Lesezeichen setzen: RSS Feed abonnieren  Zu del.icio.us hinzufügen Zu Technorati Favoriten hinzufügen Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen
Seite 3 von 14«12345678910»...Letzte »

Archiv der Kategorie ‘Themen‘

21. Februar 2010 18:23:29

.. raumsichtig: Avatar von James Cameron

(Entweder JavaScript ist nicht aktiviert, oder Sie benutzen eine alte Version von Adobe Flash Player. Installieren Sie bitte den aktuellsten Flash Player. )

Wahrscheinlich bin ich der letzte, der zum teuersten und erfolgreichsten Film aller Zeiten noch weas zu sagen hat, aber Langsamkeit ist ja manchmal auch eine Stärke.

Die neue 3D-Technik-Aufnahme- und Abspieltechnik, mit der „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ von James Cameron höchst aufwändig produziert wurde, ermöglicht tatsächlich eine neue Form des Sehens. Das Film-Sujet des Körperwechselns, also des Hineinschlüpfens in den Körper eines Anderen bei Erhalt des eigenen Geistes, kann in der 3D-Rezeption des Films selbst erlebt werden. So wie der Held (und einige andere) in speziell entwickelte Naturvolk-Körper (=Avatar) hineinschlüpfen und die Welt dann mit den physischen Fähigkeiten des künstlichen Körpers erleben, so schlüpfen wir Betrachter in den Kopf des Kameramanns, der für uns den Blick steuert, bzw. uns seinen Blick aufzwängt. Natürlich ist das im Prinzip auch beim herkömmlichen 2D-Film der Fall, bei dem unser Bilck auch geführt, geleitet oder verleitet wird, doch durch das dreidimensionale Sehen, bei dem wir im alltäglichen Leben gewohnt sind, selbst den Fokus in der Tiefe des Blickfeldes zu setzen, bekommt die Blickführung durch die Kamera natürlich auch eine neue Dimension. Wir sehen nicht wie sonst im Kino mit starrem Fokus auf die Leinwand und sehen eine 2D-Projektion der 3D-Welt, sondern wir sehen eben wirklich 3D. Nur man kann nicht selbst entscheiden, was genau man gerade scharf sehen möchte. Das hat die Kameraführung für einen entschieden. So entsteht das Gefühl, im Körper eines anderen zu stecken. Man sieht durch die Augen eines anderen.

Gerade die phantasievolle Natur des fremden Planeten, die wir quasi im Körper des Avatars erleben, erscheint so wirklich bezaubernd und das Design der äußerst vernetzten und interaktiven Flora und Fauna wirkt geradezu beglückend. Natürlich steht man sofort auf der moralischen Seite des Urvolkes, genannt Navi, das sich nie von seiner Umwelt emanzipiert hat. Diese Humanoiden leben noch im Paradies – sie haben es geschafft vom Baum der Erkenntnis zu essen, ohne mit der Erbsünde dafür bestraft worden zu sein. Sie sehen ihre Nacktheit und erkennen sie als die gleiche Verletzlichkeit, mit der auch alle anderen Teile der Welt miteinander (inter)agieren. Deshalb gibt es keine Scham auf Pandora, sondern ganzheitliche Fürsorge. Die Navi sind im Gegensatz zu uns Menschen noch immer integraler Bestandteil der Natur und wollen das auch bleiben. Eine Welt voller blauer Blumen geschaffen nach dem romatischen Ideal eines Novalis.

Da der Mensch in der Zukunft, in der dieser Film spielt, noch immer nichts dazu gelernt hat, kommt es zum unausweichlichen Konflikt zwischen den beiden Lebensprinzipien, der aufeinander stoßenden Arten: Dem menschlichen Streben nach Profit und dem urvölkischen Nicht-Streben in der Ballance. Nun hat sich Romantik immer nur als eine andere Art der Zerstörung erwiesen und so geschieht es leider auch in diesem Film. Als das Naturvolk schon besiegt scheint, bäumt sich die gesamte Natur in gemeinsamer Anstrengung gegen die Aggressoren auf und zerstört diese ihrerseits. Fraglich welche Botschaft wir Menschen daraus ziehen.

Den Rest der äußerst üblichen Geschichte (siehe Trailer) kann man möglichst schnell vergessen.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Kino

 

22. Dezember 2009 20:25:29

… geblaecht: Woody Allens Whatever works

(Entweder JavaScript ist nicht aktiviert, oder Sie benutzen eine alte Version von Adobe Flash Player. Installieren Sie bitte den aktuellsten Flash Player. )

Ach der Woody Allen: Viele sagen seine größte Zeit wären die späten 70er gewesen, in der er die New York Triologie mit Filmen wie Der Stadtneurotiker machte, die alle samt recht hysterisch und wortgewitzt daher kamen. Sein neuestes Werk Whatever works stammt aus dieser frühen Schaffensphase des Meisters, denn das Drehbuch hatte er im Wesentlichen schon damals dem bekannten Schauspieler Zero Mostel auf den Leib geschrieben, der dann aber leider 1977 starb. Nun fand sich drei Jahrzehnte später ein passender Ersatz, nämlch Larry David (Miterfinder von Seinfeld, Sitcom-Author und kultiger ShowMaster), der im tatsächlichen Leben ähnlich miesepetrig drauf ist, wie die Kunstfigut Boris Yellnikoff, die die Hauptrolle in Whatever works einnimmt. Man sollte also meinen, dass hier nichts mehr schief gehen könnte.

Boris ist ein konsequent schlecht gelaunter Typ, der skrupellos kleine Kinder, denen er im Park ein bisschen Schach beibringen soll, als schwachsinniges Ungeziefer beschimpft und dabei gleich noch deren Mütter als Geburtshelferinnen der Dummheit verflucht. Er selbst sieht sich als pensioniertes Genie, denn er war früher Quanten-Physiker, der mal fast den Nobelpreis bekam. Die Architektur seines Lebensentwurfs steht auf einem festen Sockel, der vom gigantischen intellektuellen Abstand zwischen ihm und seinem Umfeld gebildet wird. So kommt es, dass nur er allein „das ganze Bild“ sieht und in diesem Gesamtbild sieht er auch auf uns, die Zuschauer im Kino herab. Mehrfach im Film wendet sich Boris so direkt durch die Kamera ans Publikum, was die anderen im Film spielenden Personen als alberne Marotte des Sonderlings abtun, denn sie sehen eben nicht „das ganze Bild“. Durch dieses mutwillige Abbrechen der Filmfiktion bekommt alles eine unfreiwillig wirkende Künstlichkeit. Man fühlt spontan die Mikros, Kabelträger, Beleuchter und ScriptGirls auf dem Set und die Schauspieler wirken wie Knallchargen, in einem schlechten Bühnenstück. Die aufgebaute Filmwelt fällt so in sich zusammen ohne irgendetwas dabei hinzuzugewinnen.

Der Plott ist so Anti-Clichée-Clichée-mäßig, dass man ihn kaum zu erzählen braucht: Alter Großstadt-Misanthrop trifft vor seiner Haustür eine naive, äußerst hübsche Blondine, die gerade ihrem ländlich verklemmten Elternhaus entflohen ist. Er nimmt sie auf und ist alsbald von den Liebreizen der Süßen hingerissen, die ihrerseits doch tatsächlich von der Andersartigkeit des Alten und dessen vielen Lebensweisheiten derart beindruckt ist, dass sie wenig später heiraten. Als die nicht nur geistige Hypochondrie des silbernen Ekelpakets langsam an Glanz verliert, tauchen erst die Mutter und bald darauf auch der Vater der Schönheit auf. Zunächst noch Gott um Gnade anflehend merken beide ruckzuck und auf getrennten Wegen, welche sexuellen und künstlerischen Leidenschaften in ihnen bisher verschüttet waren, so dass sich Muttern zur männerverzehrenden Femme fatal und Vattern zum schwulen Hausmann entwickelt. Im Angesicht dieser Wendungen spürt langsam auch die immer weniger fröhliche Blondine, dass junge Männer viel hübscher sind als alte. Der Misanthrop nimmt es resigniert zur Kenntnis, stürzt sich wieder Mal aus dem Fenster und landet auf einer Psychologin, mit der er spontan glücklich wird. Am Ende feiern alle Neujahr und uns Zuschauern wird nochmal penetrant erklärt, dass es doch toll ist, wenn jeder nach seiner Façon lebt. Ja ja, so was gibt’s halt nur in New York.

Das ist soweit alles wegen der vielen Wortwitze noch ganz nett und unterhaltsam, wirklich schlimm ist aber das frisch gebleachte Gebiss von Hauptdarsteller Larry David. Es will nicht im Ansatz zu seiner Rolle als Boris passen. Denn dieser hält vom Leben und seiner Zukunft überhaupt nichts, neigt zur spontanen Selbstaufgabe, läuft in dazu passenden ollen Klamotten rum und seine Wohnung ist ein ziemlicher Schrotthaufen, doch warum nur leuchten in seinem Mund die optimistischsten Beisserchen, die man je auf einer Leinwand strahlen sah?

Besser Woody Allen arbeitet zukünftig weiter konsequent sein Spätwerk nach dem Vorbild von „Vicky, Christina, Barcelona“ aus, als dass er klebrige alte Kamellen aus den 70er versucht aufzuwärmen.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Kino

 

8. November 2009 13:07:27

… am Grenzkontrollpunkt dadara: Einreise ins Traumland

dadarapb050776

Das klingt nach einem verführerischen Ort der Freiheit und des Wohlbefindens: Dreamland, das Land in dem alle Träume wahr werden, an dem es keine Ungerechtigkeit, keine Angst und keine Ausgrenzung gibt. Glaube nur fest an deinen Traum, habe ihn klar vor Augen und er kann hier Realität werden.
Dieses Land zeigt sich beim Wunsch es zu betreten oder es zu bereisen schnell als wehrhafter Staat. Die Kunstaktion „CHECKPOINT DREAMYOURTOPIA“ – A Border Control Checkpoint to Enter Your Own Dreams – tritt erst einmal reserviert auf. Einreisende haben sich fast völlig zu entblättern und müssen nach den Regeln Border Patrol tanzen. In einem zweiseitigen Formular sind zum Teil intimste Angaben zu machen, zu denen man in einem langwierigen und höchst willkürlichen Prozess befragt wird. Da bei neigen die uniformierten Grenzposten zur Übergriffigkeit und Schikane, sie spielen konsequent die Macht aus, die ihnen von den Einreisenden zugestanden wird. Man wird von einer Wartereihe in die nächste bugsiert, muss zur Unterhaltung eines Grenzers Lieder singen, grade stehen ohne sich an die Wand anzulehnen, wird nochmals kontrolliert, bekommt Handy und Schlüssel abgenommen, wird wieder an den Anfang zurückgebracht, oder ganz im Gegenteil einfach vor allen anderen Wartenden drangenommen, zieht so die Verärgerung von anderen auf sich usw. In diesem irritierenden, teils sehr lustigen, teil aber auch etwas beängstigenden Verfahren werden Gruppen geteilt und Fremde einander näher gebracht. Man erlebt eine Grenzerfahrung im doppelten Sinne: Einmal weil sich das typische Gefühl der nervösen Ergebenheit einstellt, das auch an echten Grenzposten auftritt, sei es bei der Einreise in die ehemalige DDR oder heute beim Betreten der USA, und zum anderen, weil man mit lauter Unbekannten herausfordernde Aufgaben zu lösen hat. Das ganze hat den Charakter eines stressigen Accessment Centers. Man bewirbt sich und muss sich bewähren.
Wir gingen zu viert ins Stadtbad Wedding und jede/r von uns erlebte in den Grenzbaraken eine ganz unterschiedliche Geschichte. Es kommt darauf an, ob man bereit ist die Rolle anzunehmen, die einem in der Kunstaktion zugewiesen wird. Nimmt man den tatsächlichen Entzug des freien Willens persönlich und verweigert sich dem schikanösen Gebaren, eckt man sofort an und man braucht ewig im Abfertigungsprozess, (wenn man nicht gar gleich vorher aufgibt). So kam von uns vieren nur ich bis ins Ziel, bekam den hübschen Dreamland-Pass und durfte in die sagenhafte Lounge. Der Witz ist natürlich, dass hinter der Grenzanlage alles genauso ist wie davor. Es ist natürlich die reine Farce. Wo sollte das Traumland denn sein, wenn nicht in einem selbst und wie absurd zu glauben, man könnte dort, an einem realen Ort einreisen. Und doch zeigt sich hier, wie stark Menschen getrieben werden, allein durch die Hoffnung es könnte wo anders besser sein. Es ist der Glaube an Erlösung und der Wunsch bei denen zu sein, die alles haben, alles dürfen, alles können, der uns freiwillig zu schwachen Spielfiguren im Theater der Machtverteilung werden lässt. Man nimmt alles in Kauf, egal was passiert nur um hier raus zu kommen und dort rein zu gelangen.

Die Aktion könnte nicht besser terminiert sein, als jetzt am Wochenende vor den Feierlichkeiten zum 20. Jubiläum des Mauerfalls. Es ist eine großartige künstlerische Ergänzung und eine Erinnerung an die Teilung der Welt in Ost und West, und eine eindringliche Mahnung daran, dass noch längst nicht alle Mauern eingerissen sind. Natürlich sind die Ähnlichkeiten zu den Einreiseformalitäten der USA unverkennbar. Der amerikanische Traum und der inbegriffene Ethos des „sei dein eigener Herr“ mit seinen zwei widerstrebenden Ansätzen „setz dich durch“ und „pass dich an“, die beide konkurrenzorientiert sind, ist förmlich greifbar.


Tipp zur Einreise: Nehmen Sie allerlei Bestechungsmittel mit. Zigaretten, Bier, Süßigkeiten, kleine Püppchen oder sonstigen glitzernden Krimskrams. Das kann vor so mancher verschlossener Tür helfen. Und die Reflexe der Befehlskette funktionieren immer von oben nach unten. Ich habe mir z.B. eine halbe Stunde Wartezeit gespart, weil ich in einer unübersichtlichen Situation einfach zu der zentralen Gittertür ging und behauptet habe, dass ich 10 Meter weiter hinten von einem anderen Grenzer mit vielen Abzeichen gebeten wurde direkt in die Einlassbarake zu gehen und beherzt durchging.

Unbedingt hingehen!!! Nur noch heute am 8. November 2009, im Stadtbad Wedding, Gerichtsstraße.
Nicht vergessen: Vorher Einreisepapiere ausdrucken und ausfüllen!

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

1. November 2009 22:59:29

… gebastelte Erinnerung: Thomas Demand konstruierte eine Nationalgalerie in der Nationalgalerie

thomasdemandwanne1

Thomas Demand „Studio“, 1997; C-Print, 183,5 x 349,5 cm; © Thomas Demand, VG Bild-Kunst, Bonn 2009

Thomas Demand und sein Helferteam konstruieren und inszenieren Modelle aus Papier und Pappe, manchmal ergänzt durch ein bisschen Kunstoff oder einen vorsichtigen Aufdruck. Ich sehe die kunstvollen Bastelarbeiten als Modellversuche, mit denen Demand versucht eine stimmige, kollektive Erinnerung der deutschen Baby-Boomer-Generation zu erhalten. Eine Erinnerungskonstruktion, auf die sich viele einigen können. Details, die für einzelne in einem Moment von Wichtigkeit (gewesen) sein mögen, werden zu Gunsten des für alle stimmigen Gesambildes weggelassen. Die so erzeugten Simulationen, die als gigantische Fotoprints in der Ausstellung zu sehen sind, sind schlecht geeignet für Abbilder von individuellen Erfahrungen, sondern eher für gesellschaftliche Projektionen. Über die Bildbauten wird visionär in die Vergangenheit eine Erinnerung konstruiert. Es wird so lange daran gebastelt, bis die Erinnerung in einen erfassbar logischen und ungebrochenen Plot bis zur Gegenwart passt. Das entspricht genau unser aller Gehirntätigkeit beim Prozess des Erinnerns wobei jeder weiß, dass man sich noch nicht einmal auf die eigenen Erinnerungen bei einer Analyse des zweifelsfreien Wahrheitsgehaltes verlassen kann. Thomas Demand lügt uns also eine Erinnerung vor, die uns plausibel vorkommt. Verführt durch die warme Künstlichkeit der Papieroberflächen hat man das Gefühl, man könnte die vorgelegten Erinnerungen in die Hand nehmen, um eigene Gedanken auf den Blättern zu notieren. So kann das Bild zur Gedankenvorlage werden. Doch genau diese leichte Zugänglichkeit über das eigene Basteln mit Papier erschwert vielleicht auch die Beschäftigung mit den Themen der Ausstellung. Ständig stehen Leute vor den Bildern, die darüber diskutieren, wie man wohl das Sitzpolster des Stuhls hier oder den Wasserspiegel in einer Tasse dort aus Papier basteln könnte. Auf dieser Ebene verkommt die Bildgestaltung des Thomas Demand zur Masche. Zum Glück sind die Bilder und Themen stark genug, um sich gegen diesen Vorwurf durchzusetzen.

Alles Offizielle auf der Sonderseite zur Ausstellung …
Artikel über die Ausstellung bei Spiegel online …
Noch bis 17. Januar 2010

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

28. Oktober 2009 13:40:16

… fast vergessen: Auch über Polen flohen 1989 viele aus der DDR

tschuess_ddr_320

Die Freudenfeste zum Fall der Mauer vor 20 Jahren sind vielfältig. Im Kino Arsenal wird am 6. November um 19.00 Uhr der Dokumentarfilm „Tschüss DDR! Über Warschau in die Freiheit.“ gezeigt, der einen inzwischen fast vergessenenen Aspekt im finalen Zusammenbruch des staatlichen Sozialismus beleuchtet.

Im Spätsommer 1989 wagten Zehntausende die Flucht über den Osten in den Westen. Der Film erzählt die kaum bekannte deutsch-polnischen Geschichte des Wendejahrs, als DDR-Bürger nicht nur über die westdeutschen Botschaften in Prag und Budapest ausreisten, sondern auch über Warschau den Weg in die Freiheit suchten. Im  55-minütigen Dokumentarfilm des Regisseurs Krzysztof Czajka erzählen erstmals die damaligen Botschaftsflüchtlinge ihre Erlebnisse. Auch politische Zeitzeugen kommen zu Wort. So erzählen der erste nichtkommunistische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki und sein Außenminister Krzysztof Skubiszewski über die schwierigen Verhandlungen der polnischen Regierung mit Ostberlin, um das deutsch-deutsche Drama möglichst konfliktarm zu lösen.

Der Film wird mit deutschen und polnischen Untertiteln gezeigt.

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Alltägliches

 

28. Oktober 2009 13:10:14

… abgedunkelt und überstrahlt: „La Nuit / Die Nacht“ auf arte

<br />

Es war im Jahr 2006 als auf arte im Nachtprogramm die wunderschöne Sendung „Klang“ ein paar mal lief, was mich damals geradezu zu einem Begeisterungssturm hinriss. Seit gestern gibt es nun ein monatliches Nachfolgeformat: „La Nuit / Die Nacht“. Musikalisch und stilistisch fröhnt die Sendung ganz dem visuell akustischen Minimalismus, was ja an sich schon einmal eine Wohltat im üblichen TV-Overkill ist. Getragen vom typisch französischen, jugendlichen Existenzialistenhumor wird der Zuschauer auf die Probe gestellt: Wie wenig und gleichzeitig wie viel kann Fernsehen sein?

Minutenlang festgezimmerte Kameraeinstellungen und Textzeilen wie diese:
„Wenn ich rauche wie ein Schlot,
zwischen zwei Hustenanfällen.
Wenn du fürchtest ich ginge drauf,
sag nichts ich hab schon Angst.
Du kannst nichts tun.
Ich wünsch mir einfach nur eins.
Den Geschmack unserer süßen Zungenküsse,
Drum küsse mich.“

Da kommt doch Freude auf!

Das nächtse Mal: Dienstag 24. November!

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Fernsehen | Medienkunst | Pop

 

18. Oktober 2009 19:46:46

… verklickt: Manu Koch verehrt Che

Klicke gerade so bei der Süddeutschen herum, sehe ich in der Rubrik „Jetzt rede ich“ diese leicht verwirrende Wort/Bildkombination. Der Mann auf dem Bild muss ein echter Rocker sein?!

<br />

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Alltägliches

 

21. September 2009 09:19:05

<br />

Im neuen Brenner, dem siebten – und den sollte es eigentlich gar nicht geben, denn der Autor hatte angekündigt, nach dem sechsten, Das ewige Leben, sei Schluss und es gebe keine weiteren Brenners; wir dürfen aber annehmen, dass der Brenner ganz einfach von Wolf Haas, dem Autor, sozusagen Besitz ergriffen hat und der Haas anders gar nicht mehr konnte als weiterschreiben; und wenn man den siebten, Der Brenner und der Liebe Gott, gelesen hat, versteht man das sofort – im neuen Brenner also gibt es eine Menge Neues, zum Beispiel die der deutschen Sprache bisher nicht recht bekannten oder zumindest nicht bewussten Begriffe Aufwachdusel, Ewigkeitsmücke, Lebensrostschüssel, Stänkerlautstärke, Bierkistenintrige und – Achtung! – Testgauner !!! Testgauner ist auf Seite 78, und da steckt der Brenner – inzwischen Chauffeur beim Industriellen Kressdorf, dessen kleine Tochter er andauernd von Wien nach München bzw. zurück fahren muss; auf Seite 78 allerdings ist er dann schon nicht mehr Chauffeur, weil er da bereits gefeuert wurde, man hatte ihm nämlich die kleine Helena aus dem BMW entführt – also da steckt der Brenner in einem echten Schlamassel, aus dem er erst nach vielen Mühen und sieben Toten wieder herausfindet, frage nicht (wie der Wolf Haas, der Autor, das gerne hier und da dran setzt ans Satzende, damit wir nicht fragen; oder „Aber jetzt pass auf, weil das ist interessant!“, bevor was Interessantes kommt, obwohl eigentlich nie was nicht Interessantes kommt.
Natürlich hat’s auch Philosophisches wie immer beim Brenner, etwa da … Weiterlesen

 
 

Kategorie:

Gewalt | Literatur

 

10. September 2009 11:56:34

… enthüllt: Ein SOS im Themenpark in Oranienburg

Noch verhüllte große Buchstaben in der Freirauminszenierung "Krassin rettet Italia"

Heute wird in Oranienburg eine Freirauminszenierung enthüllt, eine installative Umsetzung des ältesten erhaltenen Hörspiels Deutschlands, geschrieben von Friedrich Wolf, der in der Nähe des Parks seine letzte Heimat fand. Die Handlung des Hörspiels wird von den dramatischen Ereignissen einer Nordpolarmeerexpedition des Jahres 1928 vorgegeben. Der Park nimmt diese Geschichte spielerisch auf und führt Sie hinaus ins Eismeer, wo die Besucher nun Teil einer in die Jetztzeit übertragenen spektakulären Rettung werden, die damals die Welt in Atem hielt.

Interessant ist die typografische Umsetzung der Geschichte, in der das Medium Radio – damals noch im Aufbruch begriffen – mit großer Technikbegeisterung selbst als Teil der Handlung inszeniert wird. Die wesentlichen Elemente der Geschichte finden sich in abstrahierter Form im Park wieder. So erscheinen z.B. lang gezogene Bankreihen in Form von lesbaren Morsecodes und Buchstaben in vielerlei Form, mit denen die wichtigsten Objekte der Geschichte dargestellt werden. Das Luftschiff ITALIA liegt zerschellt am Boden und der Eisbrecher KRASSIN kämpft sich in einer geraden Schneise zum Absturzort.

Der Park wurde im Büro Beissert und Hengge meiner Schwester Jutta Hengge entworfen. studio adhoc hat mit typografischer Beratung und der Erstellung der Website einen kleinen Beitrag geleistet.

Mehr Hintergründe und Bilder samt eines Videos unter: www.sos-rao-rao.net

 
 

Autor:

Magnus Hengge

 

9. September 2009 23:55:27

… auf der Spur: Das Ypsilanti-Gen

<p>Roland Koch im Angesicht des Ypsilanti Gens</p>

Roland Koch, CDU-Partei Vize und Ministerpräsident in Hessen, wird nicht müde, vor dem, von ihm in die politische Vererbungslehre eingebrachen, „Ypsilanti-Gen“ zu warnen. Was damit ausgedrückt werden soll, braucht nicht groß kommentiert werden (nämlich, dass die SPD im Zweifelsfall doch die Machtoption mithilfe der Partei Die Linke ergreifen würde), aber der Begriff als solcher ist interessant. Warum spricht Koch ausgerechnet von einem Gen? Er hätte es auch „Faktor“, „Charakter“ oder „Krankheit“ nennen können, er aber nennt es „Gen“. Warum?

Wenn etwas durch ein Gen bedingt ist, dann ist es tief im Menschen verwurzelt. Es ist seine Veranlagung. Nach der reinen Lehre der Genetik, kann der Mensch dann nichts dagegen tun, selbst wenn er es wollte. Determiniert und willentlich machtlos ist er seinen Erbanlagen ausgesetzt. Diese Idee führt Koch im Wort, wenn er das Ypsilanti-Gen als Indiz für die grundsätzliche Unglaubwürdigkeit aller Koalitionsabsagen zwischen SPD und der Linken aufführt, ganz egal wie unzutreffend die Grundannahme schon im Bezug auf die Genetik ist. Die SPD habe diesen Gen-Defekt, der im Ernstfall (das ist, wenn CDU und FDP gemeinsam keine Regierungskoalition stellen können), die SPD zum Paktieren mit den Linken zwinge.

Mich erinnert dieses Sprachbild an die Legende vom „Ewigen Juden“ einschließlich der bekannten … Weiterlesen

 
 

Autor:

Magnus Hengge

Kategorie:

Deutschland | Politik

 
Seite 3 von 14«12345678910»...Letzte »

Letzte Beiträge

 

Themen

 

Berliner Bezirke

 

Beitragsarchiv

Suche

 

Text ohne Takt
von Joachim A. Buroh

24. März 2010

… auf Empfang

Zutaten für drei Kinder:
6 Kartoffeln
1 kleine Zwiebel
3 Eier
Mehl
75 g Butter

 
 

13. November 2009

… qwertz

Kürzlich geschlossene Fenster
Öffnen

Erste Schritte
Gehe zu

Über den Finder
Weitersuchen

Alle nach vorne bringen
Andere ausblenden

Fenster minimieren
Vor Bearbeitung schützen

 
 

3. November 2009

… in Türnot

Öffnen
(Hier Leerraum für einfaches Aufschütteln)

An jedem Abend das Schloss
entfernen

Das Hinzufügen eines Freundes
abbrechen

In der Zwischenzeit
(einen Augenblick)

Die Übergangsjacke
tragen

Bitte

 
 
 
Berliner Ratschlag für Demokratie