Lesezeichen setzen: RSS Feed abonnieren  Zu del.icio.us hinzufügen Zu Technorati Favoriten hinzufügen Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen
Seite 1 von 4212345678910...Letzte »

28. März 2017 10:06:25

…und mehr davon

 
 
 

26. März 2017 11:20:24

…Es geht voran.

 
 
 

23. März 2017 09:27:46

…Well done!

 
 
 

2. Januar 2017 21:03:32

… intra-national: Ästhetik der Opfersolidarisierung

In den Nachrichten und in Facebook oder anderen Sozialen Medien werden nach jedem fürchterlichen terroristischen Anschlag irgendwo in der Welt Bilder der Wahrzeichen der Hauptstädte gezeigt und geteilt, die mit Nationalsymbolen beleuchtet werden. Nach dem Anschlag in Nizza erscheint das Brandenburger Tor in der französischen Trikolore, jetzt nach dem Anschlag in Istanbul, wird die türkische Fahne unter die goldene Quadriga gestrahlt. Ebenso verfährt Paris mit dem Eifelturm und London mit der Tower Bridge.

Ich verstehe natürlich den Impuls zur Solidarisierung mit den Opfern von Terrorakten und begrüße das selbstverständlich und bin auch gewillt, darin eine Äußerung des empathischen Humanismus zu sehen. Aber warum werden dazu weltweit die Nationalsymbole der Staaten/Länder benutzt, in denen die Anschläge stattfinden?

Manchmal mag die Nationalsymbolik ja noch ganz gut funktionieren. Beispielsweise steht die französische Trikolore nach früheren anderen Farbsymbolik-Zuschreibungen heute als Symbol für die Revolution mit dem Leitspruch „Liberté, Égalité, Fraternité“, die immerhin im Zeichen grundlegender Werte und Ideen der Aufklärung geführt wurde. Bei der türkischen Flagge, die in direkter Folge der Flagge des osmanischen Reichs Verwendung fand, kann über die moderne türkische Nationalhymne noch ein Bezug zur freiheitlichen Menschlichkeit hergestellt werden. Dort heißt es:
„O Halbmond, ewig sieggewohnt // Scheine uns freundlich // Und schenke Frieden uns und Glück, // Dem Heldenvolk, das dir sein Blut geweiht. // Wahre die Freiheit uns, für die wir glühn, // Höchstes Gut dem Volk, das sich einst selbst befreit.“

Aber dennoch möchte ich mir die Nationalsymbole nicht als Automatismus zur Soli-Bekundung aufdrängen und unterschieben lassen. Die Frage ist doch, warum sollten die Nationalstaaten als die Angegriffenen gelten, denen andere beistehen möchten? Die Symbolik legt jedenfalls nahe, dass Deutsche Türken beistehen, doch ist nicht vielmehr die liberal-freiheitliche Gesellschaft angegriffen, die eben gerade supra-national humanistische Standards setzt und international zusammenhalten muss gegen die Ideologie des fanatischen Hasses? Mir wäre lieber der Symbolgehalt würde transportieren, dass Berliner/innen, egal woher sie kommen, Menschen in Istanbul beistehen, egal woher diese kommen.

Mir ist bewusst, dass damit zu viel von einfacher Symbolik gefordert wird, aber wir müssen dennoch aufpassen, dass nicht die Nationalisten als legitimierte Gegner zum religiös-ideologisierten Terror angesehen werden. Wäre es so, hätten die Terroristen mal wieder erreicht, was sie wollen: Sie wollen Menschen spalten verunsichern und in Gruppen teilen, die sich alle gegenseitig hassen und bekriegen. Nationalismen wirken dabei wenig versöhnlich.

Dennoch: Ich gebe mir Mühe und ich versuche beim Gedanken an die Opfer nicht nationale Unterströmungen zu fühlen, sondern menschlich. Und ich erkenne, dass Berlin das eigene Stadtwahrzeichen türkisch kleidet, was zumindest ein eindeutiges Zeichen gegen die eigene Überhöhung des Wahrzeichens als deutsches Nationalismus spricht.

 
Kommentare deaktiviert für … intra-national: Ästhetik der Opfersolidarisierung
 

Autor:

 

27. Dezember 2016 10:31:57

… dystopisch ungemütlich: Demokratur in Österreich

2017 wird ein  Jahr der Weichenstellungen mit einem neuen, bislang vollkommen uneinschätzbaren US-Präsidenten sowie Parlaments- bzw. Präsidentschaftswahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Und auch wenn es die Rechten und die Populisten in Europa jetzt doch (noch) nicht an die Macht schaffen sollten, so werden sie auch in den Folgejahren nicht einfach verschwinden, im Gegenteil. Ein Blick in eine nicht allzu weit entfernte, dafür umso düstere Zukunft, in sagen wir: 30 Jahren, zum Beispiel hinüber nach Österreich, könnte sich also lohnen. Gudrun Lerchbaum bietet diese schaurige Chance in ihrem dystopischen Thriller „Lügenland“.

Und so sieht es dann aus: In Nordafrika herrscht das Kalifat, in Russland das Chaos; Frankreich hat einen langen Bürgerkrieg hinter sich und Norditalien unter den Namen Padanien die Spaltung vom Rest des Landes vollzogen. Die Alpenrepublik hat sich für die Demokratur entschieden, man steht wieder stramm hinter einem Führer. Die sogenannten „Aufrechten“ sind an der Macht, wer nicht kuscht, gehört zu den „Wertlosen“ oder „Minderexistenzen“, alles Andersfarbige, Zugewanderte, Volksfremde wurde ausgewiesen, weggesperrt oder versklavt. Die Vergangenheitsbewältigung wurde für endgültig abgeschlossen erklärt, es herrscht lückenlose Überwachung – die Gleichschaltung ist (nahezu) komplett. Durch diese gruslige Komfortzone jagt Gudrun Lerchbaum die ganz und gar linientreue Soldatin Mattea Inninger, die wegen Mordes gesucht und plötzlich mit einer Kultfigur der Widerstandsbewegung – ja, die gibt es: die Zecken – verwechselt wird. Konfrontiert mit der Realität gerät Matteas Loyalität ins Wanken.

Man muss etwas Geduld haben mit dem Fluss der Story, Lerchbaum mag es behäbig, zuweilen umständlich, und Inninger muss durch eine ganze Menge Ungemach und Na-fast-hätten-sie-sie-nun-doch-gekriegt stolpern. Das Scenario des Totalitären, die Atmosphäre aus Biedersinn, militärischer Aggression und ideologischer Manipulation jedoch sind beängstigend plausibel – und nur anderthalb Schritte weiter gedacht, von 2017 aus. Der letzte Hort von Demokratie und Freiheit ist dann übrigens – Deutschland.

Gudrun Lerchbaum: Lügenland; Politthriller; Pendragon Verlag, Bielefeld 2016; 430 Seiten; €17.-

 
Kommentare deaktiviert für … dystopisch ungemütlich: Demokratur in Österreich
 

Kategorie:

Literatur | Politik

 

21. November 2016 15:43:39

… noch demokratisch: Das Ergebnis des globalen Wahljahrs 2016

Persönlichkeit entscheidet

„Wahlkampf“ – dieser Begriff steht seit dem Jahr 2016 für etwas anderes als zuvor. Bislang ging die Gesellschaft davon aus, dass wahlkämpfende Politiker/innen von Dingen reden, die sich auf ihr politisches Handeln beziehen, oder zumindest auf das ihrer Gegner/innen. Das ist vorbei. Ab jetzt ist Wahlkampf einfach die Zeit, in der manche alles tun, um zu gewinnen. Inhalte, Fakten, Programme sind unwichtig geworden, es geht nur noch um Übereinstimmung von Form und Mensch. Wer Dinge so sagt, dass man das Gefühl hat, der meint das so wie er/sie es sagt, ist im Vorteil. Dabei ist vollkommen gleichgültig was gesagt wird. Egal ob absurder Blödsinn, ausgrenzende Ideologie oder groteske Vorhaben – Glaubwürdigkeit hat sich von Vernunft gelöst.

donald-trump_doubble-speaking
… Weiterlesen

 
Kommentare deaktiviert für … noch demokratisch: Das Ergebnis des globalen Wahljahrs 2016
 

Autor:

 

13. November 2016 21:38:50

…gottseidank: Auch der Teufel nicht.

mephisto_wilson_2016

Vielleicht war es die erste Einlassung zum Thema auf einer Berliner Bühne, vielleicht nicht, als der Schauspieler Christopher Nell in seiner Rolle als Mephistopheles in Robert Wilsons Faust-Inszenierung am Berliner Ensemble am Sonntag in der Studierzimmer-Szene („Das also war des Pudels Kern!“) den Namen des frischgewählten US-Präsidenten unterbrachte: „Das Etwas, diese plumpe Welt / So viel als ich schon unternommen. / Ich wusste nicht ihr beizukommen / Mit Wellen, Stürmen, Schütteln, Brand – / Geruhig bleibt am Ende Meer und Land!“ Aus Brand wurde Trump, der Reim war dahin, aber eines klar – noch nicht einmal wenn der Teufel sich seiner annimmt, wird er der Welt beikommen. Das ist tröstlich. Ob am Ende Meer und Land ruhig bleiben, hängt auch von anderen ab: Du musst dich um die Demokratie kümmern, sonst wird sie dich verlassen.

Im übrigen war es eine Freude, Robert Wilson wieder dabei zuzuschauen, wie er mit seinem Konzept der vollen Gleichwertigkeit aller Elemente – Licht, Ton, Text, Bühnenbild, Kostüme, Maske, Musik – immer erneut den Kampf aufnimmt gegen die gängige diktatorische Dominanz des Textes auf den Bühnen. Und auch mit diesem Faust I + II trägt er einen gloriosen Sieg davon. Möglicherweise ist diese stark durchironisierte Version jedoch der Abgesang einer Epoche; es scheint nämlich ernst zu werden, die ironische Haltung der vergangenen dreißig Jahre wird da nicht mehr die richtige sein.

 
Kommentare deaktiviert für …gottseidank: Auch der Teufel nicht.
 
 

18. September 2016 19:05:33

… politisch: die linke Mehrheit in der Hauptstadt

Die Wahl in Berlin 2016 ging genau so aus, wie erwartet und genauso erwartbar sind die Fehler, die nun bundespolitisch gemacht werden – besonders bei den Parteien der C-Union.

img_8026-1.jpg

Alles auf Grün? – Nicht ganz. Aber alle wollen: Alles auf menschlich und alles fair und vor allem, endlich alles besser machen!

Die Berliner*innen waren – bis auf die kleine Gruppe der verwirrten AfD-Wähler*innen – durchaus in der Lage die politischen Felder zwischen der Bundes- und Landesebene zu trennen. Eine übergroße Mehrheit wollte ein Ende des rot-schwarzen Koalitionsfilzes und vor allem wollten nicht mal mehr CDU-Wähler*innen Frank Henkel im Senat haben. Das bestimmende Thema war eben nicht die Innere Sicherheit, sondern das Interesse der Menschen, ihre Stadt menschlich zu gestalten. Darum haben jetzt folgerichtig SPD, Grüne und Linke den gemeinsamen Regierungsauftrag für unsere Stadt.

Die Gegner von Angela Merkel in der Union werden jetzt bundesweit alles falsch machen.

Sie werden sagen, dass das Abstrafen der Berliner CDU als Folge der Flüchtlingspolitik zu lesen sei, doch als jemand mit dem Ohr am politschen Puls dieser Stadt, kann ich sagen, das ist eine grobe Fehleinschätzung. In Berlin wurde vor allem die katastrophal provinzielle und intellektuell völlig unterbemittelte Henkelpartei abgewählt. Die einzige Chance, von den eigenen Fehlern in Senatsverantwortung abzulenken, wäre es gewesen, sich demonstrativ hinter Merkel zu stellen. Doch für Haltung war die Großstadt-CDU noch nie bekannt. Genau der Versuch den rechtspopolistischen Schwachsinn (Stichworte „Burkaverbot“ und „Doppelpass“) zu übertreffen, wollen auch Konservative in Berlin nicht mitmachen.

Wie kann sich Merkel nun vor der eigen Partei retten?

Wahrscheinlich gar nicht. Leider ist damit aber auch dem Land nicht geholfen, denn sowohl eine innerhalb der eigenen Partei total geschwächte Kanzlerin, wie ein tumb-dummer Horst aus Bayern, führen zur Aufwertung von AfD und FDP – schlimmer kann es nicht kommen.

Darum hier von mir exklusiv die Lösung für die Kanzlerin und Deutschland: Frau Merkel möge in die SPD eintreten, alle progressiven Teile der CDU-Wählerschaft mitnehmen, die K-Frage für die SPD klären und nach der Wahl, nach dem Vorbild des Wahlergebnis aus Berlin, mit einer Rot-Grün-Roten Koalition dieses Land so gestalten, wie es die existierende Mehrheit der linken Mitte möchte. Nur Mut. Das Volk hat ihn ganz sicher!

 
Kommentare deaktiviert für … politisch: die linke Mehrheit in der Hauptstadt
 

Autor:

Kategorie:

Deutschland | Politik

 

18. September 2016 00:59:17

… österreichische Übernahme: abc art berlin contemporary

abc – art berlin contemporary, til Sunday!

Ein von Eva Grubinger (@evagrubinger) gepostetes Foto am

Die abc wird bestimmt von Österreicherinnen: Eva Grubinger dominiert den Bereich der Installationskunst, die fast gänzlich von einer Bondage-Affinität infiziert zu sein scheint und Lisl Ponger führt mit großer ästhetischer Präzision die notwendige selbstkritische Aufarbeitung westlicher Überheblichkeit gegenüber aller nicht-europäischen Kunst seit der Zeit des Kolonialismus an, wobei sich auch Künstler*innen nie zu schade waren, sich hemmungslos am „Exotischen“ zu bedienen.

 

 
Kommentare deaktiviert für … österreichische Übernahme: abc art berlin contemporary
 

Autor:

 

17. September 2016 21:27:47

… außerhalb der Kategorien: Die Kunstmesse Positions in der Berlin Art Week 2016

Texte zur Promotion von Kunstmessen sind meistens Kunstwerke im Verbinden des Unverbundenen und in sofern ganz nah am eigentlich Wortsinn des Textens – dem Schaffen von Texturen. Auf der Website des Berlin Art Week steht über die „Positions Berlin“: „Bei den hier ausgestellten Kunstwerken geht es nicht darum, den Trends hinterher zu laufen, sondern um Relevanz und Aktualität. Starke junge und etablierte zeitgenössische Arbeiten sowie Werke der klassischen Moderne werden nebeneinander präsentiert, überholte Kategorisierungen schüttelt die Messe somit ab und eröffnet lieber neue Perspektiven.“

Auffällig beim Gang über die Messe sind ganz klassische Galerien, die trotzdem neu Perspektiven anbieten:

Die Sardac Gallery aus London baut in der Präsentationsbox einen überzeugenden Kunstraum für Stephen oder Steve Goddard. Seine versehrten Schädel bringen die menschlichen Wundmale des frühen letzten Jahrhunderts eindrücklich mit den menschlichen Verwerfungen der Gegenwart zusammen. Die Menschen, die heute vor den traumatisierenden Kriegen flüchten, kommen genau aus den Ländern, die am Ende des 1. Weltkriegs nach den Machtinteressen des Westens auf dem Reißbrett entworfen wurden. Der Schrei nach Empathie kommt einem in der dunkelbraunen Galeriebox trotz des ganzen Kunsttrubels drumherum erstaunlich nahe.

Baby by Steve Goddard

Ein von galerie sardac (@sardacgallery) gepostetes Foto am

Die kleine Galerie Mönch aus der Berliner Vorstadt beim Übergang nach Spandau zeigt einen jungen interessanten Künstler, der offene Fäden von Moholy Nadge und Roman Signer aufnimmt. Friedrich Gobbesso baut Experimentieranlagen in denen Wasser, Licht, Töne undSchwarzpulver aufeinandertreffen und erzeugt so Fotogramme, die Abbilder des Unsichtbaren sind: Wir sehen Schwingungen und Kraftlinien.

fritzgobesso-wellenstrukturen

Ich freue mich auf die Vernissage im Nachgang zur Positions in der Galerie schon am 1. Oktober.

 
Kommentare deaktiviert für … außerhalb der Kategorien: Die Kunstmesse Positions in der Berlin Art Week 2016
 

Autor:

 
 
 
Seite 1 von 4212345678910...Letzte »

Themen

 

Berliner Bezirke

 

Letzte Kommentare zu

 

Beitragsarchiv

Suche

 

Text ohne Takt
von Joachim A. Buroh

4. Juli 2014

… unerhört

nicht in der Leitung
bleiben
durchs Bild
gehen und
lauter
schreiben

 
Kommentare deaktiviert für … unerhört
 

6. Januar 2014

… Tagesform

<br />

 
 

23. November 2013

… am Zug

U1 – U4

 
 
 
Berliner Ratschlag für Demokratie
 
Bizim Kiez – Website