selbst richtet. Denn es ist nicht zu leugnen, dass sich einzelne Stadträume wie z.B. der Wrangelkiez in wenigen Jahren extrem verändert haben, natürlich nicht nur zu deren Ungunsten, wobei aber der unangenehme Nebeneffekt auftritt, dass die Mieten in den Kiezen extrem rasch ansteigen. So entsteht ein Verdrängungsprozess, der das typische Kiezleben, das ja gerade für Touristen so attraktiv sein soll, in wenigen Jahren zum absterben bringt, und gegen Billig-Restaurants global-einheitlicher Ausprägung ersetzt.

Und an dieser Stelle beginnt dann doch die Touristen-Schelte, denn es ist festzustellen, dass vielen Besuchern der lokale Bezug der touristischen Attraktionen vollkommen egal ist. Viele wollen einfach nur Spaß haben, andere Touristen treffen, sich die Birne zusaufen, Burger fressen und dabei schlechte Musik hören – „international style“ zu lokalen Tiefstpreisen. Es scheint das ausgemachte Ziel dieser jungen internationalen Fun Communiy zu sein, die Berliner Innenstadt flächendeckend mit Scherben zu überziehen (scheiß auf die lokale Sitte der Pfandflasche), nachts laut und grundlos herumzugröhlen (Kreuzberger haben für ihre öffentlichen Äußerungen hingegen meist ernste Anliegen), alles abzufotografieren (wo wir doch extra unsere Häuder bei Google-Maps haben verpixeln lassen) und in die Grünflächen zu kotzen (Berliner betreten erfahrungsgemäß die innenstädtischen Grünflächen ohnehin nur widerwillig, von daher ist dieses Detail noch am wenigsten störend).

Also: Was wir wollen sind Flugpreise, die die echten Kosten dieser Technologie widerspiegeln und damit so teuer werden, das nur noch berechtigte Anliegen einen internationalen Flug rechtfertigen, so dass dann die Touristen zu uns kommen, die wir Kreuzberger sehr gerne bei uns empfangen, bewirten und mit denen wir gerne feiern.

scherben

Dazu die kleine Presseschau:
TagesspiegelSpiegelFocus

 

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12. Mai 2011 12:50:35

… sizilianisch: Etta Scollo im Tipi und auf neuer CD

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Es ist ein bisschen wie auf der Piazza in Sciacca oder Siracusa nach Einbruch der blauen Dunkelheit: Eine kleine Insulanerin mit rauher Stimme singt, röhrt und schreit ihre Gefühle in die Nacht, während sich die Sterne zur Illustration in immer neuen Bildern formieren. Es geht natürlich um Liebe, Liebe, die meistens ziemlich kompliziert, aber immer hoch emotional ist. Etta Scollo tourt mit ihrer neuen CD „cuore senza“ im Gepäck (Erscheinen Ende Mai) durch Deutschland und entführt die Zuhörer nach Arcadien, in ein Land der alten Poeme, die sie neu vertont hat. Mal klingt sie nach weiblichem Tom Waits, mal knistert ein bisschen kitschig der Schmelz in ihrer Stimme, mal hört man die rockige Gianna Nanini – absolut italienisch eben. Und wem das alles nicht genug ist – vaffanculo!

Gesehen im Tipi

 

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12. April 2011 17:59:58

… nochmal Touristen: Ein andalusischer Hund* – Reisemomente

Touristen – eine Unterart der Fremden – stören immer, werden aber gebraucht. Ob in Berlin oder anderswo werden sie als das wahrgenommen, was sie sind: Mal Sand, aber natürlich oft auch Öl im Alltagsgetriebe der Einheimischen. Wer jedoch als Besucher eine fremde Gegend, ihre Menschen (manchmal auch sich selbst) etwas näher kennenlernen will, muss die ausgetretenen Pfade verlassen.

Tief im Tal und 30 Wanderminuten entfernt von dem landschaftlich außerordentlich beeindruckenden Hochplateau, auf dem die Stadt Ronda liegt, kauerte der Schäferhund im Gras und ließ keinen Zweifel daran, die Fremden nicht ungeschoren an seinem Territorium vorbeiziehen zu lassen. Da blieb nur der Rückweg in die Stadt auf dem Felsen, die von ihrer Lage, aber auch von den Geschehnissen und Legenden ihrer Geschichte und des Stierkampfes lebt und deren einst berühmten Gästen, wie Hemingway, Rilke, Orson Welles – und ihren Spuren – heute noch das Interesse von Touristen-Legionen gilt, denen man hier nur entfliehen kann, wenn man, abseits der Saison und abends, wenn die meisten wieder auf dem Weg in ihre auswärtigen Hotels sind, durch die kleine Stadt streift.

Der fünfzigjährige, nur ca. 1,65 m hohe Mann mit dem noch vollen, schwarzen Haar, welches ungebändigt oberhalb seines verwitterten Gesichts begann, trug den förstergrünen Pullunder und Schlips seiner Firma. Erst in letzter Minute enterte er den Fahrersitz des Busses von Ronda nach El Puerto de Santa Maria (Kolumbus brach von hier zu seiner zweiten Amerika-Reise auf), um dann sogleich loszufahren. Zwanzig Minuten später stieg ein etwa gleichaltriger Fahrgast ein, der sich auf dem fahrernächsten Sitzplatz niederließ, um dann mit dem Busfahrer ein langandauerndes, lautes Gespräch zu beginnen, welches man auch als Duell bezeichnen kann. Sobald der eine – beider Laune verbesserte sich während der Unterhaltung ständig und sichtbar – seine Worte dem anderen entgegengebellt hatte, kam die Antwort wie eine kurze Salve aus einem Maschinengewehr zurück. Zwischenzeitlich hatte der Bus, es wurde langsam wärmer, den Nationalpark Grazalema hinter sich gelassen und steuerte ein Bergdorf an, das nur über Serpentinen erreichbar war, um dort zwei Fahrgäste aufzunehmen. Anschließend wendete der Fahrer das Gefährt, fuhr dabei bis auf einen Meter an den Abgrund heran und beorderte einen der neu eingestiegenen zum Richten des Außenspiegels nach draußen. Nach diesem kleinen Manöver, welches dem Mann sichtliches Vergnügen bereitete, wurde der Dialog mit dem Fahrgast fortgesetzt. Der Innenraum des Busses verwandelte sich aber mit der Zeit durch zunehmende Hitze (die Klimaanlage wurde erst kurz vor dem Ziel eingeschaltet), eine üppige Geräuschkulisse – zusätzlich durch das eingeschaltete, laut dudelnde, meist Werbung herausbrüllende, Busradio und laufendes Klingeln auf den Mobiltelefonen der Mitreisenden befördert – in ein akustisch suboptimales Milieu. Das wurde schließlich per Radioeinspiel durch den wehklagenden Singsang von Bob Dylan gekrönt, der eigentlich nicht so ganz in diese karge, aber schöne, andalusische Bergwelt, deren ausgedehnte Olivenbaumplantagen von weitem wie durch eine braune Decke mit grünen Noppen bedeckt aussah, hineinpasste.

Plötzlich, nach der Kurve, kamen die Madonna und ihr, sie auf dem Podest anbetender, ebenso lebloser Heiliger, direkt auf den Beobachter zu. Wenn die menschliche Karawane, die sich an diesem Freitag durch das abendliche Cadiz bewegte, einmal zum Stillstand kam, weil der das Mikrofon tragende Priester ein Gebet sprach, blieben auch die eng an eng hintereinander gereihten Männer, die das Podest trugen, stehen und gingen vom raumgreifenden Vorwärtsschritt in die schaukelnde Seitwärtsbewegung über, die zwar dem Ziel nicht näher führte, aber dem entfernt stehenden Beobachter die Illusion gab, die Madonna bewege sich. Vor ihr wurden auf langstieligen Silberständern rohrdicke Kerzen hochgehalten, denen, wiederum von einer Kohorte in schwarzen Anzügen steckender Männer getragen, der in Holz geschnitzte, gekreuzigte Jesus folgte. Die weihrauchqualmende Prozession führte durch enge Gassen, an Bars und Restaurants vorbei, aus denen Lärm von trinkenden und Fernsehfußball konsumierenden Männern drang. Der Menschenzug endete in der Alten Kathedrale, die vor Gold, Silber und Monstranzen förmlich überladen wirkte. Einheimische und Touristen füllten die Kirche, viele hatten ihre Handys und Fotoapparate gezückt oder machten sich auf andere Weise ihr Bild.

Die Maschine von Air Berlin schwebte im nächtlichen Himmel auf die Stadt hinunter. Unter dem Flugzeug leuchteten – wie Glühwürmchen – unzählige Lichter, die mal geordnet, meist jedoch chaotisch erschienen und doch nichts anderes bedeuteten, als der Ort, an den man nach einer Reise wieder zurückkehrt.

* Nicht der von Luis Bunuel.

 

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26. Dezember 2010 02:01:40

… nicht Sarrazinland: Genetik, Religion und Teihabegerechtigkeit

jon beckwith about sarrazin

Vorhin sah ich die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten zwischen all den staatstragenden „Ehrenamtlichen“ und da fühlte auch ich mich von den warmen Worten angesprochen, ein paar abschließende Gedanken zusammenzufassen.

Der folgende Text bezieht sich auf verschiedene Gegebenheiten, Sendungen und Events, die alle schon ein bisschen länger zurückliegen, doch deren thematischer Zusammenhang am Ende dieses Jahres so aktuell ist wie nie. Bei den Veranstaltungen in Berlin war ich selbst in geringem Umfang beteiligt, oder zumindest anwesend, so dass ich mir erlaube aus eigener Sicht einen Beitrag zum großen Debattenthema des Jahres 2010 zu leisten. Das Thema könnte lauten: „Was wird aus dem unbestreitbaren Multikulti-Staat Deutschland?“ oder provozierend in sarrazinscher Manier: „Lassen sich Muslime in einen demokratischen Staat (wie die Bundesrepublik) integrieren?“ … Weiterlesen

 

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4. Juni 2009 10:15:41

… überblickend: Europa und seine politischen Organe

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Am Wochenende sind rund 375 Mio Wahlberechtigte aufgerufen, ein neuen EU-Parlament zu wählen. Dieser kleine Animationsfilm schafft einen gewissen Überblick, welche Aufgaben die Abgeordneten im EU-Parlament überhaupt haben und wie sie sich organisieren. Es kann nicht schaden, die leicht verwirrenden Begrifflichkeiten etwas sortiert zu bekommen. Die Wiener Agentur instant hat es produziert.

 

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Kategorie:

Europa | Politik

 

20. November 2008 17:20:54

… glorios: e la luna? spielen Stella Stellina

eva_kleid.png
Evas Punkte

»Oh nee, kein Konzert. Das ist doch langweilig!!!« O-Ton Julia, 7 Jahre alt.

e la luna hat eine grandiose Kinder-CD rausgebracht: »Stella Stellina«. Das Beste ist, Erwachsene wollen bzw. können sie  auch hören. Weil sie einfach schön ist. Zum Release der CD gab die Band ein Konzert. (Ausverkauft)

Auf dem Foto sieht man einen Ausschnitt aus einem der Kleider der Sängerin. Ich weiß nicht wie viele Punktkleider insgesamt auf der Bühne punkteten – es waren eine Menge. Und alle waren: »Soooo schöööön!!« Warum sollte man auch etwas anderes als große rote Punkte tragen, wenn es z.B. um Tomaten geht?!

Es wundert nicht, dass … Weiterlesen

 

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Kategorie:

Europa | Musik | Neukölln | Pop

 

19. November 2008 02:31:21

… Treffpunkt Spinatsee: Nice to meet you hat einen Gewinner

Der Multimediawettbewerb „Nice to meet you“, bei dem VideoClips als „Kulturelle Kollissionen in 100 Sekunden“ Länge eingereicht werden konnte wurde von radiomultikulti vom Rundfunk Berlin-Brandenburg und dem Haus der Kulturen der Welt in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs und dem rbb Fernsehen veranstaltet. Gestern Abend wurden im Haus der Kulturen der Welt die Gewinner bekannt gegeben und das Ergebnis bringt wirklich Spaß, jenseits der befürchteten Betroffenheitskultur.

Platz 1 klärt auf, was hinter dem Wort „Spinatsee“ steckt. Ein wunderbar überdrehtes Filmchen.

Der Film hat für mich eine sehr persönliche Komponente, denn vor über zehn Jahren geriet ich mal nachts in Konflikt mit ein paar Nazis auf dem Bahnhof von Dessau. Der Anführer sagte irgendwas zu mir, von dem ich bis heute nicht die leiseste Ahnung habe, was es war, denn ich verstand das, was er für deutsche Aussprache hielt, nicht mal ansatzweise. Vom Tonfall her nahm ich zwar gleich an, dass er was gegen mich hatte, doch auch nach zweimaligem Nachfragen konnte ich nicht erkennen, um was es in der Situation ging. Leider hatten die fünf Jungs dann keine Lust mehr, sich verbal verständlich zu machen und so sprachen sie mit geballten Fäusten. Da erscheint die Lösungsstrategie der drei Mädels im Film zumindest für den Moment angebrachter.

Auch unter den anderen Nominierten finden sich ein paar Perlen.

Gratuliere!

 

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10. September 2008 21:11:10

… irritiert: arte sucht den Super-Dramatiker mit Musik aus meiner Playlist

arte TV-Design

Der Fernsehsender arte hat sich gerade designtechnisch etwas aufgefrischt und dabei tief in die Pop Art Mottenkiste gegriffen. Aber warum nicht? Bunt, schräg und viele Verläufe – da bin ich für zu haben.

Bei der Sendereihe „die großen Dramatiker„, die derzeit immer abends um 20.15 Uhr läuft und die von einer großen Abstimmaktion begleitet wird, greifen die Screen-Designer direkt auf einen Andy Wahrhol-Style zurück. Auch das gekonnt und flott, nur während der Sendung vielleicht ein bisschen sehr penetrant. Wirklich irritierend fand ich aber die Musikauswahl bei der Sendung über William Shakespeare. Da lief ein Song nach dem anderen aus meiner Lieblings-iTunes-Playlist und ganz vorne weg drei alte Stranglers-Songs. Das Programm scheint also genau für Typen wie mich zugeschnitten zu sein. Im Marketing-Deutsch sagt man bei so was, man muss den Kunden da abholen, wo er steht. Wirklich merkwürdiges Fitting!

 

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